Wirtschaft

Umstrukturierung bei SCS Stahlschmidt in vollem Gang

Der Wittgensteiner AutomobilzuliefererSCS Stahlschmidt Cable Systems steckt im Umbau. Die Restrukturierung soll das Unternehmen wieder profitabel und zukunftssicher machen. Aber es werden auch Arbeitsplätze abgebaut.

Der Wittgensteiner AutomobilzuliefererSCS Stahlschmidt Cable Systems steckt im Umbau. Die Restrukturierung soll das Unternehmen wieder profitabel und zukunftssicher machen. Aber es werden auch Arbeitsplätze abgebaut.

Foto: Dickel

Berghausen.   „Wir sind in der unschönen Situation, dass wir Personal abbauen müssen“, sagt Geschäftsführer Friedemann Faerber.

Der Geschäftsführer des wittgensteiner Automobilzulieferers SCS Stahlschmidt Cable Systems GmbH & Co. KG steht vor der schweren Aufgabe, das in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckende Unternehmen wieder zukunftsfähig zu machen: Friedemann Faerber will deshalb Stärken, stärken und die Schwächen abbauen. Schon jetzt ist klar, dass es erneut auch schmerzhafte Veränderungen geben wird: „Wir sind in der unschönen Situation, dass wir Personal abbauen müssen“, sagt Faerber.

Personal

Konkrete Zahlen gibt es aber noch nicht. Eine im Umfeld der Firma genannte Größenordnung von rund 50 Arbeitsplätzen kann Faerber nicht bestätigen. „Wir sind in einem laufenden Prozess, in einer Adjustierungsphase“, erläutert Faerber. Konkret finden sowohl Gespräche mit Betriebsrat, der Gewerkschaft IG Metall aber auch mit den Banken statt.

„Wir wollen umfangreich restrukturieren und dabei unsere Stärken stärken.“ Die Kernkompetenzen seines Unternehmens sieht der Geschäftsführer dabei im Bereich der Ingenieurleistungen. Es gehe um Lösungsfindungen für die Automobilindustrie im Bereich der Bowdenzüge aber auch in der Projektleitung und dem Vertrieb.

Berghausen

Diese operativen Arbeiten kann sich Faerber aber nur in Verbindung mit einer Produktion in Deutschland vorstellen: „Ingenieurleistungen brauchen die Wertschöpfung vor Ort.“ Einen „Elfenbeinturm“ weit ab von den Produktionsrealitäten will er nicht. Er schätzt das Fachwissen der Belegschaft und betont: „Eine Firma besteht aus den Menschen, die dort arbeiten. Die kann ich nicht wie Schachfiguren irgendwo anders hin verschieben.“ Die 180-köpfige Belegschaft am Standort Berghausen ziehe mit: „Die Mitarbeiter sind sehr motiviert, die Veränderungen voranzubringen“, so Faerber.

International

Trotzdem ist auch die scharfe Konkurrenz zu bedenken, die Werke in Indien, Tschechien oder der Slowakei betreibe. SCS selbst hat einen Produktionsstandort in Ungarn und einen in Polen. Auf Nachfrage bestätigt Faerber, dass auch über die Zukunft dieser Standorte nachgedacht werde. Gleichwohl unterstreicht der Geschäftsführer die Bedeutung eines international aufgestellten Unternehmens für seine Hauptkunden aus dem Automobilsektor. SCS verfügt neben den Werken in Osteuropa über zwei Produktionsstätten in China und eine Kanada.

Die in der jüngsten Vergangenheit kolportierten Kündigungen von Aufträgen durch Großkunden bezeichnet Faerber als „Falschmeldungen“. Im Gegenteil, die Zusammenarbeit mit den Automobilherstellern soll ausgebaut werden, so Faerber.

Banken

Neben Belegschaft, Gewerkschaft und Kunden sind weitere wesentliche Gesprächspartner die Banken im In- und Ausland. Auch hier werde es Veränderungen geben, so Faerber, der die positive Begleitung durch die erfahren Geldinstitute lobt. Erst wenn diese Bausteine zusammen passen und das Restrukturierungskonzept steht, könne man auch über eine Sanierungstarifvertrag mit Sozialplan sprechen, weil auch erst dann verlässliche Zahlen vorlägen.

Zeitplan

Insgesamt ist der Zeitplan der Umstrukturierung auf drei Jahre angelegt. Start sei in diesem Sommer gewesen, so dass Geschäftsführer Friedemann Faerber mit einem Abschluss des Prozesses erst im Jahr 2021 rechnet.

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