Automarkt

Dieselkrise hinterlässt Spuren bei Neuwagen-Preisen

Der Preisanstieg bei Neuwagen ist 2018 niedriger ausgefallen als in jüngster Vergangenheit.

Der Preisanstieg bei Neuwagen ist 2018 niedriger ausgefallen als in jüngster Vergangenheit.

Foto: dpa/Wolfgang Kumm

Essen.   Der Preisanstieg bei Neuwagen fällt einer Studie zufolge geringer aus als in den Vorjahren. Dabei spielen Diesel-Pkw eine entscheidende Rolle.

Der Preisanstieg bei Neuwagen ist 2018 einer Studie der Universität Duisburg-Essen zufolge im Schnitt etwas niedriger ausgefallen als in den Vorjahren. Zur Begründung heißt es in einer Analyse des CAR-Instituts der Universität, teure Diesel-Fahrzeuge seien überwiegend von „preisgünstigeren Benzinern“ verdrängt worden. Die Durchschnittspreise für Neuwagen seien im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent auf rund 33.400 Euro gestiegen. In den Jahren zuvor seien es 3,8 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent gewesen.

„Die Hauptgründe für den schwächeren Anstieg der Durchschnittspreise im Jahre 2018 lagen beim Diesel“, sagte CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer. „Der Diesel steht für große und PS-starke Fahrzeuge.“ Durch die Kraftstoffsubventionen bei der Steuer neige insbesondere der Firmenkunde dazu, sich teure und hochmotorisierte Diesel-Pkw zu kaufen.

„Der Benziner ist das Auto der Bürger“

Die Durchschnittsausgaben für neue Diesel-Pkw lagen der Studie zufolge im Jahr 2018 bei 41.971 Euro (Preisanstieg um 2,9 Prozent). Nur Plug-In-Hybride seien auf dem deutschen Automarkt mit 55.384 Euro im Schnitt noch teurer gewesen als Diesel-Pkw. Bei den Benzinern habe der Durchschnittspreis für Neuwagen lediglich bei 28.574 Euro gelegen – das entspreche einem Anstieg um 4,2 Prozent.

Lediglich 22 Prozent aller Diesel-Pkw seien im Jahr 2018 auf private Autokäufer zugelassen worden, heißt es in der Studie des CAR-Instituts. 78 Prozent entfielen demnach auf Firmenwagen, Behörden, Vermieter oder die Autobauer selbst. Die herausragende Rolle unter den Diesel-Käufern hätten dabei die Firmenkunden. „Der Benziner ist das Auto der Bürger, der Diesel der Firmenwagen für die Chefs“, urteilt Dudenhöffer.

Das Elektroauto bewege sich hingegen „in Bürgernähe“, heißt es in der Studie. Bisher seien – auch aufgrund der Verkäufe der Marke Tesla – batterieelektrische Autos im Schnitt vergleichsweise teuer gewesen. Mit durchschnittlich 35.083 Euro liege das Elektroauto allerdings im Preis schon deutlich unter dem Diesel.

Riesige Spannbreite von Dacia bis Porsche

Die Spannbreite der durchschnittlichen Neuwagenpreise reicht nach Angaben des CAR-Instituts von 12.218 Euro für einen Dacia bis 106.878 Euro für einen Porsche. Hinter dem Porsche rangieren in der Rangliste der teuersten Autos Mercedes (50.166 Euro) und BMW (49.754 Euro) vor Audi (45.183 Euro).

Bei den Volumenherstellern zeige ein relativ niedriger Durchschnittspreis von Opel (24.433 Euro), dass der Autobauer „wenig Markenkraft“ habe, sagt Dudenhöffer. Zum Vergleich: VW erreicht 30.908 Euro.

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