Handel

Karstadt und Kaufhof suchen Nähe zu Amazon und Zalando

Der Online-Händler Amazon kooperiert bei einzelnen Projekten mit Karstadt und Kaufhof.

Der Online-Händler Amazon kooperiert bei einzelnen Projekten mit Karstadt und Kaufhof.

Foto: dpa/ Mark Lennihan

Essen.   Karstadt und Kaufhof wollen mit Amazon und Zalando zusammenarbeiten. So sollen Pakete der Online-Händler mehr Kunden in die Warenhäuser locken.

Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof kooperiert mit den Online-Händlern Amazon und Zalando. Das „Zukunftskonzept“ von Karstadt und Kaufhof sei, einen „vernetzten Marktplatz“ aufzubauen, sagte Konzernchef Stephan Fanderl. Dazu gehöre auch eine „enge Zusammenarbeit mit Partnern wie Zalando und Amazon“.

Ab Juni sollen zwei neue Projekte der Unternehmen starten, teilte der Warenhauskonzern mit. Mit Amazon arbeite Galeria Karstadt Kaufhof bereits seit 2017 zusammen. Nun komme eine weitere Dienstleistung hinzu: Amazon-Kunden könnten ihre Pakete nicht mehr nur in den sogenannten „Lockern“ in verschiedenen Galeria-Filialen abholen, sondern hätten auch die Möglichkeit, die Pakete in den Service-Centern der Warenhausfilialen entgegenzunehmen.

„Damit steigern wir die Frequenz in unseren Häusern“

Die Partnerschaft mit Zalando sehe vor, den Bestand der Kaufhauslager mit dem Zalando-Onlineshop zu verknüpfen. Bestellungen von Zalando-Kunden könnten so direkt von ausgewählten Karstadt- oder Kaufhof-Filialen übernommen werden. Beide Projekte starten Unternehmensangaben zufolge zunächst in einzelnen Filialen und sollen, sofern sie erfolgreich sind, auf zusätzliche Filialen ausgeweitet werden. „Damit steigern wir die Frequenz in unseren Häusern und können unter anderem neue Kunden von uns überzeugen“, erklärte Fanderl.

„Aus dem Einkaufen und Verkaufen von Ware allein werden wir nicht die Erträge erzielen, die wir in der Zukunft holen wollen. Schon gar nicht bei dem herrschenden Wettbewerbs- und Margendruck aus dem Online-Geschäft“, sagte Fanderl der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Als Beispiel nannte er: „Mit mehr als 30.000 innerstädtischen Parkplätzen sind wir einer der größten Parkplatzbetreiber in Deutschland. Dadurch entstehen ganz neue Chancen, dieses Geschäft noch professioneller zu betreiben. Schließlich gehört bequemes Parken zu den wichtigsten Argumenten für eine attraktive Innenstadt.“ Weitere Beispiele seien die Instandhaltung von Gebäuden oder die Gastronomie. „Warum sollten unsere Food- und Gastronomie-Töchter nicht die Chancen am Markt nutzen, Flächen außerhalb der Warenhäuser zu betreuen und zu entwickeln?“

Warenhausfusion als „Mammutaufgabe“

Im Moment würden die beiden Warenhauskonzerne Kaufhof und Karstadt zusammengeführt. In 15 Projekten werde in Köln und Essen „mit Hochdruck“ an der Zusammenlegung gearbeitet, berichtete Fanderl. Er sprach von einer „Mammutaufgabe“.

Bis zu einer nächsten Führungskräftetagung Ende September soll das neue Gemeinschaftsunternehmen im Wesentlichen stehen. Ziel sei es, „mit einer Zentrale, einem IT-System, einer Logistik, einem gemeinsamen Sortiment und einem einheitlichen Onlineshop“ zu arbeiten. Durch die damit verbundenen Effekte solle auch die Verlustsituation bei Kaufhof beendet werden. Kaufhof arbeitet derzeit weiter mit Verlust, auch Karstadt ist zuletzt wieder ins Minus gerutscht. Zudem gab es in den ersten Monaten des Geschäftsjahres Umsatzeinbußen.

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