Handwerkskammer

Renfordt neuer Präsident der Handwerkskammer Südwestfalen

Der Iserlohner Maler-und Lackierermeister Jochen Renfordt (55, im Bild links) löst den Arnsberger Dachdeckermeister Willy Hesse (77) als Präsident der Handwerkskammer Südwestfalen ab. Hesse stand 20 Jahre lang an der Spitze der Kammer.

Der Iserlohner Maler-und Lackierermeister Jochen Renfordt (55, im Bild links) löst den Arnsberger Dachdeckermeister Willy Hesse (77) als Präsident der Handwerkskammer Südwestfalen ab. Hesse stand 20 Jahre lang an der Spitze der Kammer.

Foto: Markus Kluft / hwk

Arnsberg.  Der Iserlohner Jochen Renfordt ist neuer Präsident der Handwerkskammer Südwestfalen und löst Willy Hesse (77) nach 20 Jahren an der Spitze ab.

Bei der Handwerkskammer Südwestfalen endet eine jahrzehntelange Ära. Am Donnerstag verabschiedete die Vollversammlung den Arnsberger Willy Hesse als Präsidenten und wählte einstimmig den Iserlohner Maler- und Lackierermeister Jochen Renfordt als seinen Nachfolger. „Ich trete in riesige Fußstapfen“, sagte der 55-jährige neue Präsident am Abend. Hesse habe die Kammer geprägt wie kein anderer vor ihm. Der 77-Jährige Hesse selbst „ein bisschen erleichtert“, nach der langen Zeit einen Schritt zurücktreten zu können.

Qualifizierung im Blick

Der neue Präsident Renfordt kündigte an, vorrangig das Themen Digitalisierung und Bürokratieabbau in den Blick nehmen zu wollen:„Zuviel Kleinklein drangsaliert die Betriebe“, sagt Renfordt und nennt die Bonpflicht im Bäckerhandwerk als aktuelles Beispiel. Den neuen Präsidenten „stört dieses unglaubliche Misstrauen, das sich gegenüber dem Handwerk dahinter verbirgt.“ Der Iserlohner hält auch eine schlanke Verwaltung auf allen Ebenen für notwendig, und zwar auch in der eigenen Verwaltung. Zudem möchte Renfordt, der bereits zehn Jahre im HWK-Vorstand gearbeitet hat, frischen Wind in die Kammer bringen: „Wir müssen weiblicher und jünger werden“, fordert der Präsident mit Blick auf die Vollversammlung.

Beim Thema Fachkräftesicherung wünscht sich der neue Präsident neben Weiterbildung und Qualifizierung stärker die Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen in Betracht zu ziehen.

Von 1999 bis 2019 Präsident

Renfordt hat sich also viel vorgenommen. Sein Vorgänger wurde am Donnerstagabend im Saal der Arnsberger Bürgerschützengesellschaft stilvoll verabschiedet. 30 Jahre lang prägte der heute 77-jährige Hesse die Geschicke der Arnsberger Kammer entscheidend mit, zunächst als „Vize“ und seit 1999 als Präsident. Darüber hinaus engagierte er sich als Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages (2010) und erntete in ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) Respekt und Anerkennung. Mit Realitätssinn, gesundem Menschenverstand und stets viel Gespür für die Menschen setzte sich der Arnsberger für das Handwerk ein. Hesse, der der Kammer als Ehrenpräsident erhalten bleiben wird, ist nach wie vor täglich in seinem Arnsberger Betrieb aktiv und hat auch deshalb seinen Blick für die drängenden Probleme des Handwerks in der Region erhalten.

Jochen Renfordt gehört seit 2009 dem Vorstand der Handwerkskammer Südwestfalen an. Auch in der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis hat sich der 55-Jährige seit Jahren engagiert: Von 2003 bis 2018 als Vorstandsmitglied, sowie von 2007 bis 2018 als stellvertretender Kreishandwerksmeister und stellvertretender Vorsitzender des Berufsbildungszentrums Iserlohn. Darüber hinaus leitet Renfordt seit 1996 einen Betrieb mit heute über 20 Mitarbeitern.

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