Schule & Bildung

Wittgenstein: Gemeinsam Lernen mit organisatorischen Hürden

Gemeinsam lesen in der Bibliothek. Ob Kinder mit einer Lernschwäche auf eine Förder- oder Inklusionsschule gehen, ist für den Ausbau ihrer Lese- und Schreibkompetenzen kaum von Bedeutung. Die Regel ist aber inzwischen der Besuch einer Regelschule.

Gemeinsam lesen in der Bibliothek. Ob Kinder mit einer Lernschwäche auf eine Förder- oder Inklusionsschule gehen, ist für den Ausbau ihrer Lese- und Schreibkompetenzen kaum von Bedeutung. Die Regel ist aber inzwischen der Besuch einer Regelschule.

Foto: Arne Dedert

Bad Laasphe.  Unterricht für Schüler mit und ohne Förderbedarf wird immer mehr zur Regel. Derweil kämpft die Lachsbach-Schule um geregelten Schulbetrieb.

Stichwort „Inklusion“: Der gemeinsame Unterricht für Kinder und Jugendliche mit und ohne Förderbedarf an den weiterführenden Schulen Wittgensteins wird immer mehr zur Regel. Unterdessen kämpft die Lachsbach-Schule in Bad Laasphe als Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung, Sprache um einen möglichst geregelten Betrieb für ihre rund 70 Schülerinnen und Schüler.

Die Abordnungen

Denn: Von ihren 16 Sonderpädagogen im Kollegium ordnet die Lachsbach-Schule ständig einige als Förder-Lehrer in die weiterführenden Schulen ab – zumindest stundenweise. Für das nächste Schuljahr 2019/20 wird das Kontingent bei sieben Förder-Lehrern liegen. Und diese „Abordnungen machen uns im personellen Bereich sehr zu schaffen“, sagt Schulleiter Frank Schmidt im Gespräch mit unserer Redaktion – erst recht, wenn dann auch noch Krankheitsfälle im Kollegium hinzukämen.

Das gemeinsame Lernen

Ausgewiesene „Schule des gemeinsamen Lernens“ in Wittgenstein ist laut Schmidt die Städtische Realschule in Bad Berleburg. Hier werden in sechs fünften bis neunten Klassen derzeit 21 Kinder mit Förderbedarf unterrichtet – die meisten von ihnen haben eine Lernschwäche. Zwei Förder-Lehrer aus Bad Laasphe sind in der Realschule aktiv. Grundsätzlich stehe gemeinsames Lernen aber beispielsweise auch in der Realschule Erndtebrück auf dem Stundenplan, so Frank Schmidt – und in der Bad Berleburger Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Hauptschule: Dort sollen zum neuen Schuljahr 29 Kinder mit Förderbedarf unterrichtet werden. Schmidt selbst als Leiter der Lachsbachschule ist unterdessen in den beiden städtischen Gymnasien Bad Berleburg und Bad Laasphe beratend unterwegs, um dort in Gesprächen den Förderbedarf für die nächste Zeit auszuloten.

Die Grundschulen

Für Erstklässler mit Förderbedarf ist der Besuch der Grundschule – bis auf wenige Ausnahmen – bereits klarer Standard. In die Wittgensteiner Grundschulen entsende die Lachsbach-Schule allerdings keinen ihrer Lehrer, so Schmidt. Denn die Grundschulen seien in der Regel personell „gut genug ausgestattet“, könnten außerdem auch selbst Stellen ausschreiben, etwa für die sonderpädagogische Förderung.

In der Lachsbachschule

Und der Alltag in der Lachsbachschule? Läuft, so Schmidt – aber es sei organisatorisch eben nicht immer einfach. So sei Arbeitsmarkt bei den Sozialarbeitern und Sozialpädagogen „leergefegt“, sei es schwierig, hier bei Bedarf Personal zu finden.

Glücklich ist Frank Schmidt über eine Sozialpädagogin, die über die Stadt Bad Laasphe als Schulträger eingestellt worden sei. Außerdem kooperiere die Schule mit dem CJD Siegen-Wittgenstein in der Schulsozialarbeit. Und schließlich seien da noch die sieben Integrationshelferinnen, die sich um einzelne Kinder im schulischen Alltag kümmerten.

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