Hofleben

Von der Weide auf den Tisch: zu Besuch auf dem Sonnenhof

Die Eierpaletten stapeln sich auf Mirko Sonneborns Hof. Der Großteil sei allerdings schon kurz vor den Osterfeiertagen in die umliegenden Dorfläden gebracht worden. 

Die Eierpaletten stapeln sich auf Mirko Sonneborns Hof. Der Großteil sei allerdings schon kurz vor den Osterfeiertagen in die umliegenden Dorfläden gebracht worden. 

Foto: Britta Prasse

Wingeshausen.   Besonders vor Ostern sind die Eier von Mirko Sonneborns Hühnern sehr gefragt. 11.000 Eier kommen pro Woche auf dem Hof in Wingeshausen zusammen.

Ponys, Wollschweine, Kühe und natürlich – Hühner. Rund 2000 Legehennen leben auf dem Sonnenhof von Silke und Mirko Sonneborn in Wingeshausen. Zwischen fünf und sechs Eier legen die Sonnenhof-Hühner pro Woche, innerhalb von sieben Tagen kommen so gut 11.000 Eier zusammen. Und die sind rund um Ostern natürlich besonders beliebt. „Rund acht Tage vorher halten wir ein paar Eier in unserem Bestand zurück, damit wir passend zu den Osterfeiertagen mehr Eier ausliefern können“, erklärt Mirko Sonneborn.

Bevor es so weit ist, gibt Sonneborn die Eier jedoch erstmal auf ein ratterndes Fließband. Ei für Ei. Daran angebracht ist eine kleine Bürste, die Schmutz und Federn von der Eierschale putzt. Nächste Station: der Stempel. Hier bekommt jedes Ei die Sonnenhof-Kennung.

Was bedeutet der Code?

An erster Stelle ist die Ziffer angegeben, die für das jeweilige Haltungssystem steht. Es wird nach vier Kategorien unterschieden:

  • 0 = Ökologische Erzeugung
  • 1 = Freilandhaltung
  • 2 = Bodenhaltung
  • 3 = Käfighaltung

Danach folgt der Ländercode, woher das Ei stammt. Dabei geben zwei Buchstaben das Herkunftsland an, zum Beispiel „DE“ für Deutschland oder „NL“ für Niederlande.

Die siebenstellige Nummer nach dem Ländercode ist die Betriebsnummer, wobei die ersten beiden Stellen das Bundesland, die dritte bis sechste Stelle den Betrieb und die siebte Stelle den jeweiligen Stall identifizieren. NRW hat zum Beispiel die Kennung „05“, Hessen die „06“.

Wann ist ein Ei ein XL-Ei?

Jedes Ei wird bei der Kennzeichnung automatisch gewogen. Anschließend ordnet die Sortiermaschine die Eier schließlich in „Bahnen“ ein, die mit den Gewichtsklassen „S“ bis „XL“ überschrieben sind. Die Gewichtseinteilung von Eiern ist dabei vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft klar definiert:

  • S (klein) = unter 53 Gramm
  • M (mittel) = 53 bis 63 Gramm
  • L (groß) = 63 bis 73 Gramm
  • XL (sehr groß) = 73 Gramm und mehr

Nachdem die Eier in ihre Gewichtsklasse eingeteilt worden sind, verpackt sie Sonneborn in 30er-Paletten. Ei für Ei. Von hier aus werden die Eier unter anderem in die Dorfläden in Berghausen und Dotzlar gebracht sowie in zwei kleine Lebensmittelgeschäfte in Aue. Der Rest verbleibt im eigenen Hofladen oder wird zu Kuchen im Sonnenhof-Café weiterverarbeitet.

Weiße oder braune Eier?

Der Hof Sonneborn hat übrigens nur braune Eier im Bestand. „Das liegt an den Ohrläppchen der Hühner“, erklärt Sonneborn. Wenn ein Huhn farbige Ohrscheiben hat – das sind die Lappen unter dem Ohr – legt es braune Eier; sind die Ohrscheiben hingegen weiß, legt das Huhn weiße Eier.

Wann ist ein Ei frisch?

1. Um herauszufinden, ob ein Ei frisch ist, muss man es gegen das Licht halten: Je größer die Luftblase im Innern des Eis ist, desto älter ist das Ei.

2. Eine andere Möglichkeit für den Frische-Test: Ein Glas mit Wasser füllen, das Ei vorsichtig hineingeben. Sinkt es, ist es frisch. Schwimmt es, hat sich die Luftkammer bereits vergrößert, und das Ei treibt wie eine Boje im Wasser auf. Generell sind Eier ab dem Legedatum rund 28 Tage haltbar. „Ob gekühlt oder nicht ist zweitrangig. Wichtig ist, dass die Eier keiner großen Temperaturschwankung ausgesetzt sind“, so Sonneborn.

Dass Kunden am liebsten Eier frisch von der Weide haben möchten, kann Sonneborn übrigens nicht bestätigen. „Gerade wenn man die Eier hart kocht und sie dann pellen möchte, lässt sich die Schale nicht so gut lösen“, sagt Sonneborn.

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