Banken-Wettbewerb

Mittelstand: Hypo Vereinsbank will in NRW angreifen

Markus Beumer, Firmenkunden-Vorstand der Hypo Vereinsbank. 

Markus Beumer, Firmenkunden-Vorstand der Hypo Vereinsbank. 

Foto: Hypo Vereinsbank

Essen.  Die Hypo Vereinsbank will in NRW stärker wachsen. Sie hat bereits Fachkräfte bei anderen Geldinstituten eingekauft.

Nach der abgesagten Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank wird der Wettbewerb unter den Instituten wieder schärfer. „NRW ist unser Hauptzielmarkt für Wachstum. Hier gibt es sehr viel Dynamik“, sagt Markus Beumer, der neue Firmenkunden-Vorstand der Hypo Vereinsbank. Das Geldhaus aus München nimmt insbesondere auch die Region an Rhein und Ruhr ins Visier. „Hier sind ja auch die meisten Unternehmen. Die Ruhrwirtschaft befindet sich in einem Transformationsprozess weg von Kohle und Stahl. Wir beobachten, dass sich hier modernere Unternehmen niederlassen. Sie wollen wir als Bank begleiten“, sagt Beumer.

Neue Kunden im breiten Mittelstand

Die Hypo Vereinsbank habe ihr Team in der Region bereits verstärkt und neue Mitarbeiter, die zuvor bei Konkurrenten arbeiteten, eingestellt. Ihre Aufgabe soll sein, neue Kunden zu werben. „Wir sind mit unseren Marktanteilen noch nicht da, wo wir hin wollen. Im breiten Mittelstand ist unser Haus noch nicht so bekannt“, meint der Hypo-Vorstand. Das soll sich nun ändern. In Dortmund hatte Beumer vor einigen Wochen zu einer großen Kunden-Veranstaltung eingeladen. „Wir sind sehr anpackend“, betont der Banker.

Software-Unternehmer- Revier kann digitaler Vorreiter sein Es sei historisch bedingt, dass die Hypo Vereinsbank vor allem im Süden und Norden ihre Schwerpunkte hat. Nach Berlin will das Institut nun seine Expansionsstrategie auch auf das Revier lenken. „Hier gibt es inzwischen viele Start-ups und Digitalunternehmen. Sie brauchen innovative Finanzierungslösungen“, meint Vorstand Beumer. „Große Familienunternehmen gehören bereits zu unserem Kundenstamm. NRW, dieser riesige breite Markt ist aber mehr für uns“, so der gebürtige Krefelder. In keinem anderen Bundesland sei die Wirtschaft so diversifiziert aufgestellt.

„Wir wollen niemand verdrängen“

Die Commerzbank NRW hatte vor einigen Wochen im Gespräch mit unserer Redaktion angekündigt, auch den Sparkassen und Volksbanken Kunden abjagen zu wollen. Auch die Deutsche Bank will angesichts der größer werdenden Online-Konkurrenz weiter wachsen. Nun reiht sich die Hypo Vereinsbank ein. „Wir wollen Kunden gewinnen und nicht Angriffe auf Sparkassen fahren. Wir wollen niemand verdrängen“, unterstreicht Beumer. „Die Kunden haben sich ja schließlich für die Sparkassen entschieden.“

Der Weg sei aber schwierig. „Bei der Werbung von Neukunden brauchen wir Durchhaltevermögen“, so Beumer. Sein Haus sehe sich aber mit seinem „internationalen Netzwerk vor allem in Osteuropa“ gut aufgestellt. „Das bietet keine andere deutsche Bank. Wir haben eine globale internationale Plattform“, meint der Manager im Hinblick auf den wachsenden Außenhandel.

Gründerszene im Blick

Die Hypo Vereinsbank schielt aber auch auf die wachsende Gründerszene. „Unternehmen siedeln sich an, wo Bedingungen und Infrastruktur gut genug sind. Dazu gehört auch die Bereitstellung von Risikokapital. Da hat es in NRW zuletzt Nachholbedarf gegeben“, so Beumer. Die Hypo Vereinsbank wolle Start-ups aber nicht nur mit Krediten versorgen, sondern auch mit etablierten Unternehmen zusammenbringen. „Wir wollen in einem frühen Stadium beratend tätig sein und dafür sorgen, dass die Finanzierung zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung steht.“

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