Warenhäuser

Verdi fordert von Benko Ende des Stellenabbaus beim Kaufhof

Kaufhof-Mitarbeiter in Heilbronn demonstrierten am Freitag im Rahmen der Tarifrunde des Einzelhandels.

Kaufhof-Mitarbeiter in Heilbronn demonstrierten am Freitag im Rahmen der Tarifrunde des Einzelhandels.

Foto: Fabian Sommer / dpa

Essen.  Nach der Komplettübernahme fordert Verdi vom Eigentümer Rene Benko ein Ende des Stellenabbaus bei Galeria Karstadt Kaufhof.

Rene Benko steht vor gewaltigen Aufgaben. Nachdem der österreichische Milliardär am Pfingstmontag angekündigt hatte, den Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof ganz zu übernehmen, meldeten sich am Dienstag umgehend Betriebsrat und Gewerkschaft Verdi zu Wort. „Wir erwarten die richtigen Entscheidungen für ein überzeugendes Zukunftskonzept, das diesen Namen auch verdient“, sagte Orhan Akman, Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel bei Verdi. Der Gewerkschafter kann nicht nachvollziehen, dass beim Kaufhof allein in den Filialen 1000 Vollzeit-Stellen gestrichen werden sollen, wo doch im Verkauf jede Mitarbeiterin gebraucht werde.

Bei dem im vergangenen Herbst verkündeten Zusammenschluss der beiden einstigen Warenhaus-Unternehmen gärt es aber auch an anderer Stelle. Während die Kaufhof-Beschäftigten (noch) nach dem für sie günstigeren Flächentarifvertrag bezahlt werden, verdienen ihre Kollegen bei Karstadt nach Verdi-Angaben im Schnitt elf Prozent weniger. Die Gewerkschaft pocht darauf, dass auch Karstadt voll in die Tarifbindung zurückkehrt. Aus Arbeitnehmerkreisen verlautet allerdings, dass die Geschäftsführung eine Form des Haustarifs für das Gemeinschaftsunternehmen anstrebt - mit Konditionen unterhalb des Flächentarifvertrags.

„Wir haben den Sachverhalt zur Kenntnis genommen.“

Am Wochenende hatte Benkos Signa Holding mitgeteilt, dass sie den 49,99-Prozent-Anteil an Galeria Karstadt Kaufhof, den bislang der nordamerikanische Handelskonzern Hudson’s Bay Company (HBC) gehalten hatte, übernehmen werde. Benko ist damit Alleineigentümer der Warenhauskette. „Wir haben den Sachverhalt zur Kenntnis genommen“, reagierte Verdi-Mann Akman kühl. In der Kaufhof-Belegschaft löste der Eigentümerwechsel indes Erleichterung aus. Man trauere HBC nicht nach, hieß es. Peter Zysik, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Warenhauskette, formulierte am Montag in der ARD aber auch klare Bedingungen: „Ich fordere von René Benko eine Wende der radikalen Personalreduzierung.“

Neben den 1000 Stellen in den Filialen sollen noch rund 1000 Arbeitsplätze in der Kaufhof-Zentrale in Köln wegfallen, im Gegenzug dafür 400 zusätzliche Stellen in der Essener Karstadt-Zentrale entstehen. Offen ist dem Vernehmen nach die Zukunft der Logistik-Sparte.

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