Adventszeit

Ländlicher Weihnachtsmarkt mit ganz besonderer Atmosphäre

Auf dem Landgut Krumme leuchtet es besinnlich.

Auf dem Landgut Krumme leuchtet es besinnlich.

Foto: Landgut Krumme

Velen.  Einige Weihnachtsmärkte heben sich vom Großstadt-Klassiker ab. Unser Tipp: Das Landgut Krumme in Velen.

Tausende Lämpchen säumen die schmale Allee zum Landgut Krumme im Münsterland. Die Bäume links und rechts sehen hübsch aus, lassen aber kaum erahnen, was auf dem 20.000 Quadratmeter großen Gelände wartet. Kaum ist das Eingangstor zum privat geführten Weihnachtsmarkt passiert, wird der Besucher von einem ganzen Lichtermeer empfangen – jede Holzhütte ist illuminiert, warmes Licht durchflutet die schicken Pavillons und im angrenzenden Wald glitzert es aus allen Ecken.

Lichtdesiger taucht Landgut Krumme in ein Meer aus Lichtern

„Viele bunte Lichter sehen wir nicht gerne, vor allem nicht diese Blinkedinger“, erklärt Hofbesitzer Dennis Krumme. „Wir wollen, dass alles warm und besinnlich wirkt.“ Vor 17 Jahren hat der Familienbetrieb, der nach eigenen Angaben eines der größten Leuchtenhäuser in der Region Münsterland/Niederrhein betreibt, zum ersten Mal aufs Landgut zum Weihnachtsmarkt geladen. Aus den anfänglich 30 Ständen sind mittlerweile gut 150 Aussteller geworden, aus ein paar Lämpchen rund eine Million. Das braucht Zeit: Seit September werkelt die ganze Familie am perfekten Ambiente.

Und es lohnt sich – an die großen lauten Weihnachtsmärkte in der Stadt erinnert hier kaum etwas. „Wir legen den Fokus auf Ruhe“, sagt der Lichtdesigner. „Klar, kann es bei uns auch mal voll werden, aber das ist nicht die Regel.“ Und wenn doch, können sich Pärchen oder kleine Familien in gemütliche Hütten setzen, die keine zwei Meter messen, dafür aber mit Kerzen und Lichterketten dekoriert sind.

Romantisch wird es auch beim Spazieren durch den angrenzenden Misch- und Kiefernwald. Zwar ist letzterer dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen, aber Familie Krumme hat die runtergeschnittenen Bäume kurzerhand umfunktioniert: Auf den Stämmen thronen nun schwebende leuchtende Tannen.

Und noch etwas unterscheidet die Velener Variante vom Großstadt-Klassiker: Übermäßig viele Essensstände sucht man vergebens, nur 17 Prozent der Hütten widmen sich der Gastronomie. Und darunter befinden sich eine Spekulatiusbäckerei und ein Glühweinausschank, mit Wein vom Winzer von der Mosel. Selbermachen ist die Devise. „Da kann die Bratwurst auch mal ein, zwei Minuten länger dauern“, Ruhe und Gemütlichkeit ist dem Hofbesitzer wichtig.

Bunt wird es an einem Stand dann übrigens doch noch. „Bernis Wunschpunsch ist schon fast eine Institution.“ Da verzeiht Dennis Krumme ausnahmsweise sogar diese „Blinkedinger“.

>>> Schon gewusst?

  • Herkunft. Fleisch statt Feuerzangenbowle hieß es im Spätmittelalter. Auf den Verkaufsmessen konnten sich Bürger mit winterlichem Bedarf eindecken. Schließlich wurden auch Handwerkskunst und andere Kleinigkeiten angeboten. Der erste urkundlich erwähnte Nikolausmarkt fand dann 1384 in Bautzen statt.
  • Berühmt. Die berühmtesten Weihnachtsmärkte in unserer Region stehen in Essen und Dortmund. Essen macht sich durch die gleichzeitig stattfindenden Lichtwochen einzigartig, Dortmund glänzt mit seinem 45 Meter hohen Weihnachtsbaum.

Romantische Weihnachtsmärkte in der Region

Klar, auch die Weihnachtsmarkt-Klassiker haben ihren Reiz – und doch gucken viele nach einer kuscheligen Alternative. Besonders romantisch wird es auf Schlössern und Burgen. Davon hat unsere Region einige.

  • Schloss Benrath, Düsseldorf (23.11.-23.12, Fr-So)
  • Schloss Bodelschwingh, Dortmund (29.11.-2.12., Do-So)
  • Schloss Broich, Mülheim (30.11.-16.12., Fr-So)
  • Burg Altena (30.11.-2.12.)
  • Schloss Ringenberg, Hamminkeln (1.+2.12.)
  • Schloss Hohenlimburg, Hagen (7.-16.12., Fr-So)
  • Wasserschloss Haus Voerde (14.-16.12.)
  • Schloss Berleburg, Bad Berleburg (14.-16.12.).
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