Artenschutz

Wisent-Bullen aus Berleburg werden in Rumänien ausgewildert

„Quinn“ (hier links) kam 2016 im Berleburger Besucherareal zur Welt. Jetzt wird er zusammen mit Quambo, Quentin und Quax nach Rumänien gebracht, um dort eine neue, freilebende Herde zu etablieren.

Foto: Wisent-Verein

„Quinn“ (hier links) kam 2016 im Berleburger Besucherareal zur Welt. Jetzt wird er zusammen mit Quambo, Quentin und Quax nach Rumänien gebracht, um dort eine neue, freilebende Herde zu etablieren. Foto: Wisent-Verein

Bad Berleburg.   Vier Bullen aus dem Berleburger Besucherareal sollen neue freilebende Populationen in Rumänien mitaufbauen. Trägerverein vermutet Nachwuchs.

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Die vier Bullen Quambo (geboren 2014), Quinn (2016), Quentin (2014) und Quax (2014) werden in einem Auswilderungsprojekt im siebenbürgischen Poieni ihre neue Heimat finden. Dort – und in einem weiteren Projekt im rumänischen Armenis – entstehen zwei neue freilebende Wisent-Populationen. Dabei arbeiten die Rumänen mit der Umweltorganisation WWF und dem Wisent-Gehege Springe zusammen.

Wisent-Trägerverein zieht Bilanz

Die Bilanz ist positiv, auch wenn das Wisentprojekt und sein Trägerverein 2017 ein besonders herausforderndes Jahr erlebt haben. Video: Lars-Peter Dickel
Wisent-Trägerverein zieht Bilanz

Innerhalb der nächsten vier Jahre wollen die „Romanina Wilderness Society“ unter ihrem Generaldirektor Adrian Hagatis und Exekutiv-Direktor Alexandu Bulacu jährlich jeweils 25 Wisente zusätzlich ansiedeln. Dafür holen sie Tiere aus verschiedenen europäischen Ländern ab: in diesem Mai neben Bad Berleburg auch aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg, dem Staatlichen Forstamt in Springe, dem Tierpark Berlin, dem Wisentgehege Neuburg-Schrobenhausen, dem Wildpark Leipzig, dem Gehege Donaumoos, dem Wisentreservat Damerower Werder, dem Parco Natura Viva in Bussolengo bei Verona in Italien und dem Reservat im rumänischen Bodzau.

Die Vorbereitung

Der erste Vorsitzende des Wisent-Vereins, Bernd Fuhrmann, betont die Bedeutung des Wisent-Umzugs: „Wir sind Teil eines internationalen Wisent-Netzwerks und genießen dort eine hohe Reputation. Es freut uns deshalb sehr, dass wir unseren Beitrag zur Stärkung des Artenschutzes und zum Aufbau einer neuen freilebenden Wisent-Population leisten können.“

Bereits im April 2018 waren die vier Bullen aus der „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“ einem Gesundheitscheck unterzogen worden. Sie mussten dafür von den anderen Tieren getrennt und narkotisiert werden, um Blutprobe entnehmen zu können. Dies alles geschah unter Aufsicht des Kreisveterinärs Dr. Ludger Belke sowie der Bad Berleburger Tierärzte Angelika und Ivan Hafner. Die Laborergebnisse zeigten keine Auffälligkeiten, so war auch der Wurmbefall aus dem Winter/Frühjahr 2018 vollständig ausgeheilt. Das gilt auch für die anderen Wisente, die in der Berleburger „Wisent-Wildnis“ verbleiben.

Der Umzug

Auch am Tag der Abreise am Dienstag waren Kreis- und lokale Tierärzte vor Ort. Ebenso Klaus Brenner vom Vorstand des Wisent-Vereins. Er berichtet: „Es hat alles reibungslos geklappt. Es gab keine Probleme. Der Umzug begann gegen 18 Uhr, und bereits gegen 19.30 Uhr waren alle vier Wisent-Bullen sicher und unversehrt im Fahrzeug untergebracht.“ Der Transport selbst erfolgt in einem speziellen tier- und artgerechten Fahrzeug mit allem Komfort für die Wisente.

Die Herausnahme der vier Jungbullen aus der Wisent-Gruppe im Bad Berleburger Besucherareal ist auch deshalb wichtig, um Inzucht zu vermeiden. Aktuell leben jetzt vier Wisente in der „Wisent-Wildnis“. Möglicherweise steht aber bald Nachwuchs ins Haus.

Mehr zum Thema „Wisente“ lesen Sie hier.

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