Buchungsportale

Booking.com darf Hotels niedrigere Preise verbieten

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Düsseldorf  Für Urlauber kann es günstiger sein, direkt bei Hotels statt über Portale wie Booking.com zu buchen. Das könnte aber bald vorbei sein.

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Urlaub günstig buchen – das dürfte das Ziel vieler Reisender in spe sein. Eine Taktik konnte bisher sein, sich erst auf Buchungsportalen wie Booking.com oder Expedia schöne Unterkünfte empfehlen zu lassen, um dann aber nicht dort, sondern direkt bei den Hotelbetreibern zu buchen. Diese Strategie könnte jedoch bald nicht mehr funktionieren.

Denn das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat nun entschieden, dass Booking.com Hotels verbieten darf, ihre Zimmer auf der eigenen Website billiger anzubieten als über das Portal. Eine solche „enge Bestpreisklausel“ sei zulässig, teilte das OLG am Dienstag mit und hob die Untersagung dieser Praxis durch das Bundeskartellamt auf.

Die Klausel sei nicht wettbewerbsbeschränkend, sondern notwendig, um „ein illoyales Umlenken von Kundenbuchungen“ zu verhindern, hieß es zur Begründung (Az.: VI - Kart 2/16 (V)).

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Booking.com entgeht Provision für Vermittlung

Buchen Urlauber direkt bei den Hotels, erhalten die Buchungsportale keine Vermittlungsprovision. Nach Untersuchungen des Kartellamts beträgt die Basisprovision in der Regel zwischen 10 und 20 Prozent des Übernachtungspreises.

Die Hotelbranche bestreitet allerdings, dass es viele solcher „Trittbrettfahrer“ gebe. „Nicht einmal 1 Prozent der bei Booking.com ihre Hotelsuche startenden Nutzer „verirren“ sich zur Buchung noch auf eine Hotelwebsite“, sagte Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbands Deutschland (IHA).

Der Verband befürchtet nun, dass die Hotels den „marktdominanten Portalriesen zukünftig schutzlos ausgeliefert“ sein werden, wie IHA-Präsident Otto Lindner sagte.

Studie: Jedes vierte Hotel-Angebot günstiger als auf Buchungsportal

Zimmerpreise zu vergleichen, kann sich nach Untersuchungen des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim durchaus lohnen. Jedes vierte Angebot auf der hoteleigenen Webseite sei günstiger als bei einem Hotelbuchungsportal gewesen, hatten die Forscher im Januar berichtet.

Das ZEW hatte im Zeitraum zwischen Juli 2016 und Januar 2017 die Zimmerpreise für 250 Städte in verschiedenen Ländern unter die Lupe genommen und dabei die Buchungsportale Booking.com und Expedia sowie die Metasuchseite Kayak ausgewertet.

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Hotels immer stärker auf Booking.com angewiesen

Booking.com ist in Deutschland die meistgenutzte Online-Plattform für Hotelbuchungen. Nach Angaben des Bundeskartellamts hat sie einen Marktanteil von rund 60 Prozent. Alle Buchungsportale zusammen haben demnach im Jahr 2017 einen Umsatz von fast einer Milliarde Euro erzielt.

Die Hotels seien immer stärker auf den Marktführer Booking.com angewiesen, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt: So beeinflussen Online-Bewertungen die Kunden. Die Rankings von Booking.com, Expedia und Co. stehen allerdings schon länger scharf in der Kritik.

Booking.com begrüßte die Entscheidung des Gerichts. Sie stehe im Einklang mit den meisten anderen europäischen Ländern.

Booking.com: Nicht zwingend die günstigsten Angebote

Die Behörde will zunächst die Urteilsbegründung abwarten und dann über Rechtsmittel entscheiden. Der 1. Kartellsenat des OLG hat allerdings eine Rechtsbeschwerde nicht zugelassen. Diese Entscheidung könne nur unter engen Voraussetzungen angefochten werden, teilte das Gericht mit.

Eine noch weitergehende Bestpreisklausel, mit der Booking.com die Hotels ursprünglich verpflichtet hatte, auf dem Portal stets die günstigsten Konditionen anzubieten, hatte das Gericht dagegen 2015 als kartellrechtswidrig eingestuft. Ein Sprecher des Kartellamts verwies darauf, dass die „engere“ Bestpreisklausel in einigen anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Österreich und Italien gesetzlich verboten seien.

Die Frage, ob Buchungsportal oder Direkt-Buchung, ist nicht die einzige, die man sich stellen sollte. Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle: Urlaub 2019: Wann man laut TUI-Chef am besten buchen sollte.

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(dpa/cho)

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