Vodafone-Netz

5G hilft Lufthansa bei Ausstattung von Regierungsfliegern

Auf Tablets können Lufthansa-Techniker in Hamburg dank 5G die Inneneinrichtung eines leeren Flugzeugs simulieren.

Auf Tablets können Lufthansa-Techniker in Hamburg dank 5G die Inneneinrichtung eines leeren Flugzeugs simulieren.

Foto: Vodafone

Düsseldorf/Hamburg.  Lufthansa-Techniker können in Hamburg erstmals 5G nutzen, um Regierungsflieger einzurichten. Das schnelle Netz funkt auch in dickwandigen Rümpfen.

Die Jets der Flugbereitschaft, die Kanzlerin und Bundesminister regelmäßig nutzen, sind nicht die zuverlässigsten. Das könnte sich künftig ändern: Über das superschnelle Mobilfunknetz 5G sollen die Maschinen in einem Hangar des Hamburger Flughafens besser eingerichtet und überwacht werden können. Eine entsprechende Kooperation haben der Düsseldorfer Telekommunikationskonzern Vodafone und Lufthansa Technik geschlossen.

Die Rümpfe der Flugzeuge aus Aluminium oder Kompositmaterialien sind so dick, dass herkömmliche Mobilfunkwellen wie WLAN nicht oder nur schwach ins Innere vordringen können. Erstmals in Europa hat Vodafone deshalb nun einen Lufthansa-Hangar in Hamburg, in dem auf 8500 Quadratmetern Fläche vier große Flieger Platz haben, mit einem autarken 5G-Netz ausgestattet. Nach Vodafone-Angaben erhöht das „5G-Campus-Netz“ nicht nur die Datensicherheit, weil ausschließlich Lufthansa darauf Zugriff habe.

Datenbrillen kommen im Rumpf zum Einsatz

Die Techniker der Lufthansa sollen zudem über das 5G-Netz, das Übertragungen von Konstruktionsdaten in Echtzeit ermöglicht, nun auch hochauflösende Virtual und Augmented Reality Technologien nutzen können. Also Brillen oder Tablets, die technische Apparaturen und die Einrichtung der Kabine im leeren Flugzeugrumpf wirklichkeitsnah simulieren. Die hohen Bandbreiten, die 5G ermöglicht, sollen die Techniker überdies in die Lage versetzen, permanent die aktuelle Position aller geplanten Bauteile zu prüfen und somit die Präzision zu erhöhen.

Vodafone-Deutschlandchef Hannes Amtesreiter ist davon überzeugt, dass die deutsche Wirtschaft ohne 5G künftig nicht mehr auskommen werde. „Als 5G-Partner wollen wir unserer Industrie helfen, auch in Zukunft einen internationalen Spitzenplatz zu belegen“, sagt er. Sören Stark, Vorstand bei der Lufthansa-Techniktochter, geht davon aus, dass der neue Mobilfunkstandard „neuen Innovationen den Weg ebnen“ werde. „Die ersten Anwendungsfälle zeigen bereits eindrucksvoll, welchen wertvollen Beitrag die 5G-Technologie für die Luftfahrtindustrie leisten kann.“

Netz für Hamburger Hangar

Die Kooperation der beiden Konzerne ist zunächst auf drei Monate angelegt. Sollte sich das Hamburger Projekt bewähren, kündigt Lufthansa an, sollen 5G-Campus-Netze auch auf andere Unternehmensbereiche ausgerollt werden. Mit über 8.500 Mitarbeitern ist Hamburg Firmensitz von Lufthansa Technik. Im VIP-Center erhalten große Privat- und Regierungsflugzeuge eine individuelle Ausstattung.

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