Reportertausch

Volontärin der Goslarschen Zeitung zu Gast in Wittgenstein

Ausgerüstet mit einem Westfalenpost-Block und einem passenden Kugelschreiber kann für Tausch-Reporterin Corinna Knoke nichts schief gehen.

Ausgerüstet mit einem Westfalenpost-Block und einem passenden Kugelschreiber kann für Tausch-Reporterin Corinna Knoke nichts schief gehen.

Foto: Claudia Heindrichs

Bad Berleburg.   Corinna Knoke arbeitet für eine Woche in der Redaktion der Westfalenpost in Bad Berleburg. Sie erzählt von ihrem ersten Arbeitstag.

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240 Kilometer und eine etwa dreistündige Autofahrt liegen hinter mir. Ich kehre der Goslarschen Zeitung den Rücken und habe bei der Westfalenpost in Bad Berleburg einen Arbeitsplatz auf Zeit gefunden. Ich nehme am einwöchigen Reportertausch des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger teil. Was ich an meinem ersten Abend und dem ersten Arbeitstag erlebt habe, erzähle ich im Folgenden. Nur so viel, ein verwirrendes Navigationssystem und ein frecher Vogel spielen mit.

Guter Dinge war ich am Montagmorgen, als ich auf dem Weg in die Redaktion war. Das Pressehaus habe ich sofort gefunden. Ich könnte behaupten, dass ich dazu nur meinem Instinkt folgen musste. Aber nein, so war es leider nicht. Bei meinem schlechten Orientierungssinn wollte ich nichts dem Zufall überlassen. Man will ja am ersten Tag nicht zu spät kommen und bei den neuen Kollegen einen schlechten Eindruck hinterlassen, bevor man überhaupt angefangen hat.

Deswegen hatte ich mich am Vorabend kurz nach meiner Anreise auf den Weg zur Redaktion gemacht. Mein Navigationssystem sagte mir einen Fußweg von neun Minuten voraus. Wenn ich nicht dreimal in die verkehrte Richtung gegangen wäre, hätte ich das bestimmt in der Zeit geschafft. Umso mehr freute ich mich, als ich das Haus mit der Aufschrift „Westfalenpost“ vor mir sah und wusste, dass ich meinen Arbeitsplatz für diese Woche gefunden habe.

Für eine Bad Berleburgerin gehalten

Und was macht man allein in Bad Berleburg? Erstmal was essen. Ich ließ es mir in einer Pizzeria gut gehen. Offenbar muss ich mich schnell ans Verhalten der Einheimischen angepasst haben, denn ich wurde prompt für eine Bad Berleburgerin gehalten und nach einer Auskunft gefragt. Ich konnte zwar nicht weiterhelfen, aber trotzdem entstand ein nettes Gespräch und ich konnte erfahren, was in der Stadt abgeht.

Viel ging an diesem Abend für mich aber nicht mehr ab, denn ich wollte am nächsten Morgen ausgeschlafen sein. Stolz war ich, als ich den Rückweg sogar ohne technische Hilfsmittel gefunden habe. Das mag wahrscheinlich nicht besonders klingen, für mich ist es das aber. Selbst in meiner Heimatstadt Goslar, in der ich seit meiner Geburt wohne, greife ich hin und wieder auf Hilfsmittel zurück, wenn ich einen Termin in einer Straße habe, in der ich noch nie zuvor war.

Schwarzes Oberteil mit einem Fleck

Den Weg von meiner Unterkunft in Bad Berleburg ins Pressehaus hatte ich mir gemerkt. Voller Vorfreude wartete ich an der Ampel, deren rotes Licht mich nur noch von meinem Arbeitsplatz trennte. „Jetzt kann nichts mehr schiefgehen“, dachte ich – nein, zu früh gefreut. Ein Vogel machte mir einen Strich durch die Rechnung und entleerte sich über mir. Mein Oberteil war daraufhin mit einem weißen Fleck verziert, direkt vorn drauf, so dass ich es nicht mit meinem Blazer verstecken konnte.

Trotzdem versuchte ich, mir nicht die gute Laune verderben zu lassen, denn Vogelkacke soll ja Glück bringen und das konnte vor einer Reportertausch-Woche bestimmt nicht schaden. Mein Erlebnis war auf jeden Fall ein Eisbrecher bei meinen neuen Kollegen.

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