Bonuspunkt Wittgenstein

Vorstandsbriefe irritieren die Geschäftsleute in Erndtebrück

Vor allem in Erndtebrück wird die Karte immer beliebter. Im vergangenen Jahr wurden dort 25 Prozent aller Buchungen verzeichnet.

Foto: Bonuspunkt Wittgenstein

Vor allem in Erndtebrück wird die Karte immer beliebter. Im vergangenen Jahr wurden dort 25 Prozent aller Buchungen verzeichnet. Foto: Bonuspunkt Wittgenstein

Bad Berleburg/Erndtebrück.   Der Verein Bonuscard möchte nicht weiter mit Helga Trettin zusammenarbeiten. Das wollen die Erndtebrücker Geschäftsleute so nicht akzeptieren.

Unter der Überschrift „Kundschaft aus Nachbarorten bleibt aus“ hat die Wittgensteiner Heimatzeitung am 6. März über den noch eingeschränkten und nicht überall möglichen Einsatz der Kundenkarte Bonuspunkt Wittgenstein berichtet, die der gleichnamige Verein an rund 9200 Nutzer ausgegeben hat. Dieser Bericht hat für Aufregung gesorgt – zumindest innerhalb des Vereinsvorstands.

In dem Artikel hatte u.a. Helga Trettin als Geschäftsführerin des Vereins für Handel, Handwerk und Touristik Erndtebrück bedauert, dass die Idee der flächendeckenden Nutzung der Karte noch nicht Wirklichkeit geworden sei. Das habe, so Trettin, einige Händler in Erndtebrück verärgert.

Post an Händler und Gastronomen

Zwei Tage nach der Veröffentlichung hat Vereinsvorsitzender Stefan Küpper reagiert und einen Brief an jene Händler und Gastronomen verfasst, die als Akzeptanzstellen der Karte gelten. In seinem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, hebt Küpper den besonderen Erfolg der Karte gerade in Erndtebrück hervor: „Vor allem Erndtebrück zeigt sich als Topscorer, hier wurden allein 25 Prozent der Buchungen“ im vergangenen Jahr getätigt. Diese Zahlen, so schreibt Küpper weiter „widerlegen die Aussagen von Frau Trettin im Zeitungsbericht...“.

Es gibt aber noch einen weiteren Brief von Stefan Küpper. Den hat er bereits am 6. März verfasst und an den Verein für Handel, Handwerk und Touristik Erndtebrück geschickt. Darin fordert Küpper die Erndtebrücker auf, Helga Trettin nicht weiter als Ansprechpartnerin für den Verein Bonuspunkt agieren zu lassen. Küpper hat das so begründet: „Über die Presse haben wir erfahren, dass Frau Trettin mit unserem Verein und dem ganzen System sehr unzufrieden ist.... Wer sich öffentlich gegen dieses Kundenbindungsinstrument stellt, stellt sich somit auch gegen die Händler und Gastronomiebetriebe. Auf dieser Basis können und wollen wir nicht mehr mit Frau Trettin zusammenarbeiten.“ Weil der Verein aber Erndtebrück weiter „im Boot“ behalten wolle, bittet Küpper die Erndtebrücker darum, einen anderen Ansprechpartner zu benennen.

Karsten Wolter, Vertreter im Verein Bonuscard Wittgenstein für den Verein Markt & Tourismus Bad Berleburg: „Da der gegenseitige Austausch mit Frau Helga Trettin stattfindet, besteht keine Veranlassung die Fragen zu beantworten. Unterstellungen erfolgten und erfolgen nicht. Erst heute haben Frau Trettin und ich wieder miteinander telefoniert. Richtigstellungen unglücklicher Zitate sind nicht erforderlich. Der Bonuspunkt Wittgenstein Verein und das Betreibersystem sind stabil; alle Verträge werden eingehalten und erfüllt.“

Vereinzelte Reaktionen erklärbar

Allein die verfahrensbedingte Zeit bis zur Einrichtung des gemeinsamen genutzten Topfes sei bedauerlich, jedoch unumgänglich. Wolter räumt ein: „...dass es nicht gelungen ist, alle teilnehmenden Händler und Gastronomen auf dem gleichen Informationsstand zu halten. Dies kann vereinzelte Reaktionen aus diesem Kreis erklärbar machen.“

Stefan Küpper ergänzt in dem Zusammenhang: „Wir haben unsere beiden Geldinstitute Sparkasse und Volksbank mit im Boot. Die haben großes Interesse am Erfolg des Systems. Von dort erhalten wir Unterstützung. Insbesondere durch die Einrichtung von Servicestellen. Dort können sich Kunden melden, wenn Probleme auftreten. Wir sind froh darüber, dass diese Möglichkeit nur ganz gering benötigt wird.“

Nur Fragen weitergegeben

Am Mittwochabend hat der Vorstand des Erndtebrücker Zusammenschlusses getagt und sich „ganz klar positioniert“, wie Vorsitzender Albrecht Bernshausen betont: „Wir werden die Füße ruhig halten und wollen nicht, dass Frau Trettin Schaden nimmt. Sie bleibt auf jeden Fall unsere Geschäftsführerin und Ansprechpartnerein für die Bonuscard. Sie macht ihre Arbeit gut.“

Der Vorstand sei der Meinung, dass die „Vorwürfe gegen Frau Trettin nicht berechtigt sind“. Sie habe ja nur Fragen von Mitgliedern weitergegeben, wann das Kartensystem endlich läuft. Bernshausen: „Die Leute warten doch schon lange darauf, dass die Karte überall einsetzbar ist“. Nun werde der Vorstand des Vereins Handel, Handwerk und Touristik dem Verein Bonuscard Wittgenstein mitteilen, dass „Frau Trettin überhaupt nicht zur Diskussion steht.“ Eine Abstimmung darüber, so Bernshausen, sei in der Erndtebrücker Vorstandssitzung nicht notwendig gewesen, weil: „Der komplette Vorstand ist in dieser Sache einig und steht hinter Helga Trettin.“

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