Europawahl

Eon, Evonik, RWE und Thyssenkrupp warnen vor EU-Populisten

Die Ruhrgebietsunternehmen

Die Ruhrgebietsunternehmen

Foto: Thierry Monasse/dpa

Essen.   Die Chefs der Revierkonzerne Eon, Evonik, RWE und Thyssenkrupp sagen den Populisten vor der Europawahl den Kampf an. Appell an die Mitarbeiter.

Die Chefs der großen Ruhrgebietsunternehmen Eon, Evonik, RWE und Thyssenkrupp warnen vor einem Erstarken der Populisten in Europa und wenden sich mit einem Wahlaufruf an die Beschäftigten.

„Jahrzehntelang gab es einen europäischen und überwiegend auch globalen Konsens, dass mehr Zusammenarbeit zu mehr Wohlstand für alle führt. Dieser Konsens ist durch eine Reihe von Entwicklungen bedroht“, sagte Eon-Chef Johannes Teyssen unserer Redaktion. „Umso mehr geht es jetzt darum, dafür zu kämpfen.“ Eine hohe Wahlbeteiligung könne den Zusammenhalt in Europa stärken „und zugleich die Wahlchancen von Populisten verringern“.

Thyssenkrupp-Chef Kerkhoff zeigt sich besorgt

Thyssenkrupp plant eigene Werbekampagne zur Europawahl Auch Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff zeigt sich mit Blick auf Europa besorgt. „Es ist schon erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit es manchen gelingt auszublenden, was Europa für uns bedeutet“, betont Kerkhoff. „Da sind aus meiner Sicht auch wir als Unternehmen gefordert. Wir müssen besser erklären, warum wir für unseren Erfolg freie Märkte und freien Handel brauchen – und eben nicht den Rückzug ins nationale Schneckenhaus. Und warum diese freien Märkte Arbeitsplätze schaffen und sichern.“ Daher plane Thyssenkrupp einen Aufruf an die Mitarbeiter in Europa, im Mai zur Wahl zu gehen.

„Di e Europäische Union bleibt die richtige Antwort auf die vor uns liegenden Herausforderungen“, sagt RWE-Chef Rolf Martin Schmitz. „Es ist wichtig und richtig, die EU, unsere EU jetzt zu stärken – statt sie zu schwächen, wie viele Populisten es fordern.“ Er werbe bei den RWE-Mitarbeitern dafür, das „demokratische Recht wahrzunehmen und im Mai wählen zu gehen“.

Kullmann verweist auf Brexit-Votum

Evonik-Chef Christian Kullmann verweist in diesem Zusammenhang auf die Brexit-Abstimmung, bei der die Wähler für einen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU stimmten. „Die Abstimmung in Großbritannien ist auch so ausgegangen, weil es nicht gelungen ist, junge Menschen zu mobilisieren“, gibt Kullmann zu bedenken. „Das gleiche Risiko besteht nun in Europa – und für die Wahlen Ende Mai. Die Gefahr, dass europafeindliche Kräfte an Einfluss gewinnen, ist real.“ Deshalb rufe er die Mitarbeiter auf, wählen zu gehen.

Kein Wahlaufruf bei Vonovia

Obwohl auch er für Europa werbe, verzichte er auf einen aktiven Wahlaufruf an die Mitarbeiter, sagt Vonovia-Chef Rolf Buch. „Auch wenn wir versuchen, nach innen ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Europa für unser Handeln eine relevante Bedeutung hat, rufen wir nicht aktiv zur Teilnahme an der Wahl auf“, sagt der Chef des Bochumer Immobilienkonzerns. „Diese Entscheidung überlassen wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“ Zugleich betont Buch, die Europäische Union sei ein „Garant für Frieden, Stabilität, Sicherheit und Wohlstand“.

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