Regionalverkehr

Aus für „Schönes Wochenende“-Ticket – das sind Alternativen

Reisende sitzen in der zweiten Klasse eines Regionalzugs der Deutschen Bahn.

Reisende sitzen in der zweiten Klasse eines Regionalzugs der Deutschen Bahn.

Foto: Jens Wolf / dpa

Berlin  Zum 8. Juni nimmt die Deutsche Bahn das „Schönes Wochenende“-Ticket aus ihrem Programm. Doch Reisende haben zahlreiche Alternativen.

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Das Angebot der Deutschen Bahn kann man schon fast historisch nennen: 1995 führte sie das Wochenendticket ein. Zum Pauschalpreis konnten die Bürger fortan alle Regionalzüge fahren. Und die Deutschen nutzen das Angebot: Kegelclubs, Studenten, Fußballfans, Junggesellenabschiede – 15 Mark für fünf Personen, blieb mehr für Essen und Getränke.

Viele Millionen Menschen stiegen mit der Wochenend-Flatrate in die Bahn. Doch am nächsten Samstag (8. Juni) ist Schluss. Zum letzten Mal werden die Automaten an Deutschlands Bahnhöfen das Stück Papier auswerfen, das inzwischen viel teurer ist als zu Beginn.

„Das Schöne-Wochenende-Ticket darf in den Ruhestand gehen“, heißt es bei der Bahn. „Mangels Nachfrage und zur Vereinfachung der Tarifstruktur.“ Fahrgastvertreter sprechen von einer Zäsur. Denn die Geschichte des Tickets zeigt auch, wie sich die Zeit für die Bahn und ihre Kunden in 24 Jahren geändert hat.

„Schönes Wochenende“-Ticket der Bahn sorgte anfangs für Chaos

Die 1990er Jahre, da hatte man gerade die Bundesbahn hinter sich gelassen. Die Behördenbahn sollte ein richtiges Unternehmen werden. Und sie machte den Kunden ein echtes Lockvogel-Angebot: Die 15-Mark-Flatrate brachte an den ersten Wochenenden Chaos. Züge waren hoffnungslos überfüllt, Reisende blieben am Bahnsteig zurück.

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Wer gehört zu wem? Schaffner stiegen im Getümmel nicht mehr durch. In der Bahn ging es zu wie am Wühltisch im Schlussverkauf. Gewerkschaften polterten: „Tarifpolitischer Schwachsinn“.

Die Folge: Preisaufschläge und Beschränkungen des Tickets, zeitweise bei der Zahl der Reisenden, schließlich auf nur einen Tag. Überfüllte Züge gab es dennoch, die Bahn klagte über dreckige Wagen und Vandalismus, zuweilen musste der Grenzschutz Züge räumen.

Fernbusse und Mitfahrzentralen sind Alternativen

Knapp sieben Millionen Karten wurden allein im Jahr 2000 verkauft. „Hat noch einer ein Wochenendticket?“, fragten fahrscheinlose Reisende in Abteilen. Man nahm einander mit, mancher gab das Ticket an der Endstation weiter. Für ein paar Mark oder – später – Euro.

Und heute? Wer viel Zeit hat und wenig Geld, der ist nicht mehr auf Bummelzüge angewiesen. Fernbusse sind oft billiger, wenn auch nicht schneller. Millionen Fahrgäste nutzen Mitfahrzentralen, die in den 1990ern noch mit Karteikästen arbeiteten. Heute formen sie mit Apps und Algorithmen viel mehr Fahrgemeinschaften. Billigflieger sind selbst auf Inlandsstrecken unterwegs.

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Die Bahn hat Konkurrenz bekommen – und lockt doch selbst immer mehr Kunden. 2,6 Milliarden Reisende waren es im vergangenen Jahr, rund eine Milliarde mehr als zu der Zeit, als sich die Manager das Wochenendticket ausdachten.

Es gibt Sparpreise und Super-Sparpreise, gegen die das Wochenendticket mit zuletzt 44 Euro für Alleinreisende schon recht teuer sein kann. Um es weiter anzubieten, hätte man es noch teurer machen müssen, heißt es bei der Bahn.

Pro Bahn: „Je übersichtlicher die Angebote, desto besser“

„Wir haben ein lachendes und ein weinendes Auge“, kommentiert Karl-Peter Naumann als Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn das Ende. „Das Wochenendticket war ein tolles Pauschalticket, aber je übersichtlicher die Angebote, desto besser.“

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Denn andere Karten bieten Ähnliches wie das Wochenendticket, und zwar an jedem Tag: Das Länderticket innerhalb einzelner Bundesländer für 23 Euro und das bundesweit gültige Quer-durchs-Land-Ticket für 44 Euro für Alleinreisende, plus 8 Euro für jeden Mitfahrer.

Das sind andere Dimensionen als die umgerechnet 7,67 Euro für fünf Leute, die das Wochenendtickt zum Start kostete. „Das war zu wenig“, meint Naumann. „Verkehr muss nicht so günstig sein, dass er künstlich erzeugt wird. Das System braucht auch Geld.“

Quer-durchs-Land-Ticket gilt erst ab 9 Uhr

Die Bahn steckt im Sanierungsstau. An vielen Stellen im 33.000 Kilometer langen Netz wurde jahrelang nur das Nötigste gemacht, manche Stellwerke sind museumsreif. 54 Milliarden Euro seien nötig, das Netz auf Vordermann zu bringen, heißt es beim Konzern, den knapp 20 Milliarden Euro Schulden plagen. Über frisches Geld wird mit dem Bund verhandelt, ein Teil des Auslandsgeschäfts steht zum Verkauf.

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Das wird die Kunden am Fahrkartenautomaten wenig kümmern. Aber sie werden bemerken, dass der Wechsel vom Wochenendticket auf das Quer-durchs-Land-Ticket für sie Abstriche bringt: Dass es erst ab 9.00 Uhr gilt statt ganztägig, dass es für Mitfahrer teurer wird, dass sie nicht mehr Busse und U-Bahnen mitnutzen können. Korrekturforderungen des Bahnkunden-Verbands hat der Konzern bislang nicht erhört.

Die Bahn versucht den Kunden mit neuen Techniken entgegenzukommen:

Für Kritik hatte zuletzt gesorgt, dass nur die

Das Ende des „Schönes Wochenende“-Tickets ist nicht die einzige Änderung, auf die sich Verbraucher einstellen müssen:

(dpa/les)

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