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Gaspreise erhöht – Wo Kunden günstigere Verträge finden

Die Importpreis für Erdgas sind gefallen, aber Verbraucher zahlen trotzdem teils erhöhte Preise.

Die Importpreis für Erdgas sind gefallen, aber Verbraucher zahlen trotzdem teils erhöhte Preise.

Foto: imago stock&people / imago/Christian Ohde

Berlin  Versorger zahlen weniger für Gas, geben das aber nicht weiter an den Kunden. Experten raten, den Anbieter in diesem Fall zu wechseln.

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Mehr als 380 Gasversorger haben seit Januar die Preise erhöht. Teurer wurden die ohnehin kostspieligen Grundtarife und auch die preiswerteren sogenannten Sonderverträge. Eine Analyse des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft ergab im Januar, dass Verbraucher für Gas im Schnitt fast wieder so viel zahlen wie 2015.

Die Gasanbieter haben die Verteuerung vor allem mit gestiegenen Beschaffungskosten begründet. Zwar sind die Kosten für den Import von Erdgas im vergangenen Jahr um 11 Prozent gestiegen. Seit Februar fallen die Preise aber, im März erreichten sie wieder das Niveau von Anfang 2018.

Diesen Preisvorteil haben die meisten Energie-Unternehmen ihren Kunden aber bislang vorenthalten. Im Gegenteil: Noch im April und Mai haben einige Versorger ihre Preise erhöht, darunter der Branchenriese Eon. Darauf angesprochen, erklärte das Unternehmen gegenüber dem Verbraucher-Ratgeber Finanztip, es habe „die Erdgaspreise seit 2016 stabil gehalten“. Das sei „deutlich länger als die meisten Wettbewerber“. Was Eon nicht erwähnt: 2018 verzeichnete das Unternehmen im Strom- und Gasvertrieb höhere Margen als im Jahr zuvor. So steht es im aktuellen Geschäftsbericht.

Wer länger als ein Jahr in Bonusvertrag bleibt, zahlt schnell drauf

Verbraucher sind dieser Preispolitik nicht schutzlos ausgeliefert. Sie können in einen günstigeren Vertrag beim eigenen Gasanbieter oder auch gleich den Versorger wechseln – auch wenn gerade der Sommer vor der Tür steht. Viele Gasverträge haben jährliche Kündigungsfristen.

Verbraucher sollten daher darauf achten, den Termin nicht zu verpassen. Vergleichen lassen sich Gastarife am einfachsten mit Tarifrechnern im Internet. Die Vergleichsrechner sollten Verbraucher so einstellen, dass etwaige Bonuszahlungen bei den Kosten nicht berücksichtigt werden.

Denn viele Bonustarife sind im zweiten Vertragsjahr teuer, manchmal sogar teurer als die Grundversorgung. Das hat Finanztip in seiner jüngsten Untersuchung festgestellt. Wer länger als ein Jahr in einem Bonusvertrag bleibt, zahlt schnell 200 Euro und mehr drauf. Selbst wer jedes Jahr den Gasanbieter wechselt, spart bei einem Jahresbonus von 200 bis 300 Euro häufig nur 10 bis 30 Euro gegenüber einem preiswerten Tarif ohne Bonus.

Gute Angebote mit geringem oder ohne Bonus stammen häufig von Stadtwerken, die damit gezielt Verbraucher in ihrer Region ansprechen. Finanztip empfiehlt, auf solche Angebote zu achten. Diese Tarife sind direkt beim Versorger abzuschließen, nicht alle Vergleichsrechner zeigen sie an.

• Dieser Beitrag stammt aus dem aktuellen Newsletter von Finanztip und erscheint an dieser Stelle in einer Kooperation. Finanztip ist gemeinnützig und hilft Verbrauchern bei den täglichen Finanzentscheidungen.

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