Corona-Überblick

Corona NRW: Land erlaubt mehr Personen bei Veranstaltungen

Masken: Warum eine freie Nase das Infektionsrisiko erhöht

China und Corona: Kann man Studien aus dem Land trauen? Welche Rolle spielt die Nase bei der Übertragung? Virologe Prof. Dittmer im Interview.

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Essen.  Das NRW-Kabinett hat am Sonntag Änderungen der Coronaschutzverordnung und der Coronaeinreiseverordnung beschlossen. Corona in NRW im Überblick.

  • Abstands- und Maskenpflicht bleiben wohl bis über den 15. Juli hinaus bestehen. Insgesamt werden die Corona-Regelungen in NRW weiter gelockert: Was in NRW erlaubt ist und was nicht.
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Corona: NRW-Kabniett beschließt Änderungen der Coronaschutzverordnung

Das nordrhein-westfälische Kabinett hat am Sonntag Änderungen für die Coronaschutzverordnung und die Coronaeinreiseverordnung beschlossen und sie bis zum 11. August 2020 verlängert. Nach Mitteilung des Ministeriums sind neben den allgemeinen Hygieneregeln die drei Grundregeln weiterhin unerlässlich: das Abstandsgebot, das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung und die Sicherstellung der Nachverfolgbarkeit der Infektionsketten.

In der Coronaschutzverordnung werden jedoch die Personengrenzen für Veranstaltungen erhöht. Das betrifft vor allem Feste aus besonderem Anlass, insbesondere Hochzeiten, die bei Sicherstellung der Kontaktnachverfolgung der Teilnehmenden nun mit bis zu 150 Personen gefeiert werden dürfen. Gleiches gilt für Beerdigungen. Bei Kultur- und sonstigen Veranstaltungen wird der Schwellenwert, ab dem ein Hygienekonzept vorgelegt werden muss, von 100 auf 300 Personen angehoben. Die Personenbegrenzung beim Kontaktsport in der Halle wird von zehn auf 30 Personen erhöht. Auch die zulässige Zuschauerzahl wird von 100 auf 300 erhöht.

Wichtige Änderungen gibt es auch zur Einreise aus Risikogebieten: In der Coronaeinreiseverordnung wird ab sofort dem Umstand Rechnung getragen, dass ausreichende Testkapazitäten vorhanden sind, um die prinzipiell gewünschten Testungen der Einreisenden und Rückreisenden aus festgelegten Risikoländern durchzuführen. Die Ausnahmen von der Quarantänepflicht wurden reduziert. Insbesondere werden Beschäftigte aus „kritischen Infrastrukturen“, die nun ihren Sommerurlaub in einem Risikogebiet verbringen, nicht mehr automatisch von der Quarantänepflicht ausgenommen, sondern nur nach einem negativen Test. Dasselbe gilt, wenn im Risikogebiet ein Verwandtenbesuch erfolgt ist.

Kampf gegen Corona: Köln greift nach Corona-Verstößen durch

Sperrstunden ignoriert, überfüllte Bereiche vor den Gaststätten, schlechte Luft in den Gasträumen - Kölner Ordnungskräfte haben am Wochenende in Kölns großer Studentenmeile „Kwartier Latäng“ bei Verstößen gegen die Corona-Regeln durchgegriffen. Zahlreiche Gaststättenbetreiber hätten die Hygiene-Vorgaben missachtet. Allein in der Nacht zu Samstag erhielten den Angaben zufolge 15 Gaststättenbetreiber Anzeigen wegen Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung, die Sperrzeitenregelung und wegen Lärmverstößen. Anders wohl in Düsseldorf: Die Stadt teilte mit, die Altstadt sei zwar gut besucht gewesen, aber es habe keine außergewöhnlichen Corona-Einsätze von Ordnungskräften gegeben.

Corona in NRW - Bei Schnupfnase Kita-Verbot: Breite Kritik an Corona-Vorgaben

Der Ausschluss von Kitakindern mit geringfügigen Krankheitssymptomen von der Betreuung stößt auf breite Kritik. Sowohl Kinderärzte als auch Alleinerziehende, Gewerkschafter und Oppositionspolitiker fordern von der Landesregierung neue, praxistaugliche Corona-Schutzregeln.

Der Verband der Kinder- und Jugendärzte habe deshalb das Robert Koch-Institut gebeten, „Krankheitskriterien, die ein Fernbleiben von der Kita auslösen, risikoangepasst und umsetzbar zu präzisieren“, berichtete der Sprecher des Landesverbands Nordrhein, Edwin Ackermann, der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Die jetzige Regelung werde ansonsten „im Herbst zu einem Kollaps der Eltern und unsäglichen Praxisorganisationsproblemen führen“, warnte der Kinderarzt aus Tönisvorst. „Kinder werden völlig sinnlos laufend aus der Betreuung heraus genommen.“

Ackermann stellte fest: „Im derzeitigen Praxisalltag erleben wir Kinder- und Jugendärzte teilweise groteske Veranlassungen für Kita-Verbote - zum Beispiel Mückenstiche, laufende Nasen bei bekannter Gräserpollenallergie, Husten bei bekanntem und gut eingestelltem Asthma bronchiale, juckende Hautausschläge durch Schwitzen bei bekannter Neurodermitis.“ Dabei sei den Erzieherinnen kein Vorwurf zu machen, da sie letztlich selbst keinen Spielraum hätten und nicht abschätzen könnten, ob das betreffende Kind nun relevant krank sei oder nicht. Das unterstreicht auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Das Familienministerium plant vorerst allerdings keine Neuregelungen. Die derzeitigen Empfehlungen zum Umgang mit kranken Kitakindern gälten zunächst bis Ende August, teilte ein Sprecher mit. Die Umsetzung der Empfehlungen obliege den Trägern und Leitern der Kitas sowie Kindertagespflegestellen vor Ort.

