Wisentprojekt

Wisentprojekt wegen Herdengröße und Inzucht in Kritik

Wie bereits im letzten Jahr, als um Pfingsten fünf Wisentkälber geboren wurden, so auch dieses Jahr: Pünktlich zu Pfingsten erblickten die ersten Kälber der frei im Rothaargebirge lebenden Wisente das Licht der „Wisent-Welt am Rothaarsteig“.

Wie bereits im letzten Jahr, als um Pfingsten fünf Wisentkälber geboren wurden, so auch dieses Jahr: Pünktlich zu Pfingsten erblickten die ersten Kälber der frei im Rothaargebirge lebenden Wisente das Licht der „Wisent-Welt am Rothaarsteig“.

Foto: Wolfram Martin

Bad Berleburg.   „Die Herde unterliegt einer natürlichen Populationsschwankung. Wenn sie bei 25 Tieren liegt, werden wir handeln“, sagt Dr. Michael Emmrich

Der Schmallenberger Lucas von Fürstenberg und seine Interessengemeinschaft Pro Wald haben wieder massiv Kritik am Wisentprojekt geübt. Diesmal geht es weniger um die Schälschäden in Laubwaldbeständen, die durch die frei lebenden Wildrinder entstehen, als viel mehr darum, dass die Herde ihre zugesicherte Maximalgröße erreicht haben soll und zudem auch Inzucht droht, weil der Leitbulle Egnar inzwischen seine Töchter decken könnte. Wir haben dazu den Pressesprecher des Wisentprojektes Dr. Michael Emmrich befragt:

http://Kritik_Sauerländer_Waldbesitzer-_Wisentherde_ist_zu_groß{esc#214636099}[news]Offensichtlich fühlen sich die Wildrinder im Rothaargebirge sehr wohl. Das zeigt ihre Reproduktionsrate. Wie kann trotz des stetigen Zuwachses eine bei Einrichtung des Projektes zugesicherte Herdengröße von maximal 25 Tieren eingehalten werden?

http://Nachwuchs_bei_frei_lebender_Wisentherde_am_Rothaarsteig{esc#214356711}[news]Dr. Michael Emmrich: Wir werden handeln, wenn sich die Frage stellt. Wir haben noch keine Bestätigung mit eigenen Augen dafür, dass die Herde 25 Tiere zählt. Außerdem sollten wir diese Zahl eher als Durchschnitt der Gesamtentwicklung betrachten. Das heißt, wir können morgen 26 Tiere haben und dann in ein paar Wochen wieder zwei natürliche Abgänge und liegen dann wieder unter der Zahl von 25. Die Herde unterliegt einer natürlichen Populationsschwankung. Wenn sie dauerhaft bei 25 Tieren liegt, werden wir handeln.

http://Wisentherde_im_Kreis_Olpe_bisher_nur_ein_Phantom{esc#214635355}[news]Die Inzucht-Debatte ist nicht neu. Nach Aussagen des Trägervereins war es bislang schwierig, eine geeignete neue Heimat für den Bullen Egnar zu finden. Die Umsetzung der vier Bullen Quambo (geboren 2014), Quinn (2016), Quentin (2014) und Quax (2014) aus dem Schaugehege in ein Projekt in Rumänien widerspricht dieser These. Woran scheitert also das Einfangen von Egnar bislang und wann wird der Bulle ausgetauscht?

Die vier Namen haben Sie jetzt aber von einem Zettel abgelesen. So schnell habe ich die auch nicht hintereinander (lacht).

http://Wisent-Streit_beschäftigt_jetzt_auch_den_Bundesgerichtshof{esc#214299415}[news]Aber ganz im Ernst: Wir haben ein gutes Netzwerk, aber trotzdem ist nicht so einfach für einen kleinen Verein wie den unseren, jemanden zu finden, der Egnar aufnimmt. Außerdem muss eine Genehmigungen beantragt werden, um das Tier zu sedieren. Wir müssen ihn finden, betäuben und einen Transport organisieren.

Können Sie noch etwas zur Zeitschiene sagen?

Wir arbeiten daran und werden das so schnell wie möglich umsetzen.

http://Waldbauern_sehen_Abschuss_der_Wisente_als_letztes_Mittel{esc#214250285}[news]Wenn Egnar aus der Herden genommen wird. Wer tritt dann an seine Stelle oder wird er durch die anderen Bullen in der Herde ersetzt?

Die anderen Bullen sind noch zu jung. Das heißt, wir werden einen anderen erwachsenen Bullen holen. Das ist auch für die genetische Vielfalt der Wisentpopulation wichtig.

http://Forschertag_in_der_Wisentwildnis_am_Rothaarsteig{esc#214387127}[news]Im Schaufenster des Projektes, der Wisent-Wildnis in Wingeshausen ist die dortige Herde trotz des Nachwuchses aber durch die Umsetzung der vier Jungbullen deutlich geschrumpft. Gibt es Pläne, die Zuschauerattraktion wieder durch Zuwachs aufzupeppen, oder gegebenen falls Tiere aus der freilebenden Herde umzusetzen?

Wir messen den Erfolg des Wisentprojektes nicht an den Besucherzahlen in der Wildnis, die hat schließlich keinen Zoocharakter. Das Schaugehege soll einen Eindruck davon vermitteln, die wie Wisenten der freien Herde leben. Die Zahl der Tiere ist dafür zweitrangig. Außerdem haben wir auch dort zunächst mit einer kleinen Gruppe von Tieren angefangen.

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