OPEC und Iran

Warum die Preise für Sprit und Heizöl steil ansteigen

Verbraucher müssen sich auf höhere Preise für Sprit und Heizöl einstellen.

Verbraucher müssen sich auf höhere Preise für Sprit und Heizöl einstellen.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Essen.   Nach der Drosselung der Förderung wird Rohöl seit einem Jahr teurer. US-Sanktionen gegen Iran könnten Preisauftrieb verstärken.

Verbraucher müssen sich auf höhere Preise für Sprit und Heizöl einstellen. Der Grundstoff, das Rohöl, wird allerdings nicht erst teurer, seitdem US-Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche Wirtschaftssanktionen gegen das Förderland Iran ankündigte. Die Ölpreise klettern seit einem Jahr.

Erstmals seit fast drei Jahren müssen deutsche Autofahrer an der Zapfsäule mehr als 1,40 Euro für einen Liter Superbenzin bezahlen. Für einen Liter Diesel werden im bundesweiten Durchschnitt mindestens 1,26 Euro fällig, das ist ebenfalls der höchste Stand seit rund drei Jahren. Zum Vergleich: Im Februar 2016, als die Spritpreise ein vorläufiges Tief erreicht hatten, kostete ein Liter Super 1,22 Euro. Der Diesel war damals sogar unter die magische Grenze von einem Euro auf 98 Cent gerutscht.

Große regionale Unterschiede

Große regionale Unterschiede und bis zu zehn Preisschwankungen pro Tankstelle an einem Tag führten nach einer Auswertung des Energie-Informationsdienstes (EID) dazu, dass die Berliner in der vergangenen Woche besonders tief in die Tasche greifen mussten: Der Liter Super in der Hauptstadt kostete 1,54 Euro, Diesel 1,38 Euro. Im Ruhrgebiet liegen die Preise im Schnitt zehn Cent darunter.

Der Heizölpreis hat laut EID in den größeren Städten die Marke von 70 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern) geknackt. Damit müssen die Heizöl-Kunden wieder so viel bezahlen wie zuletzt im November 2014. Vor einem Jahr lag der Heizöl-Preis bei 55 Euro für 100 Liter, der Anstieg beträgt somit mehr als 15 Euro oder fast ein Drittel. Bei einer Tankfüllung sind das immerhin 450 Euro.

Preis für Rohöl geht in die Höhe

Grund für den Auftrieb bei den sogenannten Produkte-Preisen ist die parallele Entwicklung beim Rohöl. Das Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent ist innerhalb eines Jahres von gut 50 auf mehr als 77 Dollar gestiegen. Noch Anfang 2016 war der Preis kurzzeitig unter 30 Dollar je Barrel gefallen.

Damit bekommen die Verbraucher die Politik des Kartells der Ölförderländer Opec zu spüren. Nach einer jahrelangen Schwemme haben sie die Förderung zurückgefahren. Auch Russland unterstützt diesen Kurs, der rund zwei Millionen Barrel pro Tag aus dem Markt genommen hat. Nach der Aufkündigung des Atomabkommens durch US-Präsident Trump stehen nun weitere 2,5 Millionen Barrel pro Tag auf der Kippe, die der Iran als fünftgrößter Ölexporteur fördert.

Die Verknappung des Angebots dürfte die Ölpreise weiter in die Höhe treiben. Denn die Nachfrage ist ungebrochen. Der deutsche Tankstellen-Marktführer Aral aus Bochum berichtet, dass aufgrund der guten Konjunktur der Kraftstoffabsatz im vergangenen Jahr bundesweit rund 36 Millionen Tonnen Kraftstoffe verkauft wurden. Das waren 0,4 Prozent mehr als 2016. Die BP-Tochter Aral kam nach eigenen Angaben auf einen konstanten Absatz von 7,6 Millionen Tonnen.

Leserkommentare (8) Kommentar schreiben