Naturschutz

Weidenhausen: Rotmilan wahrscheinlich von Windrad erschlagen

Dieser einjährige Rotmilan liegt auf einer Wiese nahe eines Windparks. Das Tier ist ein so genanntes Schlagopfer. Ein Rotorblatt hat den Rumpf des Vogels wie ein scharfes Messer durchtrennt und das Tier sofort getötet.

Dieser einjährige Rotmilan liegt auf einer Wiese nahe eines Windparks. Das Tier ist ein so genanntes Schlagopfer. Ein Rotorblatt hat den Rumpf des Vogels wie ein scharfes Messer durchtrennt und das Tier sofort getötet.

Foto: Privat

Weidenhausen.   „Das ist ein Schlagopfer. Eindeutiger geht es nicht“, sagt Michael Düben. Ein Spaziergänger hatte den Vogel im Windpark Osterholz gefunden.

Es ist ein sauberer Schnitt. Wie von einem scharfen Messer wurde der Rumpf des Rotmilans durchtrennt. Das Tier muss sofort tot gewesen sein. Gefunden wurde der Vogel am vergangenen Mittwoch auf einer Wiese im Osterholz bei Weidenhausen. Der Finder möchte anonym bleiben. Aber er hat den Fundort und Verletzungen des Greifvogels mit der Kamera dokumentiert, bevor er sich mit dem Kadaver an Michael Düben vom Naturschutzbund wendete.

„Das ist ein Schlagopfer. Eindeutiger geht es nicht“, sagt Düben. Schlagopfer heißt, der Rotmilan ist durch das Rotorblatt einer Windkraftanlage getroffen und getötet worden. Düben hat sich das Tier genauer angeschaut und vermutet anhand der Färbung des Stoßes - also der Schwanzfedern, dass es sich um ein etwa einjähriges Tier handeln könnte. Möglicherweise sei es auf der Futtersuche im Flug erwischt worden. Der Rotmilan ist zwar der größte Greifvogel der Region, ernährt sich aber vorwiegend von Aas. Dabei verschmähen die wegen ihres deutlich geformten Schwanzes auch als Gabelweihe bezeichneten Vögel auch keine anderen Schlagopfer, die auf den Wiesen unterhalb der Windkraftanlagen liegen können, erläutert Düben.

Er hat sowohl den Fundort als auch die entsprechenden Fotos an Tobias Dürr vom Landesamt für Umwelt in Brandenburg weitergeleitet; denn dort werden Schlagopfer für das gesamte Bundesgebiet registriert. Für Michael Düben ist dieser Rotmilan der erste Fall, in dem ein solcher Greifvogel durch eine Windkraftanlage getötet worden sein soll. Im Mai 2015 war in Bad Laasphe ein verletztes Tier gefunden worden, das später starb. Dieser Todesfall war seinerzeit von Tobias Dürr ebenfalls untersucht worden. Der soll den toten Rotmilan damals aber als Opfer einer Kollision mit einem fahrenden Zug eingestuft haben.

Vergleichbare Fälle

Im August vergangenen Jahres soll laut Michael Düben aber bei Wilnsdorf, nahe der Kalteiche, ein Rotmilan als Schlagopfer identifiziert worden sein.

Dass der geschützte Tierarten wie der Rotmilan, Schwarzstorch oder Fledermäuse durch Windkraftanlagen gefährdet sein können, ist Gegenstand der andauernden Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern der Windkraftanlagen und deshalb ein Politikum.

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