Basiskonto-Urteil

Die Banken und ihre unliebsame Kundschaft

Michael Minholz kommentiert.

Michael Minholz kommentiert.

Foto: NRZ

Gebühren für das Basiskonto müssen angemessen sein. Der BGH hat aber keine Obergrenze genannt. Das wird zu weiteren Klagen führen.

Natürlich sind Banken keine Sozialämter. Sie haben Personalkosten, sie müssen sich am Markt behaupten. Aber das berechtigt die Geldinstitute nicht, alles zu tun, um unliebsame Kundschaft loszuwerden: Folgt man Berechnungen der Stiftung Warentest, haben im vergangenen Jahr nur zwei von 124 untersuchten Banken ihr Basiskonto gratis angeboten.

Vereinzelt mussten die Kontoinhaber, obwohl arm wie eine Kirchenmaus, mehr als 200 Euro dafür bezahlen, um wie ein normaler Bürger am Zahlungsverkehr teilnehmen zu können. Die Deutsche Bank, um die es ging, ist kein Einzelfall.

Keine Beruhigung für das soziale Gewissen

Dass der Bundesgerichtshof dem einen Riegel vorschiebt, darf das allgemeine soziale Gewissen freilich nicht beruhigen. Die Karlsruher Richter haben nämlich keineswegs eine Obergrenze festgelegt, die sie im Sinne der notleidenden Klientel für verantwortbar erachten.

Das wird wohl dazu führen, dass jetzt seitens der Banken das Feilschen um den „angemessenen“ Preis beginnt. Die nächste Klage ist eine Frage der Zeit.

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