Unternehmen

Spionage? Mehrere Dax-Konzerne von Hackern angegriffen

Der Bayerische Rundfunk (BR) und der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichten, dass mehrere Dax-Unternehmen Opfer von Hackerangriffen geworden sind.

Der Bayerische Rundfunk (BR) und der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichten, dass mehrere Dax-Unternehmen Opfer von Hackerangriffen geworden sind.

Foto: Silas Stein / dpa

Berlin.  Sechs Dax-Konzerne sind laut Berichten Opfer von Cyber-Angriffen geworden. IT-Experten vermuten, dass die Angreifer aus China kommen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Mehrere Dax-Konzerne sind in den vergangenen Jahren von einer Hacker-Gruppe ausgespäht worden. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) und der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichten, waren mindestens acht deutsche Unternehmen Ziel von Cybern-Angriffen, unter ihnen waren dem Bericht zufolge auch sechs Dax-Unternehmen.

Darüber hinaus sollen rund ein Dutzend weiterer Unternehmen aus dem Ausland attackiert worden. Der Industrie-Konzern Siemens bestätigte am Mittwoch auf Anfrage, Anfang Juni 2016 Ziel eines Hacker-Angriffs gewesen zu sein.

„Wir haben nach ausführlichen Analysen bis heute keine Hinweise darauf, dass bei diesem Angriff Daten abgeflossen sind“, sagte ein Konzernsprecher. Beim Kunststoffhersteller Covestro hieß es, man sei ebenfalls betroffen gewesen: „Es gab den Versuch, uns auszuspähen.“ Es sei aber zu keinem Datenabfluss gekommen.

Auch Bayer bestätigte Cyber-Angriff

Anfang April hatte der Chemie-Riese Bayer bestätigt, Opfer eines Cyber-Angriffs gewesen zu sein. Bereits seit Anfang 2018 habe es Anzeichen dafür gegeben, dass das Firmennetzwerk mit Schadsoftware der „Winnti“ genannten Hackergruppe angegriffen wurde. Deutsche Konzerne versuchen sich, besser gegen ähnliche Angriffe zu schützen: Die IT-Firma IBM will zum Beispiel deutsche Unternehmen mit einem Cyber-Truck sichern.

IT-Sicherheitsexperten und deutsche Sicherheitsbehörden vermuten, dass die Gruppe aus China stammt. Gesicherte Erkenntnisse darüber, wer sich dahinter verbirgt, gibt es allerdings nicht. Die Hackergruppe soll 2016 auch hinter einer Attacke gegen ThyssenKrupp gesteckt haben.

• Auch interessant: Cybersicherheit – 200 Millionen Euro für neue Agentur

Erstmals war die Hackergruppe im Oktober 2011 von IT-Sicherheitsexperten von Kaspersky Lab enttarnt worden. Sie gilt als hochprofessionell, Angriffe werden in der Regel wenn überhaupt erst spät bemerkt. Zunächst hatten sich die Angreifer nach Einschätzung von Experten auf Netzwerke für Online-Spiele spezialisiert und griffen dort Spielgeld, digitale Zertifikate und Nutzerdaten ab. Inzwischen sind vermehrt große Industrie-Unternehmen, aber auch der Mittelstand in Deutschland zur Zielscheibe geworden. (les/dpa)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben