Soziales

Zukunft der DRK-Kleiderkammer Berleburg noch ungewiss

Die Kleiderkammer in der Flüchtlingsunterkunft wird von Luise Dickel geleitet. Zu den insgesamt 20 ehrenamtlichen Helferinnen gehören auch Mechthild Spies, Annemarie Lückel und Margret Pott (von links).

Die Kleiderkammer in der Flüchtlingsunterkunft wird von Luise Dickel geleitet. Zu den insgesamt 20 ehrenamtlichen Helferinnen gehören auch Mechthild Spies, Annemarie Lückel und Margret Pott (von links).

Foto: Lars-Peter Dickel

Bad Berleburg.   Nach der Schließung der Flüchtlingsunterkunft: Ehrenamtliche des DRK und Stadt Bad Berleburg suchen nach Lösungen für eine Fortführung.

Das Team der DRK-Kleiderkammer an der Herrenwiese, das bisher Spenden mit gut erhaltener Kleidung und mehr für die Flüchtlinge in der Unterkunft am Spielacker gesammelt hat, möchte sein Engagement gerne weiterführen – ganz allgemein für Bedürftige in Bad Berleburg und Umgebung. Die Unterkunft, die bereits jetzt leer steht, soll endgültig im August schließen. Allerdings muss sich das Team womöglich einmal mehr nach neuen Räumen umsehen.

Schnelle Hilfe nach dem Brand

Dank des Angebots der Kleiderkammer derzeit im früheren Autohaus Müller, Herrenwiese 25, konnte zum Beispiel der Besitzerin des teilweise ausgebrannten Wellness-Hotels an der Astenbergstraße und ihren Mitarbeitern ganz unkompliziert mit Ersatz-Textilien geholfen werden. Für Karin Bultink und ihr Team habe sie mit einer Kollegin zusammen die Türen der Kammer „extra geöffnet“, so Luise Dickel, Leiterin des ehrenamtlichen Kleiderkammer-Teams – das sei in so einer Not-Situation doch „ganz selbstverständlich“. Da fand sich dann auch für die beiden Kleinkinder eines der Hotel-Mitarbeiter passende Kleidung und sogar ein Laufställchen.

Bisher seien die Kleider ja stets für die Flüchtlinge in der Unterkunft reserviert gewesen, erläutert Luise Dickel. Aber persönliche Notlagen von Mitbürgern wie momentan die des Hotel-Teams könne es immer wieder geben, sagt die Leiterin. Und: „Wir haben ja auch unter uns Deutschen genug Leute, die unter der Armutsgrenze leben.“

Wie also weiter mit der Kleiderkammer, deren Miete bislang der DRK-Betreuungsdienst in der Unterkunft gezahlt hat? An eine Schließung mag Luise Dickel auf gar keinen Fall denken: „Da verschenken wir die Ware aber vorher...“

Spendenbereitschaft ungebrochen

Im Moment sei die Kleiderkammer geschlossen, so Dickel. Noch bis Ende des Monats könne man die Räume an der Herrenwiese nutzen, dann laufe der Mietvertrag aus. Jetzt hofft die Leiterin, dass die Vermieter sagen: Es kann dort weitergehen. Es müsse einfach, findet Dickel, denn: „Die Leute spenden weiter Kleidung.“ Und ein Teil der Kleider-Spenden sei ja auch noch in der Unterkunft eingelagert. Im Grunde brauche die Kleiderkammer eine Fläche von etwa 120 Quadratmetern, um die wertvolle Ware den Kunden auch ansprechend präsentieren zu können – wie das in einem Ladengeschäft eben so üblich sei.

Für die Kleiderkammer denkbar wären auch Räume der ehemaligen Salzmann-Schule auf dem Stöppel, die noch bis Ende Januar vergangenen Jahres als „Außenstelle MB 5 Bad Berleburg“ des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) genutzt wurde.

Spruchreif ist noch nichts

Auf Anfrage unserer Zeitung signalisieren die Eigentümer in der Herrenwiese, gerne auch weiterhin für Zwecke der Kleiderkammer vermieten zu wollen. Diese Einrichtung müsse erhalten bleiben – nicht nur für zugewiesene Flüchtlinge in der Stadt, sondern für alle Bedürftigen in der Bevölkerung aus dem Raum Wittgenstein. Auch im Bad Berleburger Rathaus stößt das Engagement des Kleiderkammer-Teams auf Wohlwollen. Regina Linde, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste, kann sich „sehr gut vorstellen“, dass dieses Angebot weiter besteht für zugewiesene Flüchtlinge, die in der Odebornstadt leben – und darüber hinaus generell für alle Bedürftigen, „die Interesse daran und Zugang zur Tafel“ haben. „Wir würden das Angebot der Damen gerne weiter in Anspruch nehmen“, sagt Linde. Derzeit werde verwaltungsintern geprüft, wie man das räumlich und auch finanziell umsetzen könne. Grundsätzlich denkbar: Die Stadt übernimmt vom DRK-Betreuungsdienst die Regie. Oder: Die Ehrenamtlichen aus dem Team schließen sich zu einer Initiative zusammen – und Stadt zahlt Zuschüsse. Spruchreif ist da aber noch nichts.

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