#28 mit Miguel Müllenbach

Galeria-CEO fürchtet schwere 2G-Folgen für den Einzelhandel

| Lesedauer: 3 Minuten

Essen  Was passiert, wenn nur Geimpfte und Genesene in die Geschäfte dürfen? Galeria-Chef Miguel Müllenbach sorgt sich um das Weihnachtsgeschäft.

Miguel Müllenbach arbeitet seit 2005 für Karstadt. Mitten in der Pandemie übernahm er den Chefposten bei der Kaufhauskette, die sich seit diesem Jahr nur noch "Galeria" nennt. Neuer Name, gleiche Probleme: Das Weihnachtsgeschäft droht im zweiten Jahr in Folge schlecht zu werden.

Zwar werden die meisten Waren trotz Lieferengpässen da sein – aber wie viele Kunden kommen noch in die Läden, um sie zu kaufen? 2G-Regeln im Einzelhandel machen diese Frage brisanter als je zuvor. Was passiert, wenn nur noch Geimpfte und Genesene in die Geschäfte dürfen, sieht Deutschlands letzter große Warenhauskonzern schon jetzt: „Wenn, wie in Sachsen, knapp die Hälfte der Menschen nicht geimpft ist, bricht die Kundenfrequenz in genau dieser Größenordnung ein“, sagte Galeria-Chef Miguel Müllenbach im Podcast „Die Wirtschaftsreporter“..

Bald sollen bundesweit Ungeimpfte nur noch für den täglichen Bedarf in Supermärkte, Drogerien und Apotheken, aber nicht mehr in andere Läden gehen dürfen. „Wenn wir bundesweit 2G haben, werden wir im Weihnachtsgeschäft noch unter das Niveau des Vorjahres fallen, das schon kein gutes war“, prognostiziert Müllenbach im Gespräch mit Wirtschaftsreporter Stefan Schulte.

Müllenbachs Devise zur Rettung des Handels ist dieselbe wie die zur Pandemiebekämpfung: „Impfen, impfen, impfen.“ Der Chef der Kaufhauskette mit ihren bundesweit gut 130 Filialen ist wie der Handelsverband HDE, dessen Vizepräsident Müllenbach ist, aber gegen die von der Politik beschlossenen Zugangsbeschränkungen. Denn: „Wenn wir eines in den vergangenen Monaten gelernt haben, dann, dass der stationäre Einzelhandel mit seinen täglich 50 Millionen Kundenkontakten kein Pandemietreiber ist. Selbst das RKI sagt, dass wegen der kurzen Kontaktdauer die Gefahr einer Ansteckung gerade auf großen Verkaufsflächen wie unseren vergleichsweise gering ist.“

Die zusätzlichen Maßnahmen würden die ohnehin schwierige Lage der Innenstädte weiter verschärfen. Deshalb bedauert Müllenbach im Podcast „Die Wirtschaftsreporter“ auch die Absage der Weihnachtsmärkte in vielen Städten. Dies sei ein weiterer Grund, nicht in die Stadt zu gehen. Von der neuen Ampel-Regierung erhofft sich der seit 2005 für Karstadt arbeitende Manager Konzepte, die verhindern, „dass wir uns von Jahr zu Jahr immer wieder in solche Situationen manövrieren.“

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