Klimaschutz

Junge Klimaschützer: Wie sie leben, was sie ändern wollen

Junge Teilnehmer der Klimademonstration „Fridays for Future“.

Junge Teilnehmer der Klimademonstration „Fridays for Future“.

Foto: Marcel Kusch / dpa

Hagen.  Weltretter unter Beobachtung: Wir begleiten Schüler aus der „Fridays for Future“-Bewegung und erzählen, wie sie leben, was sie ändern wollen.

Seit Wochen und Monaten gehen sie auf die Straße: Die Schülerinnen und Schüler, die sich den Schutz unseres Planeten und die Erhaltung des Klimas zur Aufgabe gemacht haben. Sie sind nicht überall gut gelitten. „Die wollen doch freitags nur die Schule schwänzen“, sagten die einen. Dabei wird längst auch in den Ferien demonstriert. „Die sollen erst einmal bei sich selbst anfangen und in ihrer Schule“, sagen andere. Tun sie das?

Das wollen wir genauer wissen – und schauen auch genauer hin. Janne Rosenbaum (17), Fabian Göke (16) und Ruben Heuer (15) sind drei Schüler aus der Hagener Protest-Bewegung, die sich bereiterklärt haben, sich von uns ein Jahr lang begleiten zu lassen. Regelmäßig werden wir das Trio treffen, regelmäßig anschließend darüber berichten.


Zum Auftakt stellen wir Janne, Fabian und Ruben kurz vor. Zudem formulieren die Drei Ziele und Wünsche, die in einem Jahr Realität geworden sein sollen. Persönliche Ziele, aber auch Dinge, die sich in der Schule umsetzen lassen. Dabei geht es nicht darum, ihnen vorzuwerfen, wenn sie ihre Ziele verfehlen sollten, sondern es geht um einen Einblick, wie die jungen Menschen denken, was sie erreichen wollen und wer ihnen womöglich Steine in den Weg legt.

Die Weltretter-Serie „Bin eben kurz die Welt retten“ geht damit in die Verlängerung.

Janne Rosenbaum (17) aus Hagen:

Die Schülerin des Christian-Rohlfs-Gymnasiums ist derzeit in Eberswalde: 2°-Campus des WWF an der Hochschule für Nachhaltigkeit. Sie ist in der „Fridays for Future“-Bewegung die Vertreterin Hagens auf Bundesebene und bereitet einen Auftritt im Stadtrat vor. 2014 machte sie ihre ersten Erfahrungen in Sachen Klimaschutz, als sie in der Schulakademie „Plan for the planet“ zur Botschafterin für Klimagerechtigkeit wurde. „Wenn jeder in einem, zwei oder drei Bereichen etwas zum Klimaschutz beisteuert, würde das schon wahnsinnig helfen“, sagt sie.

Ihre Ziele

Persönlich:

  • Umstellung der Ernährung auf komplett vegetarisch und teilvegan
  • Plastikkonsum verringern
  • reparieren, statt neu zu kaufen

In der Schule:

  • Papierverbrauch reduzieren
  • weniger Verpackungsmüll in der Schulmensa
  • Umwelttag einrichten

Fabian Göke (16) aus Herdecke:

Fabian geht auf das Friedrich-Harkort-Gymnasium in Herdecke und kommt jetzt in die elfte Klasse. Als wir ihn erreichen, hat er gerade seinen ehrenamtlichen Dienst in einem Treff für sozial Benachteiligte beendet. Auf dem Nachhaltigkeitstrip ist er, seit es die „Fridays for Future“-Bewegung gibt. „Da habe ich auf mich geguckt und festgestellt, dass ich gar nichts mache.“ Das ändert er nach und nach: In der Fastenzeit lebte er vegetarisch – und blieb dabei. In der letzten Ferienwoche will er nach Holland ans Meer – mit dem Rad.

Seine Ziele

Persönlich:

  1. Plastikverbrauch auf ein Minimum reduzieren
  2. Duschwasseraufkommen deutlich verringern
  3. Verzicht auf Käufe im Internet

In der Schule:

  1. Mülltrennung einführen
  2. mikoplastikfreie Seife verwenden
  3. Nachhaltigkeitsshop in der Schule eröffnen

Ruben Heuer (15) aus Hagen:

Ruben geht in die neunte Klasse der Hilde-Gardis-Schule. Sein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Klimaschutz hat sich mit erst so richtig mit der schwedischen Pionierin Greta Thunberg entwickelt. „Ich bin einmal mit zur Demo in Hagen gegangen und fand das direkt richtig gut“, sagt er. Seitdem habe sein Engagement mehr und mehr zugenommen. Beim Umwelttag hatten er und seine Mitstreiter einen eigenen Stand.


Seine Ziele

Persönlich:

  1. einen Veggie-Day pro Woche
  2. Klamotten nicht in den bekannten Modehäusern shoppen, sondern lieber in nachhaltigen Läden
  3. mehr Menschen für Umweltschutz begeistern

In der Schule:

  1. nachhaltigen Caterer für die Mensa finden
  2. Ressourcen schonen durch Digitalisierung
  3. Teilnahme an zukünftigen Demonstrationen sollen ohne Konsequenzen Schüler sein

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