Naturschutz

Von steinig bis blumig: Tipps zur Pflege des eigenen Gartens

Steinerne Vorgärten polarisieren. Für die einen sind sie schlichtweg nicht schön anzusehen, für die anderen bedeuten die Gärten wenig Arbeit. Auch Dr. Felix Riedel ist beim Thema Steingärten gespalten.

Steinerne Vorgärten polarisieren. Für die einen sind sie schlichtweg nicht schön anzusehen, für die anderen bedeuten die Gärten wenig Arbeit. Auch Dr. Felix Riedel ist beim Thema Steingärten gespalten.

Foto: Vladimir Wegener

Bad Berleburg.  Dr. Felix Riedel vom NABU klärt über Mythen auf, die sich um den heimischen Garten ranken. Einige Vorgehensweisen fördern das Insektensterben.

Viele Mythen ranken sich um die Arbeit und Bewirtschaftung im eigenen Garten. Biologe Dr. Felix Riedel hat jetzt einen Bildvortrag zu diesen Mythen und Möglichkeiten in heimischen Gärten gehalten. 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen auf Einladung des NABU Siegen-Wittgenstein und des Bündnis 90/Die Grünen in den Medienraum des Johannes-Althusius-Gymnasiums.

Wie Dr. Felix Riedel schilderte, gibt es drei Hauptpunkte, die ihn zu seiner Arbeit bewegt haben:

1. D as Interesse an Naturgärten

2. Viele Mythen und falsche Darstellungen

3. Der Trend in Richtung Schotter- und Steingärten

Im Einzelnen führte Dr. Riedel diese Themen weiter aus. Primärbiotope, also natürliche Flächen oder Bachläufe, gibt es fast gar nicht mehr – und sie müssen erhalten und geschützt werden, denn diese sind besonders wichtig für die Artenvielfalt. Es werden immer mehr Sekundärbiotope, also „Ersatzbiotope“, geschaffen, die einen großen Teil zum Naturschutz beitragen können.

Die häufigsten Fehler werden laut Riedel im Bereich der Anlage und der Pflege gemacht. Oft werden zu viele Blumenarten gemischt oder es werde nur eine Monokultur angelegt, einige Hobbygärtner übertreiben es sogar mit der Gartenpflege. Prinzipiell begrenze sich jeder Garten auf zwei, maximal drei dominante Blumenarten.

Ein weiteres Problem für den Naturschutz: das viel zu häufige Mähen. Für den biologischen Rhythmus der Pflanzen sei eine Mahd nach Juli perfekt – so werden die wenigsten Insekten getötet. Hierbei solle darauf geachtet werden, das Heu abzutragen, denn dieses würde zu viele Nährstoffe auf der Wiese belassen. Als Grundregel gilt hier: Wenig Nährstoffe – hohe Artenvielfalt.

Gerade beim Thema Insektensterben rät Riedel zur Fokussierung: Nicht jede Spezies könne die gleiche Aufmerksamkeit der Naturschützer bekommen; es sollte sich auf einige wenige Arten konzentriert werden, um diese gezielt zu schützen. Naturgärten lassen sich somit als Reservate charakterisieren, mit einer einzigartigen Struktur und Vielfältigkeit.

Bauschutt verwenden

Für die meisten Echsenarten seien auch Steingärten vorteilhaft, so Riedel. Allerdings seien sie auch bedenklich für die Umwelt, da der Abbau der Steine der Natur mehr schade als dass sie im heimischen Garten helfen.

Hier kann Bauschutt Abhilfe schaffen, denn den Echsen sei es egal, ob es Schiefersteine oder gebrannte Tonziegel sind. „Arbeiten Sie mit dem, was sie haben, Sie müssen nichts extra zukaufen.“ Übrigens: „Insektenhotels“ seien oft nur Geldverschwendung, weil die Hersteller nicht auf die Bedürfnisse der Tiere eingehen.

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