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Corona NRW: Intensivstationen wieder so voll wie im Januar

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Impfung: Warum nur noch ältere Menschen Astrazeneca bekommen

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Woher weiß man, dass Ältere nach einer Astrazeneca-Impfung nicht von starken Nebenwirkungen betroffen sind? Virologe Dittmer klärt auf.

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Essen.  Die Zahl der Corona-Intensivpatienten steigt in NRW auf 931 - so viele wie zuletzt Mitte Januar. Die Zahl der Kliniken im Regelbetrieb sinkt.

Obwohl die Inzidenzwerte über das Osterwochenende weiter gesunken sind in NRW, steigt die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen weiter: Das geht aus dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervor.

Demnach stieg die Zahl der Patientinnen und Patienten auf 931 - so viele wie seit dem 15. Januar nicht mehr. 681 der 6364 Intensivbetten in NRW sind noch frei. Das entspricht 14 Prozent der Gesamtkapazität. Darüber hinaus kann NRW auf eine Notreserve von weiteren 2449 Intensivbetten zurückgreifen - die medizinische Versorgung ist also aktuell landesweit betrachtet nicht gefährdet.

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Gelsenkirchen, Hochsauerlandkreis und Märkischer Kreis melden Engpässe

Wie aus unserem interaktiven Klinikmonitor hervorgeht, steigt aber die Zahl der Krankenhäuser, die komplett ausgelastet sind: 301 der bundesweit meldenden 1.236 Krankenhäuser gelten am Donnerstag als ausgelastet - das entspricht einem Anteil von 24 Prozent. Erstmals seit Anfang Februar übersteigt die Anzahl der Kliniken im eingeschränkten Betrieb zudem die Zahl der Häuser, die regulär arbeiten können: Landesweit können 93 Krankenhäuser einen Regelbetrieb anbieten, in 122 Krankenhäusern ist nur noch eingeschränktes Arbeiten möglich. Und weitere 76 Häuser berichten, dass sie durch den Patientenzuwachs teilweise eingeschränkt sind - Tendenz steigend.

Viele der Krankenhäuser mit Engpässen liegen in NRW: So melden etwa die Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen eine komplette Auslastung sowohl der Standard-Intensivbetten als auch der "High Care"-Intensivbetten für schwere Fälle. Gleiches gilt für das Bergmannsheil und das St.-Marien-Hospital in Gelsenkirchen-Buer. Das Bild entspricht der Entwicklung der Corona-Fallzahlen in Gelsenkirchen: Dort wurde am Ostersonntag erstmals wieder eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 gemeldet. Zwar hat sich der Inzidenzwert seither entspannt - dies wird aber auf den "Feiertags-Effekt" geschoben, die Zahl der tatsächlichen Neuinfektionen dürfte höher liegen.

Auch in anderen Städten und Regionen in NRW spitzt sich die Lage in den Krankenhäusern zu: So etwa im von hohen Fallzahlen betroffenen Märkischen Kreis, wo von acht Krankenhäusern drei komplett ausgelastet sind und zwei weitere Krankenhäuser erste Engpässe melden. Auch im Hochsauerlandkreis gibt es weniger freie Betten: Von insgesamt neun Kliniken sind zwei komplett ausgelastet, weitere drei melden erste Engpässe.

In Essen ist das Huyssen-Stift bereits voll ausgelastet, alle anderen neun Krankenhäuser der Stadt melden Engpässe.

Die größte NRW-Stadt Köln hatte im Gegensatz zu anderen Großstädten auf Lockerungen wie das verzichtet - wegen der "besorgniserregenden Situation auf den Intensivstationen", wie Krisenstabsleiterin Andrea Blome der Nachrichtenagentur dpa sagte. Die Zahlen mahnen die Verantwortlichen weiter zur Vorsicht: Von den 17 Krankenhäusern in der Domstadt sind sieben völlig ausgelastet, weitere neun melden Engpässe.

Bundesweite Reserve von bis zu 12.000 Intensivbetten

Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft gab es vor der Corona-Krise bundesweit rund 28.000 Intensivbetten, davon 22.000 mit Beatmungsmöglichkeit. Diese waren durchschnittlich zu 70 bis 80 Prozent belegt. Durch Corona wurden die Kapazitäten ausgebaut: So wurde die die Zahl der für Covid-19-Patienten geeigneten Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit auf mehr als 28.000 gesteigert. Zusätzlich steht eine Reserve bereit, die innerhalb einer Woche aktiviert werden kann. Diese Reserve schwankt je nach Personalsituation zwischen 10.000 und 12.000 Betten.

Die Details zum Corona-Gipfel lesen Sie hier:

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