Handwerk

Das sind die Ausbildungsbetriebe des Jahres in Südwestfalen

Franz Josef Witte, Dirk Stöber , Klaus Blümer, Christian Biermann, Markus Biermann, Alexander Weinand , Dirk Droste, und Andreas Tillmann stehen mit Siegerurkunden auf einer Bühne, sie vertreten die Siegerbetriebe bei der Preisverleihung für die Ausbildungsbetriebe des Jahres bei der Handwerkskammer in Arnsberg am Freitag, 20. September 2019. Foto: Stefan Arend / FUNKE Foto Services

Franz Josef Witte, Dirk Stöber , Klaus Blümer, Christian Biermann, Markus Biermann, Alexander Weinand , Dirk Droste, und Andreas Tillmann stehen mit Siegerurkunden auf einer Bühne, sie vertreten die Siegerbetriebe bei der Preisverleihung für die Ausbildungsbetriebe des Jahres bei der Handwerkskammer in Arnsberg am Freitag, 20. September 2019. Foto: Stefan Arend / FUNKE Foto Services

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Arnsberg.  Die Handwerkskammer Südwestfalen hat in Arnsberg die Ausbildungsbetriebe des Jahres gekürt. Auch die Probleme der Branche wurden angesprochen.

Südwestfalen ist anderen Regionen in Nordrhein-Westfalen voraus - im negativen wie positiven Sinne. Der demografische Wandel macht sich südlich des Hellwegs bis an die Nordgrenze Hessens rasant bemerkbar. Es dürfte ein Grund dafür sein, dass Betriebe hier der Gewinnung von Nachwuchskräften eine herausragende Bedeutung beimessen. Deshalb hat der Titel „Ausbildungsbetrieb des Jahres“, den die Handwerkskammer am Wochenende zum vierten Mal in mehreren Kategorien im Berufsbildungszentrum in Arnsberg verliehen hat, auch eine entsprechende Bedeutung. Es ist schlicht so, „dass wir händeringend gute Fachkräfte brauchen“, sagt Kammerpräsident Willy Hesse.

Seit 20 Jahren steht Hesse an der Spitze der Kammer. Der Arbeitsmarkt hat sich in dieser Zeit erheblich verändert: „Junge Leute erkundigen sich heute mehr als früher, wenn es um ihre Ausbildung geht. Sie wählen sehr gut aus.“ Und deshalb müssen die Betrieb auch sehr gute Argumente finden, um Nachwuchs zu gewinnen. Ein Titelgewinn kann da schon helfen, sich von der Konkurrenz um die besten Köpfe abzusetzen.

Drei Preise plus einer

In den drei Kategorien „Leistungen und Erfolge“, „Soziale Verantwortung und Gesellschaftliches Engagement“, Ehrenpreis“ und „Dietmar-Behrens-Sonderpreis“ wurden die Titel vergeben (Überblick Nominierte und Sieger siehe Infobox).

Dass das Schmallenberger Unternehmen Innenausbau Biermann unter allen Betrieben im Handwerkskammerbezirk für Leistungen und Erfolge als Nummer eins ausgewählt wurde, passt gut zum Bauhausjubiläum. Biermann-Mitarbeiter waren beim Wettbewerb „Gute Form“ mit dem Landessieg und einem vierten Platz auf Bundesebene besonders erfolgreich. Es ist eine Auszeichnung, die auf den Bauhausschüler Max Bill zurückgeht, dessen Design für klare, zeitlose Formen bis heute bekannt ist. „Es ist schön, dass der ganze Einsatz für Ausbildung auch einmal honoriert wird“, freute sich Firmenchef Markus Biermann bei der Preisverleihung in Arnsberg.

Im Zusammenhang mit dualer Berufsausbildung in spezieller Weise engagiert ist das Bauunternehmen Egon Behle aus Kirchhundem. Statt über mangelhafte Leitungen der Schulabgängerinnen und Schulabgänger zu klagen, hat sich das Unternehmen seit langem geöffnet. Auch Förderschüler bekommen im Sauerland eine Chance auf gute Ausbildung und werden bei Behle unter anderem mit Lernhilfen unterstützt. Alle Auszubildenden, derzeit sind es neun, profitieren von vertiefenden Schulungen der Ausbildungsinhalte durch Altgesellen. „Unsere Chefs haben immer stark ausgebildet. Wir haben über 50 Prozent Eigengewächse im Unternehmen“, sagt Ausbildungsleiter Dirk Droste, der die beiden Kammerbezirkspreise für Behle-Azubis in diesem Jahr mit der hohen Motivation des Nachwuchses begründet: „Solange der Beruf Spaß macht, kann man auch geben.“

Geheimrezept „Spaß“

„Spaß“ sieht man auch bei der Witte GmbH aus Brilon-Altenbüren als das Geheimrezept für den Erfolg bei der Ausbildung. „Alles, was wir investieren, kommt auch wieder rein“, sagt Ausbildungsleiter Dirk Stöber. Und investiert wurde bei Witte im Hochsauerland mit einer modern ausgestatteten Lehrwerkstatt einiges. Nicht selbstverständlich bei drei Azubis und insgesamt 23 Beschäftigten. Dass 13 Mitarbeiter aus der eigenen Ausbildung kommen, scheint dieses Konzept zu bestätigen.

Dass Christian Ramb, zuständige Abteilungsleiterin im nordrhein-westfälischen Arbeitsministerium, das Engagement der südwestfälischen Handwerksbetriebe lobt, durfte die Ausrichter darüber hinwegtrösten, dass Minister Karl-Josef Laumann (CDU) seinen Besuch beim Treffpunkt Handwerk absagte und statt der ersten die dritte Reihe aus Düsseldorf ins Sauerland fand. „Südwestfalen tut sich in Nordrhein-Westfalen mitunter am stärksten hervor. Man sieht, dass hier berufliche Bildung gelebt wird“, versöhnte Ramb mit Worten und schmeichelnden Fakten. Während in NRW die Zahl der Ausbildungsbetriebe rückläufig sei, sei in Südwestfalen das Gegenteil der Fall. Was im Klartext bedeutet, dass hier die Konkurrenz unter den Betrieben wächst, wenn es um Fachkräfte von morgen geht.

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