Sachbeschädigung

Vandalismus: Videos belasten 34-Jährigen schwer

Das Amtsgericht in Bad Berleburg

Foto: Christoph Vetter

Das Amtsgericht in Bad Berleburg Foto: Christoph Vetter

Bad Laasphe.   Betrunken und voller Frust hat der Angeklagte in der Sparkassen-Niederlassung Bad Berleburg drei Bankautomaten beschädigt.

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„Er hat Schwierigkeiten sich an Regeln zu halten“, so Bewährungshelferin Rebekka Kleinsorge in ihrer Einschätzung über einen 34 Jahren alten Mann, der den Termin beim Amtsgericht nach eigenen Angaben verschlafen hat.

Zwei Ordnungshüter brachten den Arbeitslosen im Polizeiauto von Bad Laasphe nach Bad Berleburg. Er wurde demnach erfolgreich vorgeführt.

Das klappt längst nicht immer. Laut Anklage soll der Beschuldigte Mitte Oktober vergangenen Jahres im Bereich der Selbstbedienungs-Terminals der Sparkassen-Niederlassung in Bad Berleburg drei Bankautomaten beschädigt haben. Primär an den Displays entstand ein Schaden in Höhe von 2800 Euro, die der Angeklagte bislang noch nicht reguliert hat. Leugnen hatte am Dienstag im Sitzungssaal absolut keinen Sinn, da gleich mehrere Überwachungskameras seinen Ausraster aufzeichneten. „Ich habe die Bilder gesehen und kann es nicht abstreiten“, ließ er wissen. Warum er die Terminals vorsätzlich beschädigte sagte er auch: „Ich habe den Bus verpasst.“

Also Frust. Diese Aktion könnte ihn jetzt drei Monate in die JVA-Attendorn bringen. Das Amtsgericht unter Leitung von Strafrichter Torsten Hoffmann hätte eine noch deutlich höhere Strafe verhängen können, allerdings konnte ein Zustand verminderter Schuldfähigkeit nicht ausgeschlossen werden. Vor der Demolierung hatte er viel Alkohol getrunken. Eine Polizeibeamtin (27) hatte den 34-Jährigen in der Tatnacht in einem verwirrten Zustand im Terminal angetroffen. Er hatte nicht aus dem Staub gemacht. Ein Promillewert konnte aufgrund seines Zustands nicht ermittelt werden. Nach einem Platzverbot torkelte er in Richtung Bahnhofstraße.

Haft für Entgiftung nutzen

Im Jahr 2013 war der Laaspher wegen Körperverletzung und wegen Beleidigung bereits zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, die dann aber widerrufen wurde. Davon hat er dann zwei Drittel verbüßt.

Das ist bei Straftätern, die das erste Mal einsitzen üblich, vorausgesetzt sie haben sich ordentlich geführt. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, könnte der Mann die Zeit für eine Entgiftung nutzen, so die Hoffnung von Richter Hoffmann. Seine Bewährungshelferin sieht das ähnlich.

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