Energiebranche

Steag plant neues Gaskraftwerk in Herne

Der Steag-Standort Herne ist wichtig für die Fernwärme-Versorgung im Ruhrgebiet.

Foto: Ralph Bodemer

Der Steag-Standort Herne ist wichtig für die Fernwärme-Versorgung im Ruhrgebiet. Foto: Ralph Bodemer

Essen.   Der Essener Energiekonzern Steag plant den Bau eines neuen Gaskraftwerks in Herne. Eine neue Pipeline soll von Thyssengas kommen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Essener Energiekonzern Steag strebt den Bau eines neuen Gaskraftwerks in Herne an. Die Anlage, die Strom und Wärme erzeugen soll, könnte im Jahr 2021 in Betrieb gehen und das bestehende Kohlekraftwerk ersetzen oder ergänzen.

Der Steag-Standort in Herne ist wichtig für die Fernwärmeversorgung im Ruhrgebiet. Derzeit versorgt die Steag mit dem Herner Heizkraftwerk Zehntausende Haushalte in Gelsenkirchen, Bottrop und Essen mit Fernwärme. Auch die frühere Eon-Tochter Uniper bezieht Fernwärme aus Herne. Auf Anfrage wollte sich die Steag gestern nicht zu den Planungen für das Kraftwerk namens „Herne 6“ äußern.

Thyssengas soll Pipeline bauen

Doch es spricht viel dafür, dass die Überlegungen weit fortgeschritten sind. Denn auch der Gasnetzbetreiber Thyssengas verfolgt detaillierte Planungen für das Herner Projekt. So soll eine 22 Kilometer lange Erdgas-Transportleitung von Datteln über Oer-Erkenschwick, Recklinghausen und Herten nach Herne entstehen, um das neue Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk zu versorgen. Das Pipeline-Projekt soll federführend von Thyssengas auf Veranlassung der Bundesnetzagentur realisiert werden.

Mit dem Kraftwerksbau wären millionenschwere Investitionen in NRW verbunden. Allein die Baukosten für die unterirdische Pipeline sollen bei rund 32 Millionen Euro liegen. Die neue Gasleitung gehöre zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten im Zuge der Energiewende im Rhein-Ruhr-Raum, heißt es bei Thyssengas. Schließlich ist Erdgas klimafreundlicher als die Kohle.

Baubeginn im Jahr 2019

Das Raumordnungsverfahren zur groben Eingrenzung des Trassenverlaufs der Gaspipeline wurde abgeschlossen. Die vorbereitenden Ar­beiten zum sogenannten Planfeststellungsverfahren haben begonnen. Ein Bau der Pipeline könnte im Jahr 2019 beginnen. Ähnlich dürfte wohl auch der Zeitplan für den Kraftwerksbau sein. Um von staatlichen Fördermitteln für Kraft-Wärme-Kopplung zu profitieren, müsste die geplante Anlage der Steag spätestens 2022 in Betrieb sein.

Der Energiekonzern Steag befindet sich in den Händen der Stadtwerke aus Bochum, Dortmund, Duisburg, Dinslaken, Essen und Oberhausen. Um die Konzernkasse aufzubessern will die Steag einen Anteil von 49 Prozent am Fernwärmegeschäft an einen Investor abgeben. Es winkt ein niedriger dreistelliger Millionenerlös.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik