Weihnachtsgeschäft

Media-Saturn leidet unter "Black Friday"-Rabattschlachten

Für die Elektronikkette Media Markt und das Schwester-Unternehmen Saturn blieb das Weihnachtsgeschäft hinter den Erwartungen zurück.

Für die Elektronikkette Media Markt und das Schwester-Unternehmen Saturn blieb das Weihnachtsgeschäft hinter den Erwartungen zurück.

Foto: Armin Weigel/dpa

Düsseldorf.   Die Elektronikkette Media-Saturn beklagt ein schlechtes Weihnachtsgeschäft und macht dafür die Rabatte des „Black Friday“ verantwortlich.

Die Aufspaltung in ein Lebensmittel- und ein Elektronikladen-Unternehmen sollte dem großen Handelsdampfer Metro neuen Schub geben. Doch der durchschlagende Erfolg lässt auf sich warten. Ceconomy, die Dachgesellschaft für die Ketten Media Markt und Saturn, legt schlechte Zahlen für das gerade zu Ende gegangene Weihnachtsgeschäft vor.

Die Begründung von Ceconomy-Chef Pieter Haas und seinem Vorstand lässt aufhorchen: Neben den Kosten für den Aufbau der neuen Unternehmens-Holding hätten die „Preisreduzierungen rund um den Black Friday“ das Ergebnis belastet, heißt es in einer Mitteilung. Rund um den „Schwarzen Freitag“ am 24. November purzelten nicht nur im Stammland der Aktion, den USA, die Preise. Auch zahlreiche Händler in Deutschland waren im Black-Friday-Fieber. Einer Umfrage des Handelsverbands zufolge erwarteten sie zusätzliche Umsätze in Höhe von 1,7 Milliarden Euro allein über das Internet. Pro Kopf, so die Umfrage, wollten die Verbraucher knapp 300 Euro ausgeben.

Black Friday: Umsatz steigt, Gewinn sinkt

Bei Media-Saturn beklagt man nun, dass das Weihnachtsgeschäft unter der Rabattschlacht rund um den Black Friday im November gelitten habe. Die Dezemberumsätze seien niedriger als erwartet ausgefallen, teilte der Elektronikhändler mit. Im Zeitraum Oktober bis Dezember sank der operative Gewinn (Ergebnis vor Zinsen und Steuern, Ebit) nach ersten Berechnungen um 16 Prozent auf 260 Millionen Euro. Während der bereinigte Konzernumsatz um 1,3 Prozent auf 6,935 Milliarden Euro stieg.

An seiner Jahresprognose, betonte der Vorstand am Freitag, wolle Ceconomy aber festhalten. Die Finanzmärkte nahmen Pieter Haas und seinem Team das Versprechen aber nicht so recht ab. Die MDax-Aktie rutschte zeitweise um über zehn Prozent auf 11,55 Euro ab. Analysten zeigten sich enttäuscht, zumal auch die Metro mit ihrem Lebensmittelgeschäft im Dezember keine berauschenden Jahreszahlen hatte vorlegen können. „Den Beweis, dass die Aufspaltung wirklich ein Befreiungsschlag für die Unternehmen war, müssen Metro und Ceconomy erst noch erbringen“, sagte Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Zalando profitierte vom Black Friday

Der Handelsverband Deutschland hatte für das Weihnachtsgeschäft 2017 eine Umsatzsteigerung von drei Prozent auf 94,5 Milliarden Euro erwartet. Der stationäre Handel macht knapp 19 Prozent, der Internethandel gut ein Viertel seines Jahresumsatzes in den letzten beiden Monaten. Ob die Prognose erfüllt wurde, will der Verband am 31. Januar mitteilen.

Dass die Rabattschlacht rund um den Black Friday nicht unbedingt zu Lasten des Gewinns gehen muss, wie es Ceconomy darstellt, zeigt das Beispiel des Onlinehändlers Zalando. Nach eigenen Angaben gewann er allein in der letzten November-Woche mehr als 100 000 neue Kunden.

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