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So funktioniert die neue Job-Suchfunktion von Google

Die Geschichte vom Internetriesen Google

So schaffte es die Garagenfirma zum zweitwertvollsten Unternehmen der Welt.

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Berlin  In den USA können Arbeitnehmer seit zwei Jahren via Google nach Stellen suchen. Jetzt startet Googles Jobsuche auch in Deutschland.

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Wer bisher nach einem Arbeitsplatz auf Google suchte, erhielt eine Reihe von Anzeigen und Jobportalen aufgelistet. Ab sofort ist das anders: Google hat seine neue Job-Suchfunktion in Deutschland gestartet.

Google for Jobs“ hilft bereits seit knapp zwei Jahren Arbeitssuchenden in den USA bei der Suche nach einer Stelle. Auch im latein- und südamerikanischen, afrikanischen und südasiatischen Raum ist die Funktion seit längerem nutzbar. Nun werden auch in Deutschland konkrete Stellen angezeigt – allerdings ohne den in den USA geläufigen Markennamen „Google for Jobs“.

Filter- und Kombinationsmöglichkeiten mit Google-Diensten

Wer also beispielsweise „Job“ und seinen Wohnort oder den Berufsstand googelt, erhält in einem sogenannten „Link-Tipp-Container“, einem blau eingerahmten Kasten, eine Auswahl an Stellen angezeigt. Google nutzt für die Anzeige sowohl Stellen von Jobportalen als auch direkt von Unternehmen.

Auch bietet der amerikanische Online-Riese verschiedene Filtermöglichkeiten an. So kann der Umkreis der Angebotssuche festgelegt werden. Liegt eine Verknüpfung mit Google Maps vor, wird der potenzielle Arbeitsweg und dessen Dauer direkt angezeigt. Zudem kann nach nach Gehalt gefiltert werden. Ebenfalls möglich ist mit der neuen Suchfunktion das Einstellen eines Alarms, mit dem E-Mail-Benachrichtigungen bei neuen Jobangeboten automatisch versandt werden.

Jobsuche bei Google – Das Wichtigste in Kürze:

• Google startet die neue Funktion der Jobsuche in Deutschland

• Jobs werden in einem „Link-Tipp-Container“, einem Kasten, angezeigt

• Im Gegensatz zu Jobbörsen können Stellenausschreibungen nicht direkt hochgeladen werden

• Mitentwickelt wurde die neue Suchfunktion von Absolventa, die wie diese Redaktion zur Funke Mediengruppe gehört

Bewerbungen erfolgen über Jobbörsen oder die Unternehmen

Allerdings übernimmt die neue Suchfunktion nicht die Aufgaben einer Stellenbörse. Es können beispielsweise keine Stellenausschreibungen hochgeladen werden. Auch werden Interessierte, wenn sie sich bewerben wollen, entsprechend auf das Portal umgeleitet, auf dem die Bewerbung eingestellt wurde – also entweder auf eine Vermittlungsseite oder direkt zu dem jeweiligen Unternehmen.

Dabei kann jede Jobbörse selbst entscheiden, ob sie ihr Portal für Google öffnet oder nicht. Um bei der Google-Jobsuche aufzutauchen, müssen Anzeigen so geschrieben werden, dass sie von einem sogenannten Webcrawler, einem Computerprogramm, das das Internet durchforstet und Webseiten analysiert, gefunden werden kann.

Google will eine Million Menschen bei der Jobsuche unterstützen

„Menschen über Technologien mit Informationen zu verbinden, ist Teil unserer DNA. Daher freuen wir uns sehr, diese Erfahrung nun auch in die Stellensuche einzubringen“, sagte Nick Zakrasek, Produkt-Manager für die Jobsuche bei Google. „Die neue Jobsuche in der Google-Suche ist nun ein weiterer, wichtiger Schritt auf unserem Ziel, Menschen auf der Suche nach ihrem Traumjob zu unterstützen.“

Googles Kommunikationsdirektor für Nordeuropa, Kay Oberbeck, erklärte, dass es Googles Ziel sei, bis 2020 in Europa eine Million Menschen bei der Jobsuche zu unterstützen. Bisher sei diese Unterstützung auf dem Weg der sogenannten Zukunftswerkstätten geschehen, bei denen Google Fortbildungen im Digitalsektor anbot. Mit der neuen Funktion der Jobsuche erweitere man nun die Unterstützung.

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Absolventa ist von ersten Tests überzeugt

Um Googles Jobsuche technisch auf den deutschen Arbeitsmarkt anzupassen, arbeitete das US-Unternehmen unter anderem mit der deutschen Absolventa GmbH zusammen, die Betreiber von www.azubi.de ist und wie diese Redaktion zur Funke Mediengruppe gehört.

Absolventa testete zusammen mit Google auf der Website azubi.de, die eine halbe Million Nutzer im Monat hat, für Google angepasste Stellenangebote. Erik Walter, Performance-Marketing-Leiter von Absolventa, zeigte sich mit den Tests zufrieden: „Wir konnten die Bewerbungsrate in unserem Test verdoppeln.“

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Jobsuchmaschine:

Google testete in den letzten Monaten bereits

Seit rund zwei Monaten tauchten bei einzelnen Suchanfragen auch auf der Google-Seite bereits der Job-Such-Kasten auf. Google Deutschland teilte via Twitter bereits im März mit, dass es die neue Job-Funktion testet.

Absolventa unterstützte Google unter anderem dabei, eine Kategorisierung von Ausbildungsberufen

vorzunehmen und das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) umzusetzen. In der Google Jobsuche tauchen nur Anzeigen auf, die diesen Standards genügen.

Robindro Ullah, Geschäftsführer der Absolventa-Tochterfirma Trendence, war zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Google, die bei Absolventa seit November 2018 lief: „Für Schüler beginnt die Suche nach einem Ausbildungsberuf meist mit Google – und wir haben durch unser Jobportal azubi.de viel Wissen über diese Zielgruppe. Für uns war die Kooperation eine Chance, beim Berufseinstieg zu helfen”, sagte Ullah.

Vor allem werde laut Ullah die Transparenz für Arbeitssuchende gestärkt. „Es liegt künftig mehr Wert auf dem Inhalt als auf der Gestaltung einer Anzeige“, meinte Ullah. So würden unter anderem Bewertungen von Arbeitnehmern über den Arbeitgeber bei Stellenanzeigen angezeigt.

„Innovation für den Stellenmarkt“

Viele große Jobportale beteiligen sich an der Kooperation mit Google und erhoffen sich aus dem neuen Angebot Vorteile. Jens Stief, Geschäftsführer der E-Recruiting-Sparte beim Sozialen Netzwerk XING, rechnet damit, dass die Google Jobsuche konkrete Auswirkungen auf den Arbeitsplatzmarkt haben werde: „Es geht um eine Innovation, die den Markt verändern wird“, sagte Stief. Er selbst verstehe die Kooperation mit Google als Chance, um XINGs Bekanntheit zu erhöhen.

Auch Sylvia Edmands, Deutschland-Geschäftsführerin des Jobvermittlers Monster zeigte sich gegenüber der neuen Funktion aufgeschlossen: „So sind wir als präferierte Marke bei den Jobsuchenden präsent, egal wo ihre Stellensuche beginnt“, sagte Edmands.

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