Liquiditätshilfen

Nachfrage nach Hilfskrediten steigt in Corona-Krise rasant

Am Boden: Weshalb die Lufthansa Milliarden-Hilfen bekommen soll

Die Lufthansa und die Bundesregierung stehen nach Konzernangaben kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen über Staatshilfen in der Corona-Krise. Laut Lufthansa geht es um bis zu neun Milliarden Euro. Wieso wurden Hilfen überhaupt nötig? Ein Überblick.

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Berlin.  Die Nachfrage nach Hilfskrediten für Unternehmen und Selbstständige steigt in der Corona-Krise rasant. Es geht um Milliarden Euro.

Die Nachfrage nach Liquiditätshilfen in der Corona-Krise steigt rasant. Bei der staatlichen Förderbank KfW sind bislang 44.089 Anträge eingegangen. Das geht aus Unterlagen des Bundesfinanzministeriums mit Stand 19. Mai hervor, die unserer Redaktion vorliegen. Das Antragsvolumen summiert sich auf 42,3 Milliarden Euro.

Darin enthalten sind einige besonders große Kreditanfragen, über die noch nicht entschieden worden ist. So benötigt etwa die Lufthansa drei Milliarden Euro. Der Sportartikelhersteller Adidas sicherte sich bereits einen Kredit über 2,4 Milliarden Euro bei der KfW. Auch die Media-Markt-Mutter Ceconomy bekommt von der staatlichen Förderbank, die von Bund und Ländern getragen wird, bis zu 1,7 Milliarden Euro.

Besonders stark stieg zuletzt die Nachfrage nach dem KfW-Schnellkredit. Für das Mitte April eingeführte Hilfsangebot mit 100-prozentiger Risikoübernahme durch die Bank erreichte das Antragsvolumen Ende April 794 Millionen Euro – bis zum 18. Mai stieg die Zahl auf 2,5 Milliarden Euro bei insgesamt 7397 Anträgen.

Zwei Millionen Kleinunternehmen und Selbstständige brauchen Hilfe

Für Soforthilfen für kleine Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten und Selbstständige von Bund und Ländern sind mindestens 2,015 Millionen Anträge eingegangen. Bewilligt worden sind 1,573 Millionen. Das Antragsvolumen beträgt 12,9 Milliarden Euro, bewilligt worden sind 12,3 Milliarden Euro. Die tatsächlichen Zahlen könnten wegen einer verzögerten Übermittlung an den Bund aber noch höher liegen.

Steuererleichterungen, vor allem Stundungen, wurden seit Ausbruch der Corona-Pandemie in einem Volumen von 807,2 Millionen Euro beantragt, 289,9 Millionen Euro bewilligt. In der Corona-Krise droht der Welt die schlimmste Rezession seit 100 Jahren.

Die deutsche Wirtschaft dürfte in diesem Jahr um sieben Prozent oder mehr schrumpfen. Mit den milliardenschweren Hilfsprogrammen soll ein Absturz der Wirtschaft vermieden werden. Die EU plant ein gigantisches Konjunkturprogramm, das eine „grüne“ Auto-Kaufprämie beinhaltet. (aky)

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