Respekt und Akzeptanz

Wittgensteiner Initiative will menschenfreundlichere Haltung

Symbolbild. Die Initiative „Wir machen was“ wollen eine menschenfreundlichere Haltung in der Gesellschaft. Foto:

Symbolbild. Die Initiative „Wir machen was“ wollen eine menschenfreundlichere Haltung in der Gesellschaft. Foto:

Foto: Uwe Anspach / dpa

Bad Berleburg.  Die Initiative „Wir machen was!“ will mehr Respekt und Akzeptanz für Randgruppen in der Gesellschaft erreichen.

„Ein Feuerwerk für eine menschenfreundlichere Haltung“ will Susanne Bald zusammen mit Georg Sunke, Frank Korthals und Thorsten Fischer von der noch jungen Initiative „Wir machen was!“ zünden. Noch steht die Initiative am Anfang, doch wo sie hin will, ist den Mitgliedern bereits klar. „Niemand wird von heute auf morgen rechtsextrem. Das ist ein Prozess und den gilt es, zu unterbrechen“, betont Thorsten Fischer.

Hilfestellung gibt dabei Leroy Böthel von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus , der extra für das Arbeitstreffen der Initiative am Montag zwei Stunden im Auto angereist ist. „Wir unterstützen Organisationen und Initiativen, die sich gegen Rechtsextremismus und Neonazismus stellen“, erklärt Böthel und fügt hinzu: „Wir schauen dann, wie sich die Situation vor Ort darstellt und wo das Bündnis hin will.“

Gesellschaft soll sensibilisiert werden

Dabei gebe es selten vorgefertigte Konzepte – vielmehr recherchiert die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus vor Ort und bringt in Erfahrung, was für Vorfälle es schon gegeben hat. „Ich bin Soziologe, wir gucken immer erst, dass wir mit den Menschen sprechen, welche Ziele sie haben und schauen, ob und wie wir sie an der einen oder anderen Stelle unterstützen können“, sagt Böthel. Am Montag fand ein erstes Kennenlernen zwischen Böthel und den Mitgliedern der Initiative statt.

Die Gesellschaft soll sensibilisiert werden für das Problem, dass Randgruppen diffamiert und benachteiligt werden – das will die Initiative. „Wir sind nicht links oder grün sondern überparteilich“, betont Fischer. Es gehe allein um den Respekt füreinander.

Negativ-Beispiele aus Wittgenstein

Dass der hier und da in Wittgenstein nicht nur zu wünschen übrig lasse sondern sogar fehle, wissen die Mitglieder der Initiative zu berichten. „Wir haben hier einen gesellschaftlichen Brauchtumsextremismus. Die Menschen auf den Dörfern wissen manchmal gar nicht, wie extremistisch sie denken“, gibt Bald zu bedenken und berichtet zum Beispiel von Jugendlichen, die nach einer durchzechten Nacht rechtsextremistisches Liedgut von sich geben würden.

Schon die Sprache sei problematisch – wenn Großeltern zum Beispiel teilweise noch negativ behaftete Ausdrucksweisen an ihre Enkel weitergeben. An der Stelle, wo die vielleicht noch unbedarfte Nutzung eben solcher Sprache in Überzeugung und Taten übergeht, will die Initiative ansetzen und gleichzeitig die Menschen anziehen, die sich gegen Extremismus positionieren wollen.

Zu diesem Zweck wollen sie Schulungen und Vorträge planen oder Aktionen wie „Brownies essen gegen Rechts“ im Oktober veranstalten. Am Samstag, 21. September, werden die Mitglieder mit einem Info-Stand vor der Sparkasse Wittgenstein in Bad Berleburg zugegen sein, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen.

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