Steuer auf Hotelzimmer

Schauinsland hofft auf Millionen-Rückzahlung – plus Zinsen

Schauinsland-Chef Gerald Kassner.

Schauinsland-Chef Gerald Kassner.

Foto: Lars Heidrich

Duisburg.   Der Duisburger Reiseveranstalter Schauinsland kann sich Hoffnung auf eine Steuerrückzahlung in Millionenhöhe machen.

Der Duisburger Reiseveranstalter Schauinsland kann sich Hoffnung auf eine steuerliche Rückerstattung in zweistelliger Millionenhöhe machen. Das letzte Wort hat aber noch der Bundesfinanzhof.

In der Vorinstanz jedenfalls gab das Finanzgericht Düsseldorf Schauinsland-Chef Gerald Kassner Recht. Er hatte Klage gegen einen Beschluss des Finanzamts für Groß- und Konzernbetriebsführung in Krefeld aus dem Jahr 2012 eingereicht. Das NRW-Institut hatte seinerzeit verfügt, dass Schauinsland auch für vermittelte Hotelzimmer Gewerbesteuer zu zahlen habe – und zwar rückwirkend bis 2008. Das Finanzamt argumentierte, Hotelzimmer seien wie gemietete Büroräume oder Lagerhallen zu behandeln.

Streit um Steuer für Hotelzimmer

Der Bescheid bringt Kassner noch heute auf die Palme. Für ihn als Reisebüro-Inhaber sind Hotelzimmer Handelsware, deshalb Teil des Umlaufvermögens und nicht gewerbesteuerpflichtig. Der Chef von Deutschlands sechstgrößtem Reiseveranstalter zog vor das Düsseldorfer Finanzgericht und bekam Ende 2018 Recht. Das Handelsblatt berichtete darüber.

Vorsichtshalber überwies Kassner allerdings 30 Millionen Euro an das Duisburger Finanzamt – 80 Prozent der seinerzeit geforderten Summe. Der Schachzug könnte sich für Schauinsland nun als äußerst lukrativ erweisen. Sollte der Bundesfinanzhof in letzter Instanz das Düsseldorfer Urteil bestätigen, hätte das Unternehmen Anspruch auf sechs Prozent Zinsen auf die zuviel gezahlte Gewerbesteuer.

Eine Rendite, die Kassner aktuell keine Bank zahlen würde, die aber die verschuldete Stadt Duisburg empfindlich treffen würde. Ihr bliebe als Trost, dass Schauinsland seinen angedrohten Teil-Abzug aus der Stadt endgültig abbläst. Immerhin hat Schauinsland im vergangenen Herbst 100. Geburtstag im Duisburger Innenhafen gefeiert. Mit einem Dutzend Mitarbeitern gestartet, ist das Familienunternehmen inzwischen auf 430 Beschäftigte angewachsen und will weiter expandieren.

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