Steuersenkungs-Debatte

Billigere Tickets: Bahnchef erwartet Millionen neue Kunden

Ein Zug auf der ICE-Strecke München – Berlin: Sollten die Steuern gesenkt werden, will die Bahn das laut einer Sprecherin an die Kunden weitergeben.

Ein Zug auf der ICE-Strecke München – Berlin: Sollten die Steuern gesenkt werden, will die Bahn das laut einer Sprecherin an die Kunden weitergeben.

Foto: Martin Schutt / dpa

Berlin  Der Bundesverkehrsminister hat eine Steuersenkung für Fernverkehr-Bahntickets ins Gespräch gebracht. Bahn-Chef Lutz ist sehr dafür.

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Millionen zusätzliche Fahrgäste würden die Bahn nutzen, falls die Steuern auf Fernverkehrtickets gesenkt werden: Damit rechnet zumindest Bahnchef Richard Lutz. „Unsere Analysen zeigen, dass wir dadurch über 5 Millionen zusätzliche Reisende im Fernverkehr für die umweltfreundliche Schiene gewinnen könnten“, sagte Lutz der „Süddeutschen Zeitung“.

„Ohne Wenn und Aber“ unterstütze der Konzern den Vorschlag von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, sagte Lutz. Der CSU-Politiker hatte in der vergangenen Woche Pläne ins Gespräch gebracht, nach denen die Mehrwertsteuer auf Tickets für Fahrten mit dem ICE, Intercity oder Eurocity von 19 auf 7 Prozent sinken soll.

Umweltministerin: Tempolimit bringt mehr und ist billiger

Der Fahrgastverband Pro Bahn erklärte daraufhin, dass eine Steuersenkung nur dann wirke, wenn die bundeseigene Deutsche Bahn sie auch an die Kunden weitergebe – nach Rechnungen des Verbandes hat die Senkung der Mehrwertsteuer „das Potenzial, die Fahrkartenpreise um bis zu 10 Prozent zu reduzieren“ – oder das Geld in den Netzausbau stecke. Eine Bahn-Sprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Der Steuervorteil würde in voller Höhe den Kunden zugute kommen.“ Details nannte sie nicht.

Ob die von Scheuer vorg Billigere Bahn-Tickets: Scheuers Vorschlag erfährt viel Lob eschlagene Senkung für Bahntickets kommt, ist ohnehin noch alles andere als sicher. Umweltschützer verlangen sie schon seit Jahren, nun soll der Vorschlag in der Bundesregierung diskutiert werden. In einem „Spiegel“-Interview warnte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) vor zu viel Euphorie über die Pläne des Verkehrsministers. Die Steuersenkung könne zwar dem Klima „ein bisschen“ helfen, sei aber relativ teuer.

„Selbst ein Temp Svenja Schulze bekräftigt Forderung nach Autobahn-Tempolimit olimit das auch nur einen kleinen Beitrag zur Lösung liefern könnte, bringt dreimal mehr – kostet die Steuerzahler aber nichts.“ Schulze erwartet von Scheuer nun ein Gesamtkonzept, um Kosten und Nutzen im Vergleich diskutieren zu können. Im Januar waren Überlegungen zu einem genere Umwelthilfe will Tempo 120 auf Autobahnen – Scheuer dagegen llen Tempolimit auf Autobahnen bekannt geworden, die innerhalb einer von der Regierung eingesetzten Arbeits Deutschlands CO2-Budget für 2017 ist schon aufgebraucht gruppe für Klimaschutz im Verkehr diskutiert wurden.

Kommentar: Günstige Zugtickets – War Günstige Zugtickets – Warum Scheuers Vorstoß nicht reicht um Scheuers Vorstoß nicht reicht

Bahn-Chef beklagt Rückstau bei Investitionen in Infrastruktur

Lutz bezeichnete eine Steuersenkung im Interview der „SZ“ als „Rückenwind auf dem Weg zu einer Verdoppelung der Fahrgäste“. Die Bahn hatte angekündigt, die Passagierzahlen bis zum Jahr 2030 auf mehr als 200 Millionen Fernreisende zu erhöhen. 2018 fuhren rund 148 Millionen Reisende mit Fernverkehrszügen und damit vier Prozent mehr als noch 2017.

Der neue Fahrgastrekord zeigt laut Lutz: „Die Menschen wollen mit der Bahn reisen. Allerdings wird 2030 eine Herausforderung, allein weil wir derzeit aufgrund der Infrastruktur limitiert sind.“ Den Rückstau bezeichnete er als enorm. „Wenn unsere Gleise Menschen wären, wäre jeder sechste jenseits des Rentenalters und müsste trotzdem jeden Tag einen verdammt harten Job erledigen.“

Hintergrund: Für mehr Pünktlichkeit: B Für mehr Pünktlichkeit: Bahn will zusätzliches Geld vom Bund ahn will zusätzliches Geld vom Bund

Das sieht auch die Belegschaft so: In einem Brandbrief an Scheuer forderten rund 270 Bahn-Betriebsräte mehr Investitionen in die Infrastruktur. „Auch 25 Jahre nach der Bahnreform ist die Schieneninfrastruktur des Bundes weiter dramatisch unterfinanziert und hat aus unserer Sicht einen besorgniserregenden Zustand erreicht“, heißt es in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über den zuvor die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Samstag) berichtet hatte.

Für die Modernisierung der Schi Deutsche Bahn macht Gewinn – aber nicht genug für Sanierung ene, sogenannte Ersatzinvestitionen, fordern die Betriebsräte zusätzliche 2,7 Milliarden Euro pro Jahr. Nach den derzeitigen Haushaltseckwerten soll die Bahn ab 2020 jährlich 4,5 Milliarden Euro bekommen, um ihr Netz instandzuhalten. Das ist schon eine Milliarde mehr als bisher – aber aus Sicht der Bahn-Betriebsräte immer noch zu wenig. (dpa/moi)

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