Telefon-Ärger

Umstellung auf "Voice over IP" bereitet Telekom-Kunden Ärger

Not amused: Viele Kunden verbrachten nach der Umstellung auf "VoIP" mehr Zeit als

Not amused: Viele Kunden verbrachten nach der Umstellung auf "VoIP" mehr Zeit als

Foto: iStock

Düsseldorf.  Die Umstellung auf "Voice over IP"-Technik läuft bei zahlreichen Telekom-Kunden nicht rund. Viele klagen über tote Leitungen und teure Zusatzgeräte.

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Für die Telekom ist es der Einstieg in die Zukunft, für Kunden ist es (zumindest derzeit noch) nicht mehr als ein Ärgernis: Die Rede ist von "Voice over IP", kurz VoIP, also Telefonie über das Internet. Eine Umfrage der Verbraucherzentrale NRW zeigt: Sollte die Technik den Kunden Vorteile bringen, so sind sie den meisten nicht bewusst. Was überwiegt, sind Ärger über tote Leitungen, schlechte Information und teure Zusatzgeräte.

Über ein Drittel der von der Verbraucherzentrale befragten Menschen gab an, von ihrem Telefonanbieter nicht über die Umstellung informiert worden zu sein. Und selbst wenn es Informationen gab, fühlten sich laut Verbraucherzentrale viele Nutzer nicht wirklich schlauer.

Viele Kunden müssen neue Hardware kaufen

Knapp 70 Prozent mussten nach eigenen Angaben Geräte austauschen - meist auf eigene Kosten. Zudem seien vielen Kunden Kosten für Technikerbesuche in Rechnung gestellt worden, wie die Verbraucherzentrale berichtet.

Nach erfolgter Umstellung auf die Zukunftstechnologie war der Ärger für viele Kunden nicht vorbei: Sie klagen, dass Telefongespräche häufig unterbrochen würden oder sich gar nicht erst aufbauen ließen. Einige berichten, dass die teils tagelang keine Telefongespräche hätten führen können.

Jede Woche werden 60.000 Anschlüsse umgestellt

Die Umstellung auf "Voice over IP" ist kein exklusives Telekom-Projekt. Doch der ehemalige Staatskonzern hat immer noch eine bedeutende Stellung im Markt und treibt die Umstellung voran wie kein zweites Unternehmen: 90 Prozent der bereits umgestellten Anschlüsse in der Umfrage waren Telekomanschlüsse. 2018 soll das Mammutprojekt abgeschlossen sein.

Dafür gibt der Konzern mächtig Gas: Pro Woche werden nach Telekom-Angaben 60.000 bis 70.000 Anschlüsse umgestellt. Das Ziel: Alles soll über eine Leitung laufen. Telefon, Internet, Fernsehen. Für den Anbieter ist das günstiger, weil er dann kein eigenes Telefonnetz mehr unterhalten müssen. (dor)

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