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Wittgensteiner Heimatverein will zukunftssicher werden

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Dieter Bald, Joachim Völkel, Bernd Stremmel (hinten, von links), Otto Marburger und Heinrich Imhof (vorne, von links) in der Bibliothek.

Dieter Bald, Joachim Völkel, Bernd Stremmel (hinten, von links), Otto Marburger und Heinrich Imhof (vorne, von links) in der Bibliothek.

Foto: Lisa Klaus / WP

Bad Berleburg.  Auch Historiker müssen in die Zukunft blicken: Das hat der Wittgensteiner Heimatverein erkannt und will aktiv um neue Mitglieder werben.

Auch ein Verein, der von Haus aus in die Vergangenheit blickt, muss sich für die Zukunft aufstellen, um zu überleben und das eigene Wissen weiterzugeben. Der Wittgensteiner Heimatverein beschäftigt sich eigentlich mit der vielfältigen Geschichte der Region und bringt drei Mal im Jahr für seine Mitglieder ein Heft voller historischer Informationen heraus. Jetzt hat der Vorstand um den Vorsitzenden Otto Marburger jedoch eine Zukunftswerkstatt initiiert, um neue, junge Mitglieder zu gewinnen.

„Anfang der 2000er hatten wir weltweit 1200 Mitglieder weltweit, heute sind es 700“, macht Heinrich Imhof, der für die Bibliothek des Vereins verantwortlich ist, deutlich. „Das macht uns natürlich Sorgen. Wir wollen gerne auch jüngere Leute in den Verein holen“, ergänzt Dieter Bald, seines Zeichens für den Versand der Hefte – das Premiumprodukt des Vereins, wie die Mitglieder betonen – verantwortlich.

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Nicht nur jüngere, auch weibliche Mitglieder sind ausdrücklich erwünscht, um den Verein in die Zukunft zu Tragen. „Frauen haben einen ganz anderen Blick auf solche Dinge und Ideen, die uns vielleicht nicht kommen würden“, so Marburger. Klar ist: Der Verein braucht und will frischen Input. Einen großen Anteil der Attraktivität macht dabei die Internetseite eines solchen Vereines aus.

Die Internetseite

Dafür zuständig ist beim Wittgensteiner Heimatverein Joachim Völkel. „Man muss sich der Notwendigkeit der digitalen Präsenz bewusst sein. Die ist heute sehr wichtig, genau wie die digitale Ansprechbarkeit eines Vereins“, erklärt Völkel, der die Seite immer auf dem aktuellsten Stand hält – was für einen Heimatverein gar nicht selbstverständlich ist, betonen die Vorstandsmitglieder. Das Premiumprodukt der Seite ist die Bibliografie: „470 Seiten sind zum Download als PDF verfügbar“, so Völkel.

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Die Bibliografie soll die Suche nach Veröffentlichungen, die im weitesten Sinne mit der Region Wittgenstein in Zusammenhang stehen vereinfachen. Das Verzeichnis von Literaturnachweisen zur Region Wittgenstein liefert Literaturnachweise zu zahlreichen Themen wie Ahnenforschung, Auswanderung, Bevölkerung und Bevölkerungsentwicklung, Kirche, Münzwesen oder auch Mundartliches. Mundartliches ist auch unter der Kategorie „Wittgensteiner Wörterbuch“ zu finden.

„Es ist als eine Art Vokabularium zu verstehen“, erklärt Marburger. Gleichzeitig ist Dieter Bald mit der Digitalisierung aller herausgebrachten Hefte – auch jene des Vorgängervereins – beschäftigt.

Das Wittgensteiner Platt

Dem Verein liegt es am Herzen, das Wittgensteiner Platt zu retten. „Wir wollen den Verein nach außen hin öffnen und die Leute an den Verein heranführen. Dafür haben wir unter anderem ein Projekt zum Wittgensteiner Platt angedacht“, erklärt 2. Vorsitzender Bernd Stremmel. Es könnte zum Beispiel ein Arbeitskreis gegründet werden, in dem nur Platt gesprochen wird.

„Eigentlich könnte man dann auch zwei Gruppen bilden: Eine für das Lahntal und eine für das Edertal, denn da gibt es schon Unterschiede“, so Stremmel. Bei der geplanten Jahreshauptversammlung am 26. März will der Verein gemeinsam Ideen erarbeiten, um sich für die Zukunft aufzustellen.

Weitere aktuelle Infos zum Heimatverein gibt es online unterwww.wittgensteiner-heimatverein.de

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