Sperrstunde in der Düsseldorfer Altstadt bei zu hohen Infektionszahlen

Düsseldorf hat weiter mit hohen Corona-Zahlen zu kämpfen. Damit aus der Düsseldorfer Altstadt kein zweites Ischgl wird, hat die Stadt einen Drei-Stufen-Plan beschlossen. Bei zu hohen Infektionszahlen soll es eine Sperrstunde geben.

Ab Inzidenzwert 30 - also mehr als 30 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen - gilt ab Mitternacht ein Musikverbot in den Gaststätten und ein Verweilverbot in bestimmten Bereichen der Altstadt ab 22 Uhr. Dann darf außer Haus auch kein Alkohol mehr verkauft werden.

Ab Inzidenzwert 40 wird zusätzlich eine Sperrzeit für die Altstadt bis 1 Uhr verhängt. Ab Inzidenzwert 50 darf nur noch die Speisegastronomie öffnen. „Düsseldorf ist derzeit von einem kritischen Wert noch weit entfernt“, sagte Geisel. „Wir dürfen in unserer Aufmerksamkeit jetzt nicht nachlassen, damit dies auch so bleibt.“ Am Donnerstag lag die Inzidenz nur noch bei 11, so Gesundheitsamtsleiter Klaus Göbels.

Ein paar Kilometer rheinabwärts in Köln wird nach mehreren Menschen-Ansammlungen rund um die Vogelsanger Straße nun über einen riesigen Biergarten diskutiert. Die Idee: Mit einer neuen Anlaufstelle könnten die bisherigen Feier-Hotspots entlastet werden. Eine entsprechende „Ideen-Skizze“ der IG Gastro - einem Kölner Gastronomie-Netzwerk - sei am Freitag von Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Corona-Krisenstab zum Thema gemacht worden, sagte eine Stadtsprecherin. Am Montag soll es erste Gespräche mit den Beteiligten geben.

Kriminalität in der Corona-Krise - die Bilanz von NRW-Innenminister Herbert Reul

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zieht aus polizeilicher Sicht eine vorläufige Bilanz zur Kriminalitätsentwicklung während der Corona-Pandemie in Nordrhein-Westfalen und zu Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung des Landes. Die wichtigsten Infos:

  • Die Gesamtkriminalität ist seit Beginn der Corona-Krise rückläufig. Zwischen Anfang März und Ende Juni gab es 365.676 Strafanzeigen, mehr als 100.000 weniger als im Vorjahreszeitraum, ein Minus von rund 23 Prozent.
  • Die Zahl der Einbrüche ging um 30 Prozent zurück, die der Raubdelikte um 26 Prozent, die der Taschendiebstähle um 39 Prozent.

  • Die Zahlen bei Straftaten gegen ältere Menschen sanken um elf Prozent, Fälle von häuslicher Gewalt um 21 Prozent.
  • Es handele sich um vorläufige Zahlen, betonte Reul. Eine endgültige Bilanz gebe es erst mit der Veröffentlichung der polizeilichen Kriminalstatistik im kommenden Jahr.
  • Es gibt tausende Verstöße gegen die Infektionsschutzverordnung. Dabei sind die Personalien von rund 50.000 Menschen aufgenommen worden. Mehr als 14.000 Ordnungswidrigkeitenanzeigen und mehr als 900 Strafanzeigen schrieb die Polizei. Große Probleme gab es unter anderem am Oster-Wochenende. Mit Beginn der Lockerungen sank die Zahl der Verstöße. Mitte Juni gab es dann wieder eine Zunahme. So gab es illegale Versammlungen unter anderem auf einer Rheinfähre in Düsseldorf und bei einer Rave-Party in Essen mit mehreren hundert Teilnehmern.

  • Durch falsche Anträge auf Corona-Soforthilfe sind bislang rund fünf Millionen Euro Schaden entstanden. Dies müsse man aber in Relation zur Gesamtauszahlung von 4,5 Milliarden Euro sehen.
  • Im Kreis Gütersloh halfen 900 Polizisten nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies aus.

Corona: So entwickeln sich die Infektionszahlen in NRW und Deutschland

Wie entwickelt sich die Zahl der Coronavirus-Infektionen in diesen Tagen? Sie steigt weiter, aber langsamer. Die Statistiken finden Sie in unserem Monitor für Nordrhein-Westfalen und im Überblick für ganz Deutschland mit allen Details.

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