Wirtschaft

USA legen neue Liste mit Strafzöllen gegen China vor

Weitere Eskalationsstufe im Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Foto: Uncredited / dpa

Weitere Eskalationsstufe im Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Washington  Der US-Präsident kündigt neue Strafzölle für China an. Immer mehr Politiker aus Trumps eigener Partei kritisieren seine Zollpolitik.

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US-Präsident Donald Trump will für weitere Produkte aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar zusätzliche Zölle erlassen. Die Regierung in Washington veröffentlichte am Dienstag eine Liste mit Waren, auf die zusätzlich zehn Prozent bei der Einfuhr in die USA gezahlt werden müssen. Darunter sind Hunderte Nahrungsmittel sowie Tabak, Kohle, Chemikalien, Reifen, Toilettenpapier oder Unterhaltungselektronik. In der US-Wirtschaft und in Trumps eigener Partei stieß die Entscheidung auf Kritik.

Trumps Handelsbeauftragter Robert Lighthizer sagte, die Regierung habe China mehr als ein Jahr lang aufgefordert, eine unfaire Handelspolitik zu beenden, den eigenen Markt zu öffnen und sich dem Wettbewerb zu stellen. Statt auf diese Sorgen einzugehen, übe China Vergeltung. "Für einen solchen Schritt gibt es keine Rechtfertigung."

Zölle sollen erst in zwei Monaten gelten

Die Regierung in Washington hatte bereits in der vergangenen Woche zusätzliche Zölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar im Jahr eingeführt. Die Regierung in Peking reagierte auf diesen Schritt mit Gegenmaßnahmen. Trump hat damit gedroht, chinesische Produkte im Gesamtwert von 500 Milliarden Dollar mit Sonderzöllen zu belegen. Dies entspricht etwa dem Volumen der US-Importe aus China im vergangenen Jahr.

Strafzölle auf US-Importe

Ab 22. Juni gelten sie: Die Vergeltungszölle auf US-Importe.
Strafzölle auf US-Importe

Die jetzt angekündigten Zölle gelten nicht umgehend. Regierungskreisen zufolge soll die Sanktionsliste in zwei Monaten greifen. Währenddessen gebe es die Möglichkeit, Stellungnahmen abzugeben. Unter den aufgeführten Produkten sind auch Stahl und Aluminium, für die bereits erhöhte Abgaben gelten. Verbraucher könnten die Zölle direkt bei Waren wie Möbeln, Handtaschen, Koffern, Teppichen oder Fahrrädern zu spüren bekommen.

Zölle verteuern Produkte für US-Bürger

Die chinesische Regierung kritisierte die Ankündigung. Die Pläne schadeten dem System der Welthandelsorganisation WTO und der Globalisierung, erklärte ein Vertreter des Handelsministeriums. In den amerikanisch-chinesischen Beziehungen sei die Zusammenarbeit der einzig richtige Weg.

Zölle auf einen US-Mythos

Der US-Motorradbauer Harley-Davidson, der von den frisch erhobenen EU-Zöllen betroffen ist, kann als Folge höhere Preise sowie eine Beeinträchtigung der Nachfrage in der EU derzeit zumindest nicht ausschließen.
Zölle auf einen US-Mythos

Auch in Trumps eigener Partei gab es Kritik an den Plänen. Sie seien "leichtsinnig" und nicht zielgerichtet, sagte der Kongressabgeordnete Orrin Hatch, der im Senat dem Finanzausschuss vorsitzt. Auch die US-Handelskammer, die Trump noch bei der Steuersenkung unterstützte, beklagte die Entscheidung. "Zölle sind schlicht und ergreifend Steuern." Die neuen Abgaben verteuerten Waren für Familien, Bauern, Arbeiter und Firmen. Der Einzelhandelsverband Rila erklärte, Trump habe dessen eigenes Versprechen gebrochen, den Schaden für die Verbraucher so gering wie möglich zu halten.

Börse reagiert mit Kursverlusten

Die Aktienmärkte reagierten auf die Eskalation mit Kursverlusten: So fiel der Index der Börse in Shanghai um 1,6 Prozent. Die Futures für die US-Indizes S&P 500 und Dow Jones verbilligten sich um knapp ein Prozent, so dass die Wall Street am Mittwoch ebenfalls Verluste verbuchen dürfte. Investoren befürchten schon länger, dass der eskalierende Handelsstreit das weltweite Wirtschaftswachstum ausbremst. (rtr)

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