Corona-Lage

Corona NRW: Keine Neuinfektionen in 30 Kommunen gemeldet

Lesedauer: 9 Minuten
Delta-Variante in England: Zweitimpfung besonders wichtig

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Warum kann sich die Delta-Variante ausbreiten? Virologe Dittmer zur Lage in England. Außerdem: Das Problem mit dem Johnson & Johnson-Impfstoff.

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Essen.   Die Corona-Inzidenz in NRW liegt am Montag bei 17,7. Möglicherweise fehlen aber mancherorts Zahlen zu Neuinfektionen. Der Überblick für NRW:

  • Die Sieben-Tage-Inzidenz in NRW ist weiter gefallen und liegt am Montag bei 17,7. Bundesweit liegt sie bei 16,6.
  • Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie 813.347 Menschen in NRW mit dem Virus angesteckt. Im Vergleich zum Vortag kamen 101 Neuinfektionen dazu – in ganz Deutschland waren es 549 neue Fälle.
  • In 30 Städten und Kreisen wurden keine Neuinfektionen gemeldet. Das sind auffallend viele.
  • 16.983 Menschen in NRW sind seit Beginn der Pandemie mit oder an einer Corona-Infektion gestorben. Das RKI meldete am Montagmorgen 3 neue Todesfälle.

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  1. Wie viele Neuinfektionen hat das RKI in NRW gemeldet? Zum Thema ↓
  2. Wo in NRW ist die Sieben-Tage-Inzidenz besonders hoch? Welche Inzidenzstufe gilt in meinem Kreis? Zum Thema ↓
  3. Wie ist die Situation in den Krankenhäusern? Zum Thema ↓
  4. Wie weit sind die Impfungen in NRW vorangeschritten? Zum Thema ↓


Corona in NRW: 101 neue Fälle beim RKI gemeldet

Zum ersten Mal seit Ende September ist die landesweite Inzidenz in NRW am Wochenende unter die 20er-Marke gerutscht. Am Montagmorgen liegt sie bei 17,7.

813.347 Corona-Fälle (Stand: Montag, 0 Uhr) hat das Robert-Koch-Institut (RKI) seit Beginn der Pandemie für NRW registriert, im Vergleich zum Vortag kamen 101 Neuinfektionen dazu – in ganz Deutschland waren es 549 neue Fälle.

Am vergangenen Montag lag die Zahl der bis 0 Uhr gemeldeten Neuinfektionen in NRW bei 270 (bundesweit: 1117). Vor vier Wochen waren am Montag bis 0 Uhr in NRW 1676 neue Infektionen gemeldet worden (bundesweit: 5412).

In NRW sind insgesamt 16.983 Menschen seit Beginn der Pandemie mit oder an einer Corona-Infektion gestorben. Das RKI meldete zwei neue Todesfälle. Bundesweit sind es seit Beginn der Pandemie 89.844 Todesfälle (+10).


Corona in NRW: Sieben-Tage-Inzidenzen für Städte und Kreise

Für auffallend viele Städte und Kreise liegen am Montagmorgen keine Neuinfektionen vor. 30 der 53 Kommunen haben keine neuen Fälle gemeldet, gestern waren es derer sechs. Ob es sich um einen Meldeverzug handelt, ist noch unklar.

Die betreffenden Orte sind Duisburg, Essen, Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr, Remscheid, Solingen, Wuppertal, der Rhein-Kreis Neuss, der Kreis Viersen, Bonn, die Städteregion Aachen, der Kreis Düren, der Rhein-Erft-Kreis, der Kreis Heinsberg, der Oberbergische Kreis, der Rheinisch-Bergische Kreis, der Rhein-Sieg-Kreis, Bottrop, Gelsenkirchen, Münster, der Kreis Borken, Bielefeld, der Kreis Höxter, der Kreis Lippe, der Kreis Paderborn, Hagen, Hamm, Herne, der Kreis Siegen-Wittgenstein und der Kreis Unna.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz gibt es dem RKI zufolge in Wuppertal mit einem Wert von 36,3. Gestern lag der Wert bei 36,6 (-0,3). Den niedrigsten Inzidenzwert meldet das RKI für den Kreis Herford mit 6,8 (-2,0).

Im Kreis Gütersloh ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zum Vortag um +1,1 gestiegen. Am stärksten zurückgegangen ist der Wert in Hagen (-10,6). Dort wurden keine Neuinfektionen gemeldet.

Die meisten Neuinfektionen hat das Gesundheitsamt der Stadt Köln gemeldet (18). Dahinter folgen der Kreis Recklinghausen (12), Oberhausen (9) und Düsseldorf (8).

Seit dem 16. Dezember war das öffentliche Leben in Deutschland heruntergefahren. Am 26. Mai hat das NRW-Gesundheitsministerium weitere Lockerungen vorgestellt, die seit dem 28. Mai bei unterschiedlichen Inzidenzen greifen. Der Tabelle entnehmen Sie, zu welcher Inzidenzstufe Ihre Stadt derzeit gehört. Wie der Stufenplan genau aussieht und was er bedeutet, lesen Sie hier.

Grundsätzlich: Die Angaben des RKI und aus den Städten und Kreisen variieren oft. Die unterschiedlichen Werte resultieren aus zeitlichen Verzögerungen in der Meldekette. Die Zahl der Neuinfektionen laut RKI in einer Stadt umfasst also mitunter die Infektionen mehrerer Tage. Außerdem ist montags bzw. nach Feiertagen die Zahl der Neuinfektionen meist geringer als an anderen Wochentagen, da in den Kommunen am Wochenende bzw. Feiertagen weniger getestet wird. Seitdem die Daten des RKI entscheidend für die Notbremse und Inzidenzstufen sind, geben einige Städte nur noch diese Werte an.


Corona NRW: Situation in den Kliniken und auf Intensivstationen

In den nordrhein-westfälischen Kliniken sind aktuell 5120 der 6253 Intensivbetten belegt. 1133 Betten sind noch frei. Das entspricht 18,1 Prozent. (Stand: 13.06.2021, 12.15 Uhr).

Mehr Details finden Sie in unserem interaktiven Klinik-Monitor.


Impfungen in NRW: Hälfte der Bürger einmal geimpft

Das RKI gibt die Zahl der in NRW insgesamt verabreichten Impfdosen mit 13.852.562 an. Davon sind 9.075.460 Erstimpfungen und 4.777.102 Zweitimpfungen. In den Daten enthalten sind Impfungen in Impfzentren, Krankenhäusern, in Hausarztpraxen und durch mobile Impfteams. Für das gesamte Bundesland ergibt sich so eine Erstimpfquote von 50,6 Prozent. 26,6 Prozent der Menschen in NRW haben bereits einen vollen Impfschutz.

Zum Vergleich: Die Quote der Erstimpfungen in Deutschland liegt bei 48,1 Prozent (Zweitimpfung: 25,7 Prozent). Seit Dezember wurden in ganz Deutschland 61.353.700 Corona-Impfdosen verabreicht.

Impfungen in Städten und Kreisen

Auf kommunaler Ebene veröffentlichen die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein (KVNO) und Westfalen-Lippe (KVWL) Impfdaten. Es gilt zu beachten, dass in den Daten der KVWL die Impfungen fehlen, die in Krankenhäusern vorgenommen wurden. Die KVNO hingegen fasst die Impfungen in den Impfzentren, über mobile Teams und in den Krankenhäusern unter dem Sammelbegriff „Impfzentren“ zusammen. Aufgrund der unterschiedlichen Meldeverfahren der Kassenärztlichen Vereinigungen sind die Angaben also nur bedingt vergleichbar.

Legt man die Statistik der Kassenärztlichen Vereinigungen zugrunde, gibt es die höchste Erstimpfquote im Kreis Olpe (63,3 Prozent). Auf Platz 2 liegt die Stadt Bottrop (58,8 Prozent), gefolgt vom Kreis Steinfurt (58,3 Prozent). Schlusslicht ist der Kreis Gütersloh mit einem Anteil von 44,6 Prozent. Die Daten der Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein sind auf Stand vom 11.06., die der KV Westfalen-Lippe vom 11.06..

Bei den Zweitimpfungen liegt ebenfalls der Kreis Olpe vorn mit einem Anteil von 34,7 Prozent. Die geringste Zweitimpfquote hat aktuell der Kreis Mettmann (21,5 Prozent).

Seit dem 7. Juni ist die Impf-Priorisierung in NRW aufgehoben. Die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson waren in Arztpraxen bereits zuvor für alle freigegeben. Auch Kinder ab zwölf Jahren dürfen sich nun impfen lassen. Die ständige Impfkommission hat eine eingeschränkte Empfehlung der Impfung von Kindern abgegeben. In der EU ist der Impfstoff von Biontech für alle Kinder ab zwölf Jahren zugelassen.

Impfpriorisierung ist gefallen: Hier können Sie geimpft werden

  • Arztpraxen werden in eigener Verantwortung impfen, es bleibt also den jeweiligen Arztpraxen überlassen, welchen Patienten sie einen Impftermin vergeben.
  • Die Betriebsärzte werden mit in die Impfkampagne einbezogen. Der Bund stellt dafür die Impfdosen zur Verfügung.
  • Auch in den Impfzentren wird die Priorisierung aufgehoben. Das Land behält sich jedoch vor, bestimmten Bevölkerungsgruppen ein Sonderimpfangebot zu unterbreiten.

"Grundsätzlich ist nochmals darauf hinzuweisen, dass in allen drei Bereichen weiterhin begrenzt Impfstoff zur Verfügung stehen wird. Daraus folgt, dass nicht alle Impfwilligen, die noch keine Impfung erhalten haben, umgehend eine Impfung erhalten werden können", erklärte das NRW-Gesundheitsministerium.

Astrazeneca und Johnson & Johnson: Priorisierung aufgehoben

Am 7. Mai hatten Bund und Länder die Priorisierung für den Impfstoff von Astrazeneca mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Damit können sich alle Menschen in Deutschland in ihrer Arztpraxis künftig mit Astrazeneca impfen lassen, wenn sie sich dazu entscheiden. Auch für den Impfstoff von Johnson 6 Johnson ist die Priorisierung aufgehoben. » Lesen Sie dazu: Impfung von Johnson & Johnson: Was muss man beachten?

Bereits seit Ende März wird der Impfstoff von Astrazeneca nur noch für Menschen über 60 Jahren verimpft: Nach mehreren Thrombosefällen wurde die Impfung mit dem Vakzin für jüngere Menschen ausgesetzt. Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Impfung mit Astrazeneca erhalten haben, sollen nach für die zweite Impfung auf einen sogenannten mRNA-Impfstoff umsteigen.

Bundesnotbremse gilt bis Ende Juni

Die durch die Bundesnotbremse getroffenen Regeln wurden in der Coronaschutzverordnung des Landes NRW umgesetzt. Die Bundes-Notbremse gilt zunächst bis Ende Juni. Aktuell greift sie in keiner Region in NRW, weil die Zahlen überall deutlich unter den in der Notbremse festgelegten Inzidenzwerten liegen.

Lesen Sie hier: Bundes-Notbremse: Das bedeuten die Regeln für NRW

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