Spezialeinheit

Tödliche Schüsse in Gelsenkirchen: SEK-Beamter ist verblutet

Ermittlungen nach den tödlichen Schüssen auf einen SEK-Beamten in Gelsenkirchen-Buer: Der 28-jährige Beamte ist dem Bericht des Innenministeriums zufolge verblutet.

Ermittlungen nach den tödlichen Schüssen auf einen SEK-Beamten in Gelsenkirchen-Buer: Der 28-jährige Beamte ist dem Bericht des Innenministeriums zufolge verblutet.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Düsseldorf/Gelsenkirchen.  Im Innenausschuss des Landtags ist der tödliche Angriff auf einen SEK-Beamten in Gelsenkirchen rekonstruiert worden. Der 28-Jährige verblutete.

Nach dem Ende April ist am Donnerstag das Geschehen im Innenausschuss rekonstruiert worden: Demnach starb der 28-Jährige, der die Tür eines Verdächtigen aufgerammt hatte, bereits durch den ersten von zwei Schüssen. Das Projektil sei durch den linken Oberarm in die Brust eingedrungen und habe den Herzbeutel verletzt. Wie ein Vertreter des Justizministeriums weiter ausführte, konnte sich der SEK-Mann mit Hilfe von Kollegen noch nach draußen schleppen, wo er starb.

Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach vom „schwärzesten Tag in der Geschichte der Spezialeinheiten“ in NRW. „Die Tragik dieses Unglücks ist kaum fassbar“, so Reul im Innenausschuss. Angehörige und Kollegen von Simon „Maschi“ G. würden psychologisch betreut.

SEK wollte mutmaßlichen Drogendealer in Gelsenkirchen festnehmen

Laut Bericht des Justizministeriums war das SEK in Gelsenkirchen vor Ort, um einen mutmaßlichen Drogendealer festzunehmen, der im Besitz einer Schusswaffe, eines Tasers und einer Handgranate sein sollte. Der 29-Jährige habe offenbar schon gehört, wie das SEK unten die Haustür aufgestemmte und habe direkt als seine Wohnungstür aufflog, aus 2 bis 2,5 Metern Entfernung zwei Mal geschossen.

Danach sei er ins Bad geflohen, die Waffe fand man in der Wanne. In seiner Wohnung entdeckte man zudem ein Kilo Marihuana.

Während eine Mordkommission gegen den Mann ermittelt, wird laut Justizministerium zurzeit noch seine Schuldfähigkeit aufgrund einer „möglichen Suchtproblematik“ geprüft. Eventuell müsse er in eine Entzugsklinik oder ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen werden. (dpa)

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