Energie

Wassermühle Womelsdorf soll Forschungslabor werden

Bernd Föllmer zeigt einigen Besuchern die Animation und Überwachungsstation der Womelsdorfer Mühle.

Bernd Föllmer zeigt einigen Besuchern die Animation und Überwachungsstation der Womelsdorfer Mühle.

Foto: Mark Simon Wolf

Womelsdorf.  Die Uni Siegen und die Hydro-Strom Wittgenstein GmbH bewerben sich in Kooperation für Leader-Förderung. Studenten sollen in Womelsdorf forschen.

Die Womelsdorfer Mühle wird Forschungsobjekt. Am Donnerstagnachmittag haben Achim Wickel und Bernd Föllmer die Schlüssel zu ihrer Wasserkraftanlage an Prof. Dr. Jürgen Jensen von der Universität Siegen übergeben. Und beide Seiten sind mehr als zufrieden mit ihrer Kooperation, die allerdings noch nicht ganz in trockenen Tüchern ist, denn sie soll auch über die Leader-Region Wittgenstein gefördert werden.

Trotzdem herrschte am Donnerstag nicht nur wegen des strahlenden Sonnenscheins in Womelsdorf beste Stimmung bei den Gesellschaftern der Hydro-Strom Wittgenstein GmbH und den Vertretern des Lehrstuhles Wasser und Umwelt, Hydromechanik und Wasserbau der Universität Siegen.

„Die Naturversuche waren für uns bisher ein großes Manko. Wir hatten an der Siegmündung und am Rhein mit großen Hemmnissen zu kämpfen“, erklärt Prof. Jensen, was ihn so fröhlich stimmt. Jetzt können die Studenten direkt an einer funktionierenden Mühle forschen: „Das ist für angehende Ingenieure sehr wichtig!“

Wickel und Föllmer profitieren auch

Aber auch Achim Wickel und Bernd Föllmer werden von dieser Kooperation etwas haben, wie Prof. Jensen erläutert: „Wir wollen die Steuerung der Mühle optimieren und auch Abwärme energetisch nutzen.“ Konkret geht es darum, die Zuflussmenge zu regulieren, um die 34-Kilowatt-Turbine besser auszulasten. „Wenn wir die Steuerung optimieren, hat die Anlage eine höhere Effizienz. Und Doktorand Jens Metzger ergänzt, dass die Studierenden die Womelsdorfer Mühle auch als Museum für Wasserkraft mit Schautafeln und Erläuterungen aufwerten wollen.

Wie ist die Universität Siegen auf das Projekt in Womelsdorf aufmerksam geworden? Jensen erinnert sich, dass Achim Wickel vor fast genau einem Jahr, am 22. März 2018, beim Tag des Wassers, in Siegen war. Dort sind Wickel und Jensen ins Gespräch gekommen. Allerdings gab es damals noch wasserrechtliche Probleme bei der Nutzung des Ederwassers für die Verstromung in der Womelsdorfer Mühle. Die seien inzwischen ausgeräumt, so Jensen. Damit sei der Weg für die Kooperation zwischen Mühlenbesitzern und dem Lehrstuhl der Uni ausgeräumt gewesen.

Unfaire Kritik an Wasserkraft

An dieser Stelle bricht Jürgen Jensen eine Lanze für die Wasserkraft, die seit Jahrhunderten auch im industrialisierten Siegerland und Wittgenstein als Energiequelle genutzt wurde und erst später dann durch die Dampfmaschinen verdrängt worden sei. „Jeder vom Himmel fallende Tropfen Wasser stellt pure Energie dar“, so Jensen. Und er sagt, dass die Kritik an der Wasserkraft auf „einer unfairen Betrachtungsweise“ beruhe. Immerhin „nutzt man bei der Wasserkraft die kinetische Energie des Wassers, ohne einen Tropfen Wasser zu verbrauchen“.

Die positive Energie, mit der der Universitätsprofessor und Achim Wickel und dessen Partner Bernd Föllmer die Kooperation eingehen, wird aktuell nur durch eins gebremst: Noch muss der Antrag auf Fördermittel der Leader-Region Wittgenstein vorgestellt, diskutiert und entschieden werden. Laut Jens Metzger werde man die gemeinsame Projektidee am 28. März vorstellen.

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