Fernsehtipp

WDR zeigt Film über die Wisente zur besten Sendezeit

Eine Dokumentation mit herrlichen Naturaufnahmen über „Das Land der wilden Riesen - Wisente in NRW“ wird am 12. Oktober um 20.15 Uhr im WDR-Programm ausgestrahlt.

Eine Dokumentation mit herrlichen Naturaufnahmen über „Das Land der wilden Riesen - Wisente in NRW“ wird am 12. Oktober um 20.15 Uhr im WDR-Programm ausgestrahlt.

Foto: Rita Maurer

Wittgenstein/Medebach.   Bleibt das Rothaargebirge mit seinen weitläufigen Wäldern weiterhin das Land der Wisente oder nicht? Heike Grebe gibt Antworten in ihren Film für den WDR.

Ein Film über das Sauerland für die WDR-Reihe „Wildes Deutschland“ sollte es werden. So war der Plan von Heike Grebe aus Medebach-Deifeld. Doch bei den Dreharbeiten verliebte sich die studierte Filmemacherin samt Kamerateam in die freilebende Wisent-Herde aus Wittgenstein. Und so ist nun eine Dokumentation mit herrlichen Naturaufnahmen über „Das Land der wilden Riesen - Wisente in NRW“ entstanden, die am Dienstag, 10. Oktober, um 20.15 Uhr im WDR läuft.

Zwei Jahre intensiver Arbeit

Zwei Jahre lang haben Heike Grebe und ihr Kamera-Team die im April 2013 in den Privatwäldern des Prinzen Richard zu Sayn-Wittgenstein ausgewilderten Wisente immer wieder durch alle Jahreszeiten begleitet. Besonders im Fokus hatten sie dabei Quintus, das erste deutsche Wisentkalb, das seit Jahrhunderten kurz nach der Auswilderung in Freiheit geboren wurde. Der Film im Rahmen der Reihe "Abenteuer Erde" zeigt in beeindruckenden Nah- und Flugaufnahmen, wie der junge Bulle langsam erwachsen wird und seinen Platz in der von anfangs acht auf mittlerweile 21 Tiere angewachsenen Herde findet.

Neben Bildern von den Wisenten sind auch liebevoll zusammengestellte Sequenzen aus dem Arnsberger Wald, vom Möhnesee sowie dem Rothaarsteig bei Winterberg und dem Kahlen Asten zu sehen. Und natürlich von einem typischen Schützenfest. Heike Grebe ist selbst durch und durch ein Kind des Sauerlandes. In Deifeld aufgewachsen hat sie jahrelang bei einer Produktionsfirma in Hamburg gearbeitet und war für ihre teilweise preisgekrönten Natur- und Tierfilme u.a. in Afrika und Asien unterwegs. Das jetzige Projekt war für sie willkommener Anlass, in ihre Heimat zurückzukehren: „Das Sauerland und das Wisentprojekt sind für mich Herzenssache. Ich habe mich riesig gefreut, dass ich mit diesem Film anderen Menschen zeigen kann, wie schön es bei uns ist.“

Neben aller Schönheit der Natur und der imposanten Tiere – eben der „wilden Riesen“, die als die größten Landsäugetiere in Europa gelten: Wenn es um die Wisente geht, können die derzeitigen Auseinandersetzungen zwischen den Waldbauern und den Befürwortern des Auswilderungs-Projektes nicht außen vor bleiben. Die frei umherstreifenden Wisente dringen immer wieder in Privatwälder ein und verursachen dort immense Schälschäden an Buchenbeständen. Deshalb soll eine Einzäunung der Herde gerichtlich durchgesetzt werden. Auch eventuelle Gefahren für Menschen werden im Film thematisiert, nachdem im vergangenen Jahr eine Wanderin mit ihrem Hund von einer Mutterkuh angegriffen wurde.

Heike Grebe hat solche Erfahrungen nicht gemacht. Durch die häufigen Begegnungen bei den Filmarbeiten kannten die Tiere das Team, das sich dadurch sogar dem Leitbullen Egnar bis auf wenige Meter annähern oder mitten durch die Herde gehen konnte – auch, als fünf Jungtiere dabei waren. Vor Beginn des Drehs hatte sich das Team von den Initiatoren des Wisentprojektes und einer Biologin über das richtige Verhalten den Wisenten gegenüber und eventuelle Warnsignale beraten lassen: „Uns wurde gesagt, nicht geradeaus auf die Tiere zugehen, sondern respektvoll und langsam im Zickzack, so dass sie uns sehen können.“

Warnzeichen seien deutlich zu erkennen: Die Wisente schnaufen und scharren mit den Hufen, wenn sie nervös werden. Oder sie blocken, indem sich die erwachsenen Tiere schützend vor ihre Kälber stellen. Im Zweifelsfall hätten sie sich jedoch umgedreht und seien gegangen, gefährliche Situationen habe es nicht gegeben, schildert Heike Grebe. Besonders beeindruckt war sie von dem fürsorglichen und familiären Verhalten in der Herdenstruktur.

Ein Plädoyer für die Wisente

Bleibt das Rothaargebirge mit seinen weitläufigen Wäldern also weiterhin das Land der wilden Riesen oder nicht? Für Heike Grebe ist eines klar: „In Deutschland haben wir verlernt, mit wilden Tieren zu leben. In unseren Nachbarländern klappt das Leben mit Wisenten und Wölfen dagegen problemlos. Ich hoffe, ich kann mit meinem Film zeigen, wie sanftmütig und großartig die Wisente sind und dass sie ihren Platz im Rothaargebirge behalten sollten.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben