Kommentar

Wittgenstein darf den Boom nicht verschlafen

Lars-Peter Dickel leitet die Lokalredaktion Wittgenstein.

Lars-Peter Dickel leitet die Lokalredaktion Wittgenstein.

Foto: Sascha Kertzscher / WP

Sonst fahren die Camper einfach vorbei, statt Geld in Geschäften und Gastronomie zu lassen.

Ich bin selbst mit dem Reisemobil unterwegs, auch gerne auf Messen wie dem Caravan-Salon in Düsseldorf und kann es bestätigen: Camping boomt. Seit Jahren nehmen die Zulassungszahlen bei Wohnmobilen und Wohnwagen zu.

Corona hat diesen Trend verstärkt, weil man mit seinem eigenen Schneckenhaus samt Küche, Bad und Toilette reisen kann. Die Unabhängigkeit ist ein gutes Argument und dass man dem schönen Wetter hinterherfahren kann ein anderes. Ganz unabhängig sind Camper aber nicht. Sie brauchen Stell- oder Campingplätze. Und hier hat Deutschland Nachholbedarf. Wer heute nicht im Vorfeld bucht, geht oft leer aus oder sucht sich halblegal abgelegene Wanderparkplätze für eine Nacht. Auch Wittgenstein hinkt hinterher. Es gibt nur einen Campingplatz, die Stellplätze reichen nicht aus und die Ver- und Entsorgungsstationen sind teils veraltet. Wenn wir als Urlaubsregion mithalten wollen, müssen wir investieren. Sonst fahren die Camper einfach vorbei, statt Geld in Geschäften und Gastronomie zu lassen.

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