Artenschutz

Wisente im Schaugehege sind krank

Die Wisentkuh Fasel ist erkrankt. Das Muttertier hatte im vergangenen Jahr auch ein Kalb verloren. Derzeit behandelt der Tierarzt die Herde im Schaugehege.

Die Wisentkuh Fasel ist erkrankt. Das Muttertier hatte im vergangenen Jahr auch ein Kalb verloren. Derzeit behandelt der Tierarzt die Herde im Schaugehege.

Foto: Wolfram Martin

Wingeshausen.   Parasitenbefall schwächt Tiere. Tierarzt behandelt mehrere Wildrinder. Trägerverein des Artenschutzprojektes ist optimistisch.

Die Wisentkuh Fasel gibt ein Bild des Jammers ab. Das Tier aus der Herde im Schaugehege in Wingeshausen ist erkrankt, das zeigt sich auch dem Laien recht deutlich daran, dass die Kuh unter Durchfall leidet und sich nur staksig und steif fortbewegt. Auch andere Tiere aus der Herde – ein Jungbulle und die Kuh Faye – zeigen inzwischen ähnliche Symptome.

Die Heimatzeitung hat den Trägerverein des Wisentprojektes über diese Beobachtungen informiert und eine schriftliche Antwort der wissenschaftlichen Projektkoordinatorin Kaja Heising erhalten: „Wie Sie erhalten wir ebenfalls Rückmeldungen der Besucher über die momentane Situation. Wir wissen es sehr zu schätzen, dass sich diese Menschen um das Wohl der Tiere sorgen“, schreibt Heising an die Redaktion und fährt fort: „Selbstverständlich sorgen wir uns ebenfalls sehr um die Tiere und arbeiten bereits intensiv daran, den guten Gesundheitszustand, den wir in den vergangen fünf Jahren in der Herde beobachten konnten, wieder herzustellen.“

Die Heimatzeitung hat darüber hinaus Fragen an Kaja Heising gestellt.

Wie ist der Gesundheitszustand der Herde im Gehege?

Einzelne Tiere der Herde im Gehege sind in der Tat gesundheitlich beeinträchtigt. Dies äußerte sich durch Husten, Gewichtsverlust und Diarrhoe.

Wie werden die kranken Tiere untersucht/ behandelt?

Bei der ersten Symptomäußerung wurde der Tierarzt umgehend hinzugezogen. Es wurden Endoparasiten im Kot festgestellt. Diese Diagnose passt auf das Krankheitsbild. Die gesamte Herde – also nicht nur die Tiere mit Krankheitserscheinungen – wurde daraufhin antiparasitär behandelt. Diese Behandlung ist noch nicht abgeschlossen, da es sich um eine Akutbehandlung handelt, welche nach einigen Wochen wiederholt werden muss. Darüber hinaus wurde das Futtermanagement angepasst: Der Standort der Futterraufen wurde verlegt, der alte Futterstandort desinfiziert, neben dem herkömmlichen Futter werden die Tiere mit zusätzlichem Kraftfutter gefüttert, um sie wieder zu Kräften kommen zu lassen. Zum Tierarzt besteht ständiger Kontakt über die Entwicklung.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Erkrankung von Fasel und dem Tod ihres Kälbchens?

Die Kuh äußerte kurz nach dem Verenden des Kalbes die ersten Symptome. Dass ein Zusammenhang besteht, ist nicht auszuschließen. Ob das Kalb die Mutter, oder die Mutter das Kalb angesteckt haben könnte, können die Fachleute allerdings nicht sagen.

Woran ist das ältere Kalb gestorben, das vermisst und dann erst spät gefunden wurde?

Das ältere vermisste Kalb wurde erst zu einem Zeitpunkt gefunden, an welchem eine Obduktion nicht mehr aufschlussreich hätte sein können. Bei der Obduktion des jüngeren verendeten Kalbes wurden Seuchen jedoch ausgeschlossen!

Gibt es eine Vertretungsregelung für den erkrankten Wisentranger Jochen Born?

Der Stiefsohn Jochen Borns, selbst ebenfalls Landwirt und mit den Wisenten quasi großgeworden, übernimmt die Aufgaben zu einem großen Teil. Außerdem haben wir ein engagiertes Team aus unseren Angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeitern, die sich mit allen Kräften einsetzen. Die Koordination läuft über mich. Der Gesundheitszustand der Tiere und die temporäre Abwesenheit des Rangers stehen in keinem Zusammenhang.

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