Huawei und 5G

Die Angst vor chinesischer Spionage

Frank Meßing

Frank Meßing

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Ob Huawei das 5G-Netz ausrüsten darf, ist eine rein politische Frage. Spionieren können die Chinesen längst – auch im aktuellen 4G-Netz.

Huawei ist für US-Präsident Trump der verlängerte Arm der chinesischen Regierung, die nur eines im Sinn habe: Spionage. Die USA, aber auch Staaten wie Australien wollen den Konzern aus China deshalb beim Aufbau des superschnellen Mobilfunkstandards 5G ausschließen. Die Welt hadert mit den Chinesen und fürchtet, dass sie unsere Smartphones nutzen, um tief in unsere Wohnzimmer und Fabriken zu schauen.

Dazu hat Huawei aber jetzt schon ausreichend Gelegenheit. Die deutschen Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica nutzen längst die Technik der Chinesen. Bei 5G gilt sie als führend. Und so viele Netzausrüster gibt es ohnehin nicht. Auf Augenhöhe mit Huawei ist gerade einmal der schwedische Konzern Ericsson. Beide liefern Technik, um Mobilfunk in Deutschland möglich zu machen.

Wenn Bundeskanzlerin Merkel Huawei nun offenbar Zugang auch zum deutschen 5G-Netz ermöglichen will, hat das vor allem politische Gründe. Anders als Trump will sich Merkel nicht mit den Chinesen, die massiv in Deutschland investieren, anlegen.

Technisch dürfte sich ohnehin nichts ändern: Die Sicherheitsauflagen etwa zur Spionageabwehr muss Huawei wie Ericsson erfüllen. Würden die Chinesen bei 5G ausgeschlossen, hätten die Schweden quasi ein Monopol. Das kann nicht im Sinne von Kosten und Tempo für den Netzausbau sein.

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