Personalabbau

Siemens will 1400 Stellen in Deutschland streichen

Das Siemens-Logo auf einem Firmengebäude in Zürich. (Symbolbild)

Das Siemens-Logo auf einem Firmengebäude in Zürich. (Symbolbild)

Foto: ARND WIEGMANN / Reuters

München  Siemens will wegen seiner kriselnden Energiesparte 2700 Stellen abbauen, 1400 davon in Deutschland. Die IG Metall nennt das ideenlos.

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Siemens hat am Dienstag einen großen Stellenabbau angekündigt. Wie der Konzern mitteilte, sollen in seiner kriselnden Energiesparte 2700 Arbeitsplätze wegfallen – davon 1400 in Deutschland, vor allem an den Standorten Erlangen und Berlin. Die IG Metall lehnt die Abbaupläne grundsätzlich als ideenlos ab.

Überkapazitäten von Gasturbinen und die Energiewende machen der Sparte seit langem zu schaffen. Langfristige Wartungsverträge werfen zwar weiterhin gute Gewinne ab, aber der Umsatz sank im vergangenen Quartal auf 2,8 Milliarden Euro. Siemens hatte schon im Herbst den Plan des Stellenabbaus angekündigt und die Standorte neu aufgestellt.

Siemens-Energiesparte soll bis September 2020 an die Börse

Zur Energiesparte gehört inzwischen auch das Geschäft mit Transformatoren und Schaltanlagen. Im Mai hatte Siemens angekündigt, dass der Konzernbereich über das laufende Sparprogramm hinaus weitere 500 Millionen Euro einsparen müsse. Konzernchef Joe Kaeser will die Sparte bis September nächsten Jahres an die Börse bringen.

Die IG Metall kritisierte die Pläne von Siemens scharf: „Der kurzfristige Abbau von Beschäftigten ist in einem langfristig wachsenden Markt mit langen Zyklen gerade angesichts zunehmenden Fachkräftemangels nicht zielführend.“

Die Gewerkschaft werde mit den Betriebsräten alles daransetzen, dass die von Siemens angekündigten „Programme zur Requalifizierung im Zuge des Strukturwandels“ keine Lippenbekenntnissen oder halbherzige Ansätze blieben, sagte Hagen Reimer, Leiter des Siemens-Teams bei der IG Metall.

Siemens will bald mit der IG Metall verhandeln

Der Konzern kündigte an, zeitnah mit den Arbeitnehmervertretern zu beraten und die Pläne möglichst sozialverträglich umzusetzen. Siemens-Vorstandsmitglied Lisa Davis sagte, die neue Struktur setze Synergien frei, und „die geplanten Maßnahmen helfen uns dabei, mehr Wachstumschancen zu schaffen“. Durch Synergien und Kapazitätsanpassungen sollen 200 Millionen Euro eingespart werden, 100 Millionen Euro resultieren aus der neuen Aufstellung, 200 Millionen Euro aus Einsparungen bei Supportfunktionen.

„Im Projektgeschäft sind Maßnahmen erforderlich, um die Kosten zu reduzieren und der rückläufigen Entwicklung bei der Anzahl der Großprojekte zu begegnen“, teilte Siemens mit. „Im Geschäft mit Produkten für die Stromübertragung leiden die Märkte für Transformatoren und Schalttechnik unter Überkapazitäten. Dies erfordert Maßnahmen, um die Kostenstrukturen und Kapazitäten an allen Standorten zu optimieren und damit deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.“

(dpa/ba)

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