Gender-Pay-Gap

Equal Pay Day – So viel weniger verdienen Frauen als Männer

Eine Kundgebung zum Equal Pay Day in Berlin. (Archivbild)

Eine Kundgebung zum Equal Pay Day in Berlin. (Archivbild)

Foto: imago stock&people / imago/IPON

Berlin  Der Equal Pay Day soll auf die unterschiedlichen Gehälter der Geschlechter aufmerksam machen. Frauen verdienen 21 Prozent weniger.

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Frauen verdienen in Deutschland nach wie vor deutlich weniger als Männer. Dieses Ergebnis teilte das Statistische Bundesamt anlässlich des Equal Pay Days (übersetzt: „Tag der gleichen Bezahlung“), der am heutigen 18. März ist, mit.

Während Männer im Jahr 2018 durchschnittlich 21,60 Euro brutto verdienten, kamen Frauen nur auf 17,09 Euro brutto. Der Unterschied beträgt somit 21 Prozent, Frauen verdienen also ein Fünftel weniger als Männer. Scheint nicht für alle ein Problem zu sein:

Der Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern, Gender Pay Gap genannt, bleibt damit im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Bei der Auswertung handelt es sich um unbereinigte Daten. Alle vier Jahre werden zudem Faktoren zu den Gehaltsunterschieden untersucht. Die bisherigen Daten stammen aus dem Jahr 2014, die Daten für 2018 liegen noch nicht vor.

Fast jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit

2014 wurden als wichtigste messbare Gründe für den Gender Pay Gap angegeben, dass Frauen häufiger in Branchen und Berufen arbeiten, in denen schlechter bezahlt wird, und sie seltener Führungspositionen erreichen. Auch arbeiten sie häufiger als Männer in Teilzeit und in Minijobs und verdienen deshalb im Durchschnitt pro Stunde weniger.

Interaktiv:

Fast jede zweite erwerbstätige Frau war 2017 in Teilzeit tätig. Bei den Männer betrug dieser Anteil nur neun Prozent. Insgesamt waren 27 Prozent der 10,6 Millionen erwerbstätigen Personen von 20 bis 64 Jahren in Teilzeit beschäftigt.

Als Hauptgrund für die Teilzeitarbeit gab fast jede dritte Frau die Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen an. Weitere 18 Prozent gaben andere familiäre oder persönliche Verpflichtungen an. Jeder vierte Mann dagegen nannte hingegen als Hauptgrund für die Teilzeitbeschäftigung eine parallel laufende Ausbildung oder berufliche Fortbildung.

Bei gleicher Arbeit verdienen Frauen dennoch weniger

Aber auch beim bereinigten Gender Pay Gap bleiben Unterschiede bestehen. Der bereinigte Gender Pay Gap berücksichtigt keine Strukturunterschiede, sondern vergleicht Gehälter unter der Voraussetzung vergleichbarer Tätigkeit und äquivalenter Qualifikation. Trotz gleicher Arbeit verdienten Frauen im Jahr 2014 pro Stunde sechs Prozent weniger als Männer.

Allerdings muss bei diesem Wert berücksichtigt werden, dass es sich um eine Obergrenze handelt. Der Unterschied würde wohl geringer ausfallen, wenn weitere Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren für die Analysen zur Verfügung gestanden hätten, wie vor allem Angaben zu Erwerbsunterbrechungen.

Kommentar:

Hintergrund:

Berufe:

Mit vergünstigten Fahrkarten haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zum „Equal Pay Day“ indes für Aufsehen gesorgt: 21 Prozent weniger und damit 5,50 statt 7 Euro kosteten Tageskarten am Montag – aber nur für Frauen. Selbst internationale Medien wie die „New York Times“ und der britische „Guardian“ berichteten über die Aktion. Neben den günstigeren Tagestickets gab es für Frauen auch billigere Monats- und Jahreskarten – die wurden jedoch nur an einem Automaten am Alexanderplatz verkauft, für bis zu 160 Euro weniger. (tki/les/dpa)

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