Animal Health

Bayer macht Kasse: 7,6 Milliarden Dollar für Tiermedizin

Medikamente für Hunde sind Teil der Aktivitäten der Konzerne Bayer und Elanco.

Medikamente für Hunde sind Teil der Aktivitäten der Konzerne Bayer und Elanco.

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Leverkusen/Monheim.  Bayer trennt sich für 7,6 Milliarden Dollar von der Tiermedizin-Sparte Animal Health. So soll nach dem Monsanto-Kauf der Schuldenberg sinken.

Der Bayer-Konzern macht mit dem Verkauf seines Tiermedizin-Geschäfts Kasse. Der Leverkusener Chemie- und Pharmariese gibt die Sparte Animal Health mit Sitz im nordrhein-westfälischen Monheim für umgerechnet rund 6,85 Milliarden Euro (7,6 Milliarden Dollar) an den US-Konzern Elanco ab.

Mit den Einnahmen kann Bayer den Schuldenberg drücken, der durch die 63 Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto entstanden war. Die Trennung vom Animal-Health-Geschäft ist Konzernangaben zufolge die größte Transaktion in einer Reihe von Firmenverkäufen, die Bayer im November 2018 auf den Weg gebracht hatte.

Weiterer Verkauf nach Trennung von Currenta und Dr. Scholl’s

So verkaufte der Konzern unter anderem die Fußpflege-Marke Dr. Scholl’s für 585 Millionen Dollar an den US-Finanzinvestor Yellow Wood Partners. Zudem will Bayer durch die Veräußerung des nordrhein-westfälischen Chemieparkbetreibers Currenta an eine Tochtergesellschaft der australischen Investmentbank Macquarie rund 1,17 Milliarden Euro einnehmen.

Nach der Übernahme von Monsanto sieht sich Bayer in den USA mit mehr als 18.400 Klägern wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat konfrontiert. An der Börse hatte Bayer massiv an Wert verloren, nachdem vor einem Jahr in einem Prozess um einen an Krebs erkrankten Mann in Kalifornien eine Jury zu dem Ergebnis kam, dass Monsanto vor Risiken im Zusammenhang mit seinen Unkrautvernichtern hätte warnen müssen.

DSW mahnt baldige Lösung in Sachen Glyphosat an

„Es ist gut, dass die Verkaufsliste zügig abgearbeitet wird und man sich damit bei den sehr hohen Schulden erleichtert“, sagte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) unserer Redaktion. „Vor allem macht das den Blick frei auf die höchst relevante und alles entscheidende Lösung bei den Glyphosat-Klagen in den USA. Hier ist ebenfalls eine baldige Lösung notwendig, die es die Investoren nicht bereuen lässt, dass ertragreiche und stabile Geschäftseinheiten für Monsanto verkauft wurden.“

Bayer-Chef Werner Baumann hob hervor, dass der Konzern nun die angekündigten Verkäufe früher als geplant umsetze. Von den 7,6 Milliarden Dollar, die der Konzern für das Tiermedizin-Geschäft erhält, soll der Käufer Elanco 5,3 Milliarden Dollar in bar bezahlen. Die übrigen 2,3 Milliarden Dollar werden in Aktien des US-Konzerns beglichen.

Bayer-Bereich beschäftigt mehr als 300 Mitarbeiter in Monheim

Der Bayer-Bereich Animal Health betreibt das Geschäft mit Medikamenten für Haus- und Nutztiere. Schwerpunkt der Aktivitäten ist die Bekämpfung von Infektionskrankheiten und von Parasiten – unter anderem durch Floh-, Zecken- und Entwurmungsmittel. In Monheim befindet sich die Zentrale von Animal Health mit mehr als 300 Mitarbeitern in Forschung, Entwicklung und Verwaltung.

Derzeit ist Bayer im Tiergesundheitsgeschäft nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters weltweit die Nummer fünf hinter der Pfizer-Abspaltung Zoetis, Boehringer Ingelheim, Merck & Co. Danach folgt Elanco, eine Ausgründung des US-Pharmakonzerns Eli Lilly. Mit der nun geplanten Transaktion überholt Elanco den Familienkonzern Boehringer Ingelheim, der sein Geschäft mit der Übernahme der Tiermedizinsparte Merial des französischen Pharmakonzerns Sanofi ausgebaut hatte. 2018 setzte Bayer im Bereich Tiergesundheit 1,8 Milliarden Dollar um. Das Geschäft wird bei der Transaktion mit dem 18,8-fachen des bereinigten operativen Gewinns (Ebitda) der Sparte der vergangenen zwölf Monate bewertet.

